Samstag, 23. Januar 2021

23.1.2021: Bittere 1:0 Heimniederlage gegen Wolfsburg

Peter Bosz schickte nach dem 2:1 gegen Dortmund Sinkgraven anstelle von Wendell (Bank) auf den Rasen. Bayer stand gleich dreimal bei mehr oder minder klaren Chancen vor der frühen Führung, Amiri (3., Lacroix rettete auf der Linie, 6.) sowie Alario (Kopfball an den Pfosten, 6.) verpassten den Blitzstart. Auf der anderen Seite verzog Steffen in Folge eines in der Anfangsphase seltenen Wolfsburger Umschaltmoments (8.). Nach der fulminanten Anfangsphase der Bosz-Elf stellte sich der VfL besser auf den Gegner ein. Leverkusen blieb zwar überlegen und kontrollierte die Partie, kam aber in vorderster Front eine Zeit lang nicht mehr zum Zug. Bis Alario gegen Lacroix Präsenz zeigte und Casteels aus sieben Metern zu einer guten Parade zwang (21.). Die Niedersachsen blieben offensiv zunächst weiterhin unscheinbar, vereinzelte Ansätze brachten auch wegen schlechter Flanken nichts ein. Die bessere Struktur der Bosz-Schützlinge mündete in die nächste Chance, Wirtz traf nach Diabys Querpass den Ball in aussichtsreicher Position nicht voll (30.). Statt der verdienten Führung der Bosz-Schützlinge schlugen wie aus dem Nichts die Gäste zu: Weghorsts Pass ins Zentrum wurde abgewehrt, der nachsetzende Steffen flankte von halblinks über die Defensive der Hausherren hinweg, und am zweiten Pfosten hatte der vollkommen ungedeckte Baku keine Mühe, um aus sechs Metern ins rechte Eck einzuköpfen (35.). Dies war die Pausenführung, weil die Attacken der Werkself bis zum Kabinengang an der jetzt sicheren Gäste-Abwehr abprallten.

Bosz ersetzte mit Wiederanpfiff Lars Bender durch Neuzugang Fosu-Mensah. Es passierte kaum etwas zu Beginn des zweiten Abschnitts. Zwar hatte Bayer viel Ballbesitz, wusste damit aber gegen gut geordnete und kompakte Wolfsburger kaum etwas anzufangen, weil Tiefe und Ideen fehlten. Das Spiel plätscherte dahin. Den statischen Leverkusenern fiel nichts ein, die Glasner-Elf geriet nicht in Bedrängnis und streute den einen oder anderen zielstrebigen Angriff ein: Weghorst scheiterte vom linken Fünfereck an Hradecky (67.). Leverkusen war auf der Suche nach Inspiration - Bosz versuchte mit einem Dreifachwechsel neuen Input zu geben (74.). Bis auf einen Sinkgraven-Hammer, den Casteels klasse entschärfte (82.) - dem einzigen Torschuss in Hälfte zwei -, brachten die Rheinländer den Kontrahenten jedoch in der Schlussphase nicht mehr in ernsthafte Gefahr. Es blieb beim 0:1.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (46. Fosu-Mensah), Tah (74. Demirbay), Tapsoba, Sinkgraven – Wirtz, Aránguiz (74. Baumgartlinger, 81. Wendell) Amiri (74. Bellarabi) – Bailey, Alario, Diaby

Tore: 0:1 Baku (35.)

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Dienstag, 19. Januar 2021

19.1.2021: Geht doch: 2:1 Heimsieg gegen Dortmund

Bayer 04 hat sich in der Bundesliga nach zuvor vier Spielen ohne Sieg eindrucksvoll zurückgemeldet: Die Werkself kam zum Abschluss der Hinrunde zu einem verdienten 2:1 (1:0)-Erfolg gegen Borussia Dortmund. Die Tore für die Leverkusener in einer packenden Partie erzielten die ganz starken Moussa Diaby (14.) und Florian Wirtz (80.). Julian Brandt traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich für den BVB (67.).

Fünf Veränderungen gab es bei der Werkself im Vergleich zur 0:1-Niederlage bei Union Berlin am vergangenen Freitag. Peter Bosz nahm Veränderungen in allen Mannschaftsteilen vor. In der Außenverteidigung besetzten Lars Bender und Wendell die Plätze von Aleksandar Dragovic und Daley Singkgraven. Im defensiven Mittelfeld übernahm Kapitän Charles Aránguiz den Posten des mit muskulären Problemen fehlenden Julian Baumgartlinger, auf der Halbposition agierte Florian Wirtz nach überstandener Blessur in der Kniekehle für Kerem Demirbay. Rotation gab es auch in der Angriffsmitte, Lucas Alario rückte für Patrik Schick in die erste Elf. Neuzugang Timothy Fosu-Mensah von Manchester United gehörte erstmals zum Kader.

Das Duell der beiden punktgleichen Verfolger des Spitzenduos Bayern München und RB Leipzig versprach zum Abschluss der Hinrunde intensiven Tempofußball der gehobenen Art. Es ging auch gleich rasant und voller Wucht los: Wirtz prüfte Bürki mit einem Flatterball aus 20 Metern (2.), auf der Gegenseite musste Lukas Hradecky außerhalb des Strafraums klären und wurde Haaland gerade noch geblockt im Abschluss (3.). Beide Teams suchten sofort mit offenem Visier ihr Heil in der Offensive. Alarios Linksschuss von der Strafraumgrenze flog einen Meter am Pfosten vorbei, nachdem ein Foulspiel an Wirtz zuvor nicht geahndet worden war (9.). Bayer 04 stellte Dortmunds Innenverteidiger Hummels und Akanji früh und wirkungsvoll im Aufbau zu und zwang den BVB so zu langen Bällen. Aus einem solchen resultierte auch die Führung der Werkself: Bürkis weiten Schlag fing Wendell mit dem Kopf ab, Leon Bailey spielte einen diagonalen Traumpass über 40 Meter in den Lauf des durchstartenden Moussa Diaby, und der Franzose blieb mit guter Ballmitnahme allein vor dem Kasten cool und traf zur 1:0-Führung (14.). Aber auch der BVB wusste sich in Szene zu setzen: Aránguiz rettete klasse gegen Sancho, die folgende Hereingabe von Meunier verpasste Haaland um einen Schritt (24.). Dann wieder die Gastgeber: Diabys Schuss mit rechts aufs kurze Eck nach Vorarbeit von Wirtz entschärfte Bürki, der Volley-Nachschuss von Alario wurde von Guerreiro gerade noch übers Tor gelenkt (27.). Schön anzusehen auch Diabys Seitfallzieher (31.). Es war reichlich Feuer im Spiel, nach der Anfangsphase mit zunehmenden Vorteilen für die Leverkusener. Die Werkself kombinierte sich einige Male sehr zügig und ansprechend durch, vor allem Wirtz machte der Borussia mit seiner kreativen Antriebskraft ordentlich zu schaffen. Und Diaby mit seiner unwiderstehlichen Schnelligkeit: Klasse, wie der Flügelspieler drei Dortmundern davon sprintete, dann aber allein vor Bürki zu zentral abschloss (35.). Defensiv hatten die griffigen Leverkusener fast alles im Griff, insbesondere Aránguiz fing viele Bälle ab. Und vorne wurde es immer wieder gefährlich: Alarios Kopfball wusste Bürki mit Mühe noch zu parieren (44.). Der BVB hätte sich über ein 0:2 zur Pause nicht beklagen dürfen. Entsprechend zufrieden zeigte sich Stefan Kießling in der Halbzeit vorm Sky-Mikrofon: „Wir haben ein paar Minuten gebraucht, es dann aber sehr gut gemacht. Wir hatten viele Räume und Chancen und sind gut hinter die Ketten gekommen.“

Es lief in Hälfte zwei zunächst genau so weiter. Diaby ging nach Ballgewinn gegen Brandt zum wiederholten Mal ins Tempodribbling, danach geriet Baileys Schlenzer mit rechts allerdings deutlich zu hoch (49.). Amiris Schuss aus halbrechter Position bereitete Bürki keine Probleme (51.). Großartig, wie Florian Wirtz wenig später in höchster Not im eigenen Strafraum gegen Haaland klärte (53.). Sancho wurde danach im letzten Moment noch geblockt (54.), Meunier knallte drüber (55.). Der BVB nahm nun etwas mehr Fahrt auf. Daley Sinkgraven kam für den angeschlagenen Wendell ins Spiel (60.). Es blieb hochintensiv auf beiden Seiten. Wirtz wurde bei seinem Solo gerade noch von Akanji gestoppt, auf der Gegenseite klärte Tah nach Brandts Querpass im Strafraum (65.). Dann der Dortmunder Ausgleich ein bisschen aus dem Nichts: Der BVB störte früh im Aufbau, und Julian Brandt war mit einem schönen Schlenzer aus 20 Metern ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich erfolgreich (67.). Lukas Hradecky streckte sich da vergeblich. Dortmund plötzlich am Drücker. Tapsoba klärte auf der Linie gegen Brandt (68.), Sanchos Schuss nach Solo flog vorbei (70.). Peter Bosz reagierte und brachte Patrik Schick und Kerem Demirbay für Lucas Alario und Charles Aránguiz. Moussa Diaby lief links erneut allen davon, doch Bürki brachte gerade noch die Fingerspitzen an den Ball (75.). Es ging jetzt hin und her, beide drängten auf die Entscheidung. Die Werkself setzte das Ausrufezeichen: Schick und Wirtz spielten sich geschickt über links durch, der Franzose passte quer zu Florian Wirtz, und der ganz starke Youngster überwand Bürki mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern ins Eck zum 2:1 (80.). Dortmund zog in der Schlussphase noch mal das Tempo an, die Werkself wehrte sich mit allem, was sie hatte. Es gab vier Minuten Nachspielzeit. Demirbays Freistoß rauschte am Giebel vorbei (90.+2). Kurz darauf war Schluss – und die Gewinner des Abends, die für den Moment auf Platz zwei kletterten, klatschten sich glücklich ab.

Für die Werkself geht es in der Bundesliga mit dem ersten Rückrundenspiel weiter: Gegner in der BayArena ist am Samstag, 23.1.2021, um 15.30 Uhr der VfL Wolfsburg.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tah, Tapsoba, Wendell (60. Sinkgraven) – Wirtz, Aránguiz (69. Demirbay), Amiri – Bailey, Alario (69. Schick), Diaby

Tore: 1:0 Diaby (14.), 1:1 Brandt (67.), 2:1 Wirtz (80.)

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Freitag, 15. Januar 2021

15.1.2021: Unnötige 1:0 Niederlage bei Union Berlin

Nach dem erfolgreichen Pokalspiel gegen Frankfurt nahm Peter Bosz drei Änderungen an seiner Startformation vor: Die beiden Außenverteidigerpositionen wurden mit Aleksandar Dragovic und Daley Sinkgraven statt Lars Bender und Wendell neu besetzt, im Sturmzentrum durfte Patrik Schick für Lucas Alario ran. Florian Wirtz fehlte weiterhin, Neuzugang Timothy Fosu-Mensah stand aufgrund von Quarantäne-Regelungen noch nicht zur Verfügung.

Bayer begann sehr spielfreudig und kam bereits in den ersten Momenten des Spiels zu einigen aussichtsreichen Angriffen. Nadiem Amiri feuerte einen ersten Warnschuss ab (2.), nach einer Hereingabe des zunächst wieder über die rechte Seite kommenden Moussa Diaby rettete Friedrich vor Schick (4.), Kerem Demirbay setzte den Ball am Ende einer feinen Kombination rechts vorbei (14.). Die erste richtig große Chance der Partie hatten allerdings die Hausherren - natürlich nach ihrer Sahnedisziplin Standards: Friedrichs Flugkopfball zischte nur hauchdünn am Werkself-Tor vorbei (15.). Nach kurzem Durchatmen übernahm die Werkself aber sofort wieder das Kommando und Schick verzeichnete eine Kopfballchance (17.). Union, das den verletzten Becker früh durch Teuchert ersetzen musste (24.) allerdings zeigte, warum das Team zurecht unter den Top fünf der Bundesliga rangiert und hielt mit viel Physis und cleverer Raumaufteilung dagegen. Für Bayer 04 machte es dann ziemlich schwierig, ins Tempo zu kommen - wie es der agile Diaby nach einer guten halben Stunde schaffte. Sein Schuss nach explosivem Antritt wurde jedoch geblockt (32.). Wenig später kam die Werkself dann zu gleich zwei exzellenten Möglichkeiten binnen einer Minute: Leon Bailey tunnelte Lenz nahe der Eckfahne und bereitete so toll vor für Amiri, dessen Abschluss Schick noch abfälschte. Luthe bekam den Ball ans Bein und verhinderte die Werkself-Führung. Wenige Sekunden später zischte ein Flachschuss von Demirbay dann nur ganz knapp am langen Eck vorbei (38.). Bayer 04 setzte nun nochmal zur Schlussoffensive im ersten Durchgang an, Julian Baumgartlinger prüfte Luthe nach Vorlage von Schick (41.). Tore zur Halbzeit waren dennoch Fehlanzeige.

Die zweite Hälfte begann für die Werkself mit einem kurzen Schreckmoment. Union spielte einen Konter blitzschnell aus und Teuchert tauchte frei vor Hradecky auf, sein Schuss sprang jedoch vom Innenpfosten parallel zur Linie und touchierte sogar noch den anderen Pfosten (50.). Die frühe Großchance gab den Hausherren etwas mehr Auftrieb, auch optisch gestalteten die Hauptstädter das Geschehen nun ausgeglichener. Teuchert verzeichnete einen weiteren Abschluss nach einem Konter, im direkten Gegenzug wurde ein aussichtsreicher Schuss von Bailey geblockt (61.). Es entwickelte sich nun ein offenes wie unterhaltsames Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Nach tollem Pass von Sinkgraven scheiterte Schick an Luthe (63.), für Union verzog Trimmel einen Flachschuss (64.). Peter Bosz versuchte, mit einem Doppelwechsel das Geschehen auf die schwarz-rote Seite zu ziehen und brachte Charles Aránguiz und Alario für Baumgartlinger und Schick (69.). Auch weil die Werkself es immer wieder schaffte, Unions Zielspieler Awoniyi kaltzustellen und schnelle Ballgewinne zu erzielen, verlagerte sich das Geschehen in dieser Phase immer weiter in Richtung des Berliner Gehäuses. Union zog sich in der Schlussphase mit allen elf Spielern vor den eigenen Strafraum zurück, die dichtgestaffelte Defensive der Köpenicker brachte gegen die nun drückende Werkself aber immer wieder noch ein Bein dazwischen. Und so waren es tatsächlich doch die Hausherren, die noch den Lucky Punch setzten. Nach einem Foulspiel an Bailey lief die Partie mit Vorteil für Bayer 04 weiter, aber Union holte sich den Ball - und konterte dann blitzschnell. Teuchert ersprintete einen Steilpass und war dann erneut frei durch. Hradecky brachte den Arm zwar noch an den Ball, konnte den späten Siegtreffer der Berliner aber nicht mehr verhindern (88.).

Für Bayer 04 geht es bereits unter der Woche weiter in der Bundesliga. Am letzten Hinrundenspieltag kommt es dabei zu einem hochkarätigen Duell: Am Dienstag, den 19.1.2021 (20.30 Uhr) gastiert Borussia Dortmund in der BayArena.

Bayer 04: Hradecky – Dragovic, Tah, Tapsoba, Sinkgraven – Amiri, Baumgartlinger (69. Aránguiz), Demirbay – Diaby, Schick (69. Alario), Bailey

Tore: 1:0 Teuchert (88.)

Dienstag, 12. Januar 2021

12.1.2021: Nach 4:1 gegen Frankfurt eine Runde im Pokal weiter

Im Vergleich zum 1:1 im Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen veränderte Peter Bosz seine Startelf auf drei Positionen: Lars Bender, nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder von Beginn an auf dem Feld, startete rechts hinten anstelle von Aleksandar Dragovic. Wendell ersetzte Daley Sinkgraven auf der linken Seite. Im Sturm begann Lucas Alario, sein tschechischer Teamkollege Patrik Schick nahm vorerst auf der Bank Platz. Erfreulich: Kapitän Charles Aránguiz stand erstmals seit Mitte Oktober wieder im Kader der Werkself.

Die Gäste, im Vergleich zum 2:1-Ligasieg gegen Bayer 04 von vor zwei Wochen auf vier Positionen verändert, setzten die Bosz-Elf von Beginn an schon am gegnerischen Strafraum unter Druck. Und die Frankfurter belohnten sich früh: Nach sechs Minuten steckte Daichi Kamada auf Amin Younes durch, der per Direktabnahme aus zentraler Position zum 1:0 ins Netz traf. Der Gegentreffer schien ein Weckruf für Schwarz-Rot gewesen zu sein, das sich in der Folge zunehmend mehr Torchancen herausspielte. Doch erst verpasste Alario per Kopf (10.) den Ausgleich, dann scheiterte Nadiem Amiri an SGE-Torhüter Kevin Trapp (12.). Es entwickelte sich eine temporeiche Partie in der BayArena, in der beide Teams munter nach vorne agierten. Mitte des ersten Abschnitts zahlte sich schließlich auch der engagierte Auftritt der Gastgeber aus: Leon Bailey wollte den Ball von links hoch in den Strafraum bringen, traf dabei den Ellenbogen von Erik Durm. Da der Frankfurter bei der Berührung im Strafraum gestanden hatte, entschied Schiedsrichter Christian Dingert folgerichtig auf Strafstoß. Diesen verwandelte Alario eiskalt an Trapp vorbei zum Ausgleich (27.). Kurz nach dem 1:1 musste dann SGE-Torschütze Younes das Feld verletzungsbedingt verlassen, für ihn kam Steven Zuber ins Spiel (29.). Die beste Gelegenheit vor dem Pausenpfiff hatte im Anschluss Wendell, der mit einem Fernschuss aus 20 Metern aber in Trapp seinen Meister fand (41.). Kurz darauf war Pause, das Remis nach 45 Minuten leistungsgerecht.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff folgte beinahe die erneute Führung für die Gäste – Lukas Hradecky konnte den abgefälschten Schussversuch von Aymen Barkok allerdings in seinen Armen begraben (46.). Dafür klingelte es drei Minuten später auf der Gegenseite: Kerem Demirbay brachte einen Freistoß mit seinem starken linken Fuß genau auf den Kopf des einlaufenden Edmond Tapsoba, der die Hereingabe freistehend zum 2:1 verwerten konnte – Spiel gedreht. Und die Werkself drehte weiter mächtig auf. So zog Moussa Diaby aus über 20 Metern ab, Keeper Trapp musste sich lang machen, konnte ins Toraus klären (55.). Eine Viertelstunde später war es schließlich Amiri, der sich einmal mehr mit großer Willenskraft und hervorragender Ballbehandlung durchs Mittelfeld tankte – und danach auch noch Diaby mustergültig bediente. Der Franzose nahm die Kugel an und schloss trocken ins lange Eck zum 3:1 ab (67.). Die Vorentscheidung? Von wegen! Denn nach einem Tempogegenstoß der Frankfurter brachte Jonathan Tah SGE-Stürmer André Silva kurz vor dem Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Dingert entschied auf Notbremse und schickte den Leverkusener vom Platz (73.). Cheftrainer Bosz brachte Dragovic, nahm dafür Torschütze Alario vom Feld (75.). Auch Kapitän Aránguiz kam noch ins Spiel (81.). Kurz vor Ende war es dann noch einmal Diaby, der erneut sein unnachahmliches Tempo zeigte. Der junge Franzose bekam den Ball in der eigenen Hälfte, sprintete dann bis zum gegnerischen Tor und vollendete zum 4:1-Endstand (87.).

Für die Werkself geht es bereits am Freitag, 15.1.2021 um 20.30 Uhr, mit einem Auswärtsspiel bei Union Berlin weiter. Nächster Gegner im DFB-Pokal ist Anfang Februar Viertligist Rot-Weiss Essen.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (89. Jedvaj), Tah, Tapsoba, Wendell – Demirbay, Baumgartlinger, Amiri (81. Aránguiz) – Bailey, Alario (75. Dragovic), Diaby

Tore: 0:1 Younes (6.), 1:1 Alario (27.), 2:1 Tapsoba (49.), 3:1 Diaby (66.), 4:1 Diaby (87.)

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Samstag, 9. Januar 2021

9.1.2021: 1:1 zu Hause gegen Angstgegner Werder Bremen

Peter Bosz nahm nach der 1:2-Niederlage in Frankfurt zwei Wechsel vor: Sinkgraven und Demirbay starteten für Weiser (Oberschenkelverletzung) und Wirtz (nicht im Kader). Letztgenannter wurde "wegen zuletzt sehr vieler Spiele bewusst herausgenommen, um eine Überbelastung zu vermeiden", ließ der Verein verlauten.

Es entwickelte sich eine erste Hälfte, in der Werder sehr tief stand und Leverkusen viel Ballbesitz bekam (71 Prozent in Durchgang eins). Höhepunkte gab es in Abschnitt eins in der BayArena aber fast keine zu sehen. In der neunten Minute hatte Bailey mal eine gute Chance, traf das Leder aber aus aussichtsreicher Position nicht voll. Die Werkself hatte mit kompakt stehenden Bremern Probleme, offensiv fehlten die Ideen. Deswegen versuchten es Amiri (26.) und Demirbay (32.) auch mal aus der Distanz. Der SVW stand hinten zwar gut, brachte nach vorne aber fast nichts zustande. Einzig Sargent sorgte nach einem Augustinsson-Freistoß für Torgefahr, er kam aber nicht richtig hin (27.). Somit ging es mit dem einzig logischen Ergebnis in die Kabinen: 0:0.

Das gleiche Bild in Hälfte zwei: Bayer hatte mehr Ballbesitz, Bremen verteidigte. Dann aber schlug Werder auf einmal nach einem Standard zu: Augustinssons Freistoß von rechts landete im Strafraum beim völlig freien Toprak, der aus kurzer Distanz vollendete (52.). Es war sein erster Pflichtspieltreffer für Werder - und das ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub, für den er von 2011 bis 2017 aktiv war. Auch in der Folgezeit fiel Bayer nicht wirklich viel ein, da Bremen gut verteidigte sprang bis auf einen Freistoß von Demirbay zunächst nichts heraus (56.). Knifflig wurde es dann in der 70. Minute, als Schick den Ausgleich erzielte, aber Alario zuvor vermeintlich mit dem Arm am Ball war. Schiedsrichter Cortus erkannte den Treffer nicht an. Doch dann schaltete sich der VAR ein und kam nach fast dreiminütiger Überprüfung zu dem Entschluss, dass doch kein Handspiel vorgelegen hatte - 1:1. Anschließend wollten die Hauherren den Sieg, hatten aber wie schon zuvor kaum zündende Ideen. Werder stand nur noch hinten drin, spielte sich bietende Konterchancen schwach aus. Am Ende brachten die Gäste das Remis allerdings über die Zeit und zeigten die geforderte Reaktion nach dem 0:2 gegen Union.

Bayer wartet nun seit drei Spielen auf einen Sieg, kann dabei nur einen Punkt vorweisen und hofft nun am Dienstag (20.45 Uhr) in der zweiten Pokalrunde gegen Eintracht Frankfurt auf ein Erfolgserlebnis. Am Freitag (20.30 Uhr) steht dann das Auswärtsspiel bei Union Berlin an.

Bayer 04: Hradecky – Dragovic, Tah, Tapsoba, Sinkgraven (61. L. Bender) – Demirbay, Baumgartlinger, Amiri – Bailey, Schick, Diaby (61. Alario)

Tore: 0:1 Toprak (52.), 1:1 Schick (70.)

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Samstag, 2. Januar 2021

2.1.2021: 1:2 zum Jahresstart in Frankfurt

Keine Punkte zum Start ins neue Kalenderjahr: Bayer 04 muss sich einen Tag nach Neujahr der Eintracht aus Frankfurt mit 1:2 (1:1) geschlagen geben. Amiri brachte die Werkself per Hackentor in Führung (9.), Younes (22.) und ein Eigentor von Tapsoba (54.) bescherten der SGE die drei Punkte. Für die Werkself war es die erste Liga-Niederlage in der Fremde.

Peter Bosz veränderte seine Anfangsformation im Vergleich zum knappen 1:2 gegen Bayern München kurz vor Weihnachten auf einer Position: Daley Sinkgraven musste wie Wendell aufgrund eines positiven Corona-Testergebnisses aussetzen. Für den Niederländer begann Mitchell Weiser hinten links.

Die Werkself, zum Auftakt ins neue Jahr in ihren silbernen Trikots aufgelaufen, startete in ihrer gewohnten Formation mit einer Vierer-Abwehrreihe und dem Geburtstagskind Julian Baumgartlinger als Defensivpart des Dreier-Mittelfelds. Die Ballkontrolle übernahm wie gewohnt das Team von der Dhünn. Frankfurt machte die Räume in ihrer Defensive eng – doch die spielstarken Gäste fanden bereits nach neun Minuten die Lücke. Youngster Florian Wirtz bediente den einlaufenden Nadiem Amiri per Lupfer, der nahm den Ball gekonnt mit und schob ihn mit dem Rücken zum Tor stehend per Hacke durch die Beine von SGE-Torhüter Kevin Trapp zur Führung ein. Rund fünf Minuten nach dem 1:0 wurde es dann auch erstmals auf der Gegenseite gefährlich: Nach einem langen Pass lief Eintracht-Torjäger André Silva alleine auf Lukas Hradecky zu, Innenverteidiger Edmond Tapsoba konnte den Portugiesen aber noch einholen und klären. In der Folge dominierte Schwarz-Rot zwar erst einmal weiter das Geschehen, erfolgreich waren aber die Hessen: Amin Younes erlief einen Schnittstellenpass von Djibril Sow, blieb vor Hradecky cool und schob den Ball ins linke Eck zum 1:1 ein (22.). Fortan entwickelte sich das Duell zu einem auf Augenhöhe. Die beste Chance im weiteren Verlauf vor der Pause hatte SGE-Torschütze Younes. Der 27-Jährige stand plötzlich 13 Meter vor dem Tor alleine vor Hradecky, geriet aber etwas in Rücklage und setzte den Ball daher am Ende deutlich über die Querlatte (39.). Dann war Pause im Deutsche Bank Park, das Remis nach 45 Minuten leistungsgerecht.

Wie zum Ende des ersten Abschnitts gestaltete sich das Duell auch in den Anfangsminuten des zweiten Durchgangs ausgeglichen. Doch dann waren die Gastgeber ein zweites Mal erfolgreich und hatten das Ergebnis zu ihren Gunsten gedreht: Daichi Kamada wurde auf rechts bedient, lief mit dem Ball einige Meter in Richtung Grundlinie und passte ihn dann wuchtig ins Zentrum. Dort wollte Tapsoba vor Silva klären, schob die Kugel aber ungewollt ins eigene Tor (54.). Da sich die Werkself in der Folge keine Großchancen erspielen konnte, entschied sich Bosz für einen Dreifach-Wechsel: Kerem Demirbay, Karim Bellarabi und Lucas Alario kamen in die Partie. Dafür verließ unter anderem Außenverteidiger Weiser das Feld – Bosz wollte logischerweise die Offensive stärken. Es war jedoch die Eintracht, die erneut erfolgreich hätte sein können, vielleicht sogar müssen: In der 73. Minute stand Kamada frei vor Hradecky, verzog jedoch deutlich; der Japaner hatte den Ball nicht optimal getroffen. Zehn Minuten vor dem Ende fiel dann beinahe das zweite Eigentor des Tages: Der eingewechselte Bellarabi brachte den Ball von rechts rein. SGE-Defensivmann Martin Hinteregger wollte bereinigen, traf dabei das Lattenkreuz. Mehr war nicht mehr drin, sodass Schwarz-Rot nach zuvor zwölf Ligaspielen ohne Niederlage die zweite in Folge hinnehmen musste.

Weiter geht's für Bayer 04 in einer Woche: Das erste Heimduell in 2021 steigt dann am kommenden Samstag, 9.1.2021. Um 15.30 Uhr trifft die Werkself in der BayArena auf Werder Bremen.

Bayer 04: Hradecky – Dragovic, Tah, Tapsoba, Weiser (67. Bellarabi) – Wirtz (67. Demirbay), Baumgartlinger, Amiri – Bailey, Schick, Diaby (67. Alario)

Tore: 0:1 Amiri (9.), 1:1 Younes (22.), 2:1 Tapsoba (54./Eigentor)

Zuschauer: - - -