Im Zwischenrunden-Rückspiel beim FC Porto ließ die
Werkself nichts anbrennen und siegten dank einer abgeklärten Vorstellung verdient
mit 3:1. Die Portugiesen fielen eher durch teils überhartes Einsteigen auf -
und dezimierten sich in der Schlussphase selbst.
Peter Bosz besetzte nach dem 2:0 gegen den FC Augsburg
die beiden defensiven Flügelpositionen neu: Lars Bender und Sinkgraven spielten
anstelle von Weiser (Bank) und Wendell (nicht im Kader). Die dritte und letzte
Änderung fand in der Zentrale statt: Demirbay ersetzte Palacios (Bank).
Zu Beginn musste Leverkusen eine kurze Drangphase der
Portugiesen überstehen, stabilisierte sich aber schnell - und ging mit der
ersten eigenen Chance in Führung: Demirbay setzte sich technisch hochwertig
gegen Alex Telles und Uribe durch und legte quer zu Havertz, der direkt auf den
freistehenden Alario weiterleitete. Der Argentinier legte sich den Ball noch
einmal zurecht und verwertete dann souverän ins lange Eck (10.). Zwar nahm das
Schiedsrichtergespann - wie im Hinspiel - Alarios Treffer wegen einer angeblichen
Abseitsstellung wieder zurück, doch der Video-Assistent schaltete sich ein und
belegte: Regulärer Treffer, 1:0 für Bayer. Porto war nun also gefordert,
enttäuschte im ersten Durchgang offensiv aber auf ganzer Linie und fiel eher
durch mehrere grenzwertig harte Fouls auf: Binnen neun Minuten sammelten die
Portugiesen drei Gelbe Karte. Die einzig nennenswerte Annäherung an das von
Leverkusen aufmerksam verteidigte Tor Hradeckys war ein Kopfball von Otavio,
der den Kasten recht deutlich verfehlte (40.). Zudem war Conceicoa aufgrund
einer Verletzung von Luis Diaz früh zum Wechseln gezwungen, Nakajima kam (29.).
Bayer 04 hingegen hatte im ersten Durchgang vor allem defensiv alles im Griff,
spielte die gelegentlichen Konter aber zu kompliziert zu Ende.
Zur Pause wechselten beide Trainer einmal: Bosz
brachte Weiser für den angeschlagenen Lars Bender (Hüftprellung), Conceicao
wechselte Innenverteidiger-Ikone Pepe für Uribe ein und stellte auf Dreierkette
um. Der Erfolg dieser Maßnahme hielt sich aber in Grenzen, stattdessen nutzte
Leverkusen die sich nun eröffnenden Räume konsequent aus. Alario traf noch das
Außennetz (50.), wenige Momente später stellte Bayer 04 dann auf 2:0: Demirbay
leitete mit einem klasse Steilpass auf Diaby selbst ein. Der Franzose
scheiterte am herausstürzenden Marchesin, doch Havertz setzte nach - und
Demirbay in Szene. Der Mittelfeldmann hatte etwas Glück, dass Marchesin seinen
harten, aber unplatzierten Schuss nicht abwehren konnte und durfte sein erstes
Tor im Europapokal feiern (51.). Wenig später machten die konzentrierten
Rheinländer dann frühzeitig den Deckel drauf: Alario leitete einen langen Ball
im Mittelfeld per Kopf klasse in den Lauf von Havertz weiter, der rechts
durchstartete und den mitgelaufenen Diaby bediente. Der Franzose stand frei vor
Marchesin, brachte die Kugel aber zunächst wieder nicht am Keeper vorbei.
Allerdings fiel der Abpraller Diaby vor die Füße - und diesmal legte der
Flügelstürmer quer zu Havertz, der die Kugel problemlos im leeren Tor unterbrachte
- dritte direkte Torbeteiligung für den Nationalspieler (57.). Die Partie war
daraufhin gelaufen - und erst jetzt wurden die zuvor so konzentrierten Leverkusener
etwas schludrig. Nakajima vertändelte eine hervorragende Schussposition (62.),
dann brachte Marega auf Flanke von Otavio die Portugiesen auf die Anzeigetafel
(66.). Diaby hatte gegen den Vorlagengeber unzureichend verteidigt. Zwar kam
Porto in der Folge noch zu einigen Halbchancen, ums Weiterkommen musste
Leverkusen aber zu keinem Zeitpunkt fürchten. Einzig Marega ließ noch eine
Großchance zum Anschlusstreffer liegen (79.), auf der Gegenseite vergab der
eingewechselte Bailey frei vor Marchesin das 4:1 (84.). Für den unrühmlichen
Schlusspunkt der Partie sorgten die Portugiesen, die eher durch ihre harte
Gangart als durch offensive Spielzüge auffielen: Der eingewechselte Soares fuhr
gegen Tah den Ellenbogen aus und wurde mit Rot des Feldes verwiesen (85.).
Unter dem Strich stand für Bayer 04 nach dem 2:1 im
Hinspiel ein ungefährdetes Weiterkommen, Leverkusen wartet nun auf seinen
Achtelfinal-Gegner, der am Freitag, 28.2.2020 um 13 Uhr in Nyon gezogen wird.
Bayer 04: Hradecky – L. Bender (46. Weiser), Tah, S.
Bender (67. Dragovic), Tapsoba Sinkgraven – Amiri, Demirbay – Havertz, Diaby
(83. Bailey) – Alario
Tore: 0:1 Alario (10.), 0:2 Demirbay (51.), 0:3 Havertz
(58.), 1:3 Marega (65.)
Zuschauer: 30.292
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