Sonntag, 10. November 2019

10.11.2019: Verdienter 2:0 Auswärtssieg in Wolfsburg


Nach vier sieglosen Ligaspielen in Folge holte Bayer Leverkusen mal wieder drei Punkte - und das in einem vom Kampf geprägten Spiel gegen den VfL Wolfsburg.
Trainer Peter Bosz schickte dieselbe Elf ins Rennen, die vor wenigen Tagen in der Champions League mit 2:1 gegen Atletico Madrid gewonnen hatte. Spielerisch beschränkte sich die Partie über weite Strecke auf die berühmten Grundtugenden des Fußballs: Lauf- und Zweikampfbereitschaft. Sowohl die Wolfsburger als auch die Leverkusener zeigten sich diesbezüglich auf der Höhe, standen gut und ließen den gegnerischen Abwehrreihen keine Entfaltungsmöglichkeiten. Mit einer Ausnahme (Bellarabi, 6.) herrschte folglich vor den Toren gähnende Langeweile. Das änderte sich jedoch grundlegend nach 25 Minuten, als Volland einen weiten Hradecky-Abschlag per Steilpass zu Bellarabi verlängerte. Der Flügelmann nahm anschließend Fahrt auf, tanzte auf seinem Weg zum Tor gleich vier Mann aus und vollstreckte sicher zum 1:0. Die Führung war nicht unverdient, da Bayer bis dato mehr investiert hatte, allerdings hätte sie dennoch nicht zählen dürfen. Der Grund: Vor Vollands Pass hatte Bellarabi Tisserand klar geschubst und sich so einen unfairen Vorteil verschafft. Schiedsrichter Manuel Gräfe ließ jedoch weiterspielen - und der VAR blieb ebenfalls stumm. Es war nicht die einzige unglückliche Aktion der Unparteiischen in Hälfte eins. Nach 32 Minuten traf Knoche Havertz im eigenen Sechzehner am Knöchel, etwas später stellte sich Wendell seinem Gegenspieler William eindeutig und bewusst in den Weg (38.) - beide Male hätte es Elfmeter geben müssen, beide Male blieb Gräfes Pfeife stumm und beide Male ließ es der VAR auf sich beruhen. So blieb es bei der knappen, aber verdienten Pausenführung der Werkself, die allerdings kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte wechseln müssen: Baumgartlinger kam für Havertz, der sich am hinteren linken Oberschenkel verletzt hatte (42.). Zum Wiederanpfiff gab es dann auch direkt den nächsten Tausch: Diaby kam für Bellarabi.
In Hälfte zwei sah sich Bayer dann mit einem Gegner konfrontiert, der nun viel früher attackierte, noch etwas mehr lief und auf den Ausgleich drängte: Arnold nötigte Hradecky eine Glanzparade ab (51.), während Klaus' Diagonalschuss knapp danebenging (53.). Leverkusen strahlte indes über Konter (Amiri, 57.) Gefahr aus. Danach verflachte die Partie allerdings wieder, die Mannschaften rieben sich weitgehend in zahlreichen Zweikämpfen auf - und kamen in der Folge kaum noch ernsthaft vors gegnerische Tor. Ergo plätscherte die Partie relativ ereignislos vor sich hin. In der Schlussphase wurde es zwar etwas lebhafter und es kam hüben wie drüben zu Abschlüssen. Die Entscheidung fiel letztlich aber buchstäblich in letzter Minute: Hradeckys Abwurf leitete Volland gekonnt weiter in den Lauf des zuvor eingewechselten Paulinho. Der Brasilianer spurtete los, ließ sich nicht mehr lumpen und besorgte den 2:0-Endstand.
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell  – Aránguiz, Demirbay (89. Paulinho) – Bellarabi (46. Diaby), Havertz (42. Baumgartlinger), Amiri – Volland
Tore: 0:1 Bellarabi (25.), 0:2 Paulinho (90.+5)
Zuschauer: 24.112

Mittwoch, 6. November 2019

6.11.2019: 2:1 Heimsieg gegen Atletico Madrid


Bayer 04 hat den ersten Sieg in dieser Champions-League-Saison eingefahren. Den spanischen Spitzenklub Atletico Madrid bezwang die Werkself am Mittwochabend mit 2:1 (1:0). Ein Eigentor von Thomas brachte Leverkusen in Front (41.), Kevin Volland erhöhte nach dem Seitenwechsel (55.). In der Schlussphase musste Bayer 04 nach einer Roten Karte gegen Nadiem Amiri (84.) in Unterzahl agieren und Atletico verkürzte durch Morata auf 2:1 (90.+4).
Für die Werkself gab Charles Aránguiz nach überstandener Verletzung sein Startelf-Comeback, der Chilene rückte für Julian Baumgartlinger ins defensive Mittelfeld. Außerdem kehrte im Vergleich zur Niederlage gegen Mönchengladbach Nadiem Amiri zurück in die Anfangsformation, Lucas Alario musste für ihn auf die Bank.
Die Werkself dominierte gegen den spanischen Spitzenklub das Spielgeschehen und kam früh zu ersten Halbchancen durch Wendell (2., 11.), Kevin Volland (4., 9.) und Karim Bellarabi (14.). Wirklich zwingend wurde es allerdings zunächst nicht - auch weil die Gäste aus Madrid wie gewohnt taktisch enorm diszipliniert agierten und die Räume geschickt verdichteten. Nach vorne kam jedoch wenig von den Spaniern, die der Werkself das Heft des Handelns überließen. Die Konsequenz: 5:0 Torschüsse, über 70 Prozent Ballbesitz und die erste hervorragende Torchance nach 20 Minuten: Nach entschlossener Vorarbeit von Nadiem Amiri kam Kevin Volland aber nicht an Atletico-Schlussmann Oblak vorbei (20.). Doch die Werkself blieb am Drücker und schnürte die Madrilenen in der eigenen Hälfte ein. Allerdings fehlte es bei einigen vielversprechenden Angriffen an der nötigen Präzision oder der zündenden Idee. So wurde es in der Folge eher über Standards gefährlich: Eine scharfe Ecke von Nadiem Amiri verlängerte Atletico-Verteidiger Felipe an die Latte von Oblaks Gehäuse (38.).
Doch die nächste der insgesamt sieben Werkself-Ecken im ersten Durchgang brachte  die verdiente Führung für Bayer 04: Diesmal war es Kerem Demirbay, der den Ball mit enorm viel Schnitt von rechts direkt aufs Tor zog. Oblak klatschte noch so eben vor der Linie ab, doch Charles Aránguiz setzte nach, brachte den Ball von der Grundlinie noch einmal in die Mitte, wo Atleticos Thomas den Ball klären wollte, ihn aber in Stürmermanier im eigenen Tor versenkte - 1:0 für die Werkself (41.). Kuriose Randnotiz: Es war bereits das sechste Eigentor, von dem Bayer 04 in dieser Saison in Pflichtspielen profitierte. Die Führung nahm das Team von Peter Bosz mit in die Pause - auch weil die Defensive um Jonathan Tah und Sven Bender keine einzige klare Torgelegenheit der Madrilenen zuließ.
Das änderte sich nur Sekunde nach Wiederanpfiff: Einen klasse Ball von Saúl Niguez brachte der aufgerückte Renan Lodi aus spitzem Winkel nicht mehr aufs Tor (46.). Ordentlich Nehmerqualitäten bewies dann Charles Aránguiz: Einen Gewaltschuss von Saúl Niguez bekam der Chilene mit voller Wucht an die Schläfe. Angesichts der Kämpferherzes des Südamerikaners aber gar keine allzu große Überraschung, dass sich „Charly“ kurz schüttelte, wieder zurück auf den Platz kehrte - und pünktlich zum zweiten Treffer seiner Farben wieder mittendrin war: Karim Bellarabi fand mit einer Flanke von rechts Kevin Volland im  Strafraum - und was der Werkself-Kapitän dann machte, war ganz große Klasse: Eine Ballannahme mit links, ein satter Abschluss mit rechts, alles aus dem Stand - 2:0 für Schwarz-Rot (55.). Mitchell Weiser hätte beinahe sogar noch weiter erhöht, scheiterte mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze aber an Oblak (58.).
Was war eigentlich mit Lukas Hradecky? Der Finne im Tor der Werkself war in der ersten Stunde der Partie praktisch nicht geprüft worden, erst bei einem Freistoß des eingewechselten Lemar aus gefährlicher Position war er gefordert - und packte gleich bombensicher zu (62.). In den Folgeminuten musste Hradecky auch gegen einen artistischen Abschluss von Correa (63.) sowie einen Kopfball von Saúl Niguez eingreifen (65.). Atletico war - auch dem Rückstand geschuldet - nun deutlich aktiver als noch im ersten Durchgang und stürmte immer weiter nach vorne, prallte jedoch immer wieder an der gut organisierten Werkself-Abwehr oder am dahinter postierten Schlussmann ab: Lemar prüfte Hradecky mit einem Distanzschuss (71.), einen Abschluss des eingewechselten Vitolo aus spitzem Winkel parierte Bayers Nummer 1 mit dem Fuß (74.), Morata stand bei seinem vermeintlichen Anschlusstreffer im Abseits (75.). Bayer 04 nutzte den sich nun bietenden Raum gelegentlich zu Nadelstichen - und blieb bei Eckstößen brandgefährlich: Eine erneut enorm scharfe Ecke von Kerem Demirbay erzwang beinahe das zweite Eigentor der Gäste, doch Oblak kratzte den Ball noch so eben von der Torlinie (77.), eine weitere Demirbay-Ecke köpfte Kai Havertz nur ans Außennetz (83.). Dennoch wurde das Unternehmen erster Saisonsieg in der Champions-League noch einmal ordentlich erschwert: Nach einem heftigen Einsteigen von Nadiem Amiri gegen Arias an der Seitenlinie entschied Schiedsrichter Skomina auf Rot gegen den Mittelfeldmann der Werkself. So wurden die letzten Minuten zu einem echten Kraftakt, zumal der Vierte Offizielle gleich fünf Minuten Nachspielzeit anzeigte. Atletico schnupperte am Anschlusstreffer, Lukas Hradecky parierte einen gefährlich abgefälschten Schuss von Saúl Niguez aufmerksam (90.+1). Doch die Partie lief noch immer, Atletico steckte nicht auf - und verkürzte tatsächlich: Thomas setzte Morata in Szene, der alleine vor Hradecky das 2:1 markierte (90.+4). So wäre es beinahe noch richtig bitter geworden - doch die Werkself konnte sich auf ihren bärenstarken Schlussmann verlassen: In der Schlussminute tauchte Morata urplötzlich nochmal frei vor Hradecky auf, doch der Finne fuhr reflexartig den Fuß aus und hielt mit einer herausragenden Parade den ersten Champions-League-Sieg für die Werkself in dieser Saison fest (90.+5).
In der Champions League hat die Werkself mit drei Punkten nun weiterhin alle Möglichkeiten. Weiter geht es für Bayer 04 am 26.11. (18.55 Uhr) mit dem wichtigen Auswärtsspiel in Moskau weiter, zunächst wartet aber am Sonntag in der Bundesliga der VfL Wolfsburg (15.30 Uhr).
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell (81. Retsos)  – Aránguiz (64. Baumgartlinger), Demirbay – Bellarabi, Havertz (88. Dragovic), Amiri – Volland
Tore: 1:0 Thomas (41., Eigentor), 2:0 Volland (55.), 2:1 Morata (90.+4)
Zuschauer: 28.160

Samstag, 2. November 2019

2.11.2019: 1:2 Heimniederlage gegen M‘Gladbach


Mönchengladbach hat ein kurzweiliges Spiel bei Bayer Leverkusen mit 2:1 gewonnen. Beide Mannschaften legten über die komplette Spieldauer höchstes Tempo an den Tag.
Peter Bosz wechselte nach dem 1:0 im Pokal gegen Paderborn auf drei Positionen: Lars Bender (Faserriss im Oberschenkel), Dragovic und Amiri (beide Bank) wurden durch Sven Bender, Wendell und Demirbay ersetzt.
Abtasten? Leerlauf? Langeweile? Fehlanzeige! Leverkusen und Gladbach legten vom Anpfiff weg hohes Tempo und aggressive Zweikampfführung an den Tag. In den ersten Minuten lag das Momentum bei der Werkself. Bayer, im 4-2-3-1 unterwegs, begann druckvoll und dominant und erspielte sich durch Demirbay (11.) und Volland (13.) erste Torannäherungen. Peu à peu löste sich die Borussia jedoch aus der Umklammerung und wurde ihrerseits griffiger und offensivfreudiger - mit Erfolg: Thuram ließ Wendell auf rechts aussteigen, passte in die Mitte und fand Wendt. 1:0 (18.). Nun ging es hin und her: Beide Teams boten Power-Fußball und suchten stets den Weg in die Spitze. Für einen ganz besonderen Moment sorgte Leverkusens Alario, als er Volland mit einem absoluten Zuckerpass auf die Reise schickte. Der gebürtige Bayer umkurvte den herausgeeilten Sommer und veredelte den Assist - 1:1 (25.). Volland hatte in der Folge Möglichkeiten, die Partie gar zu drehen, (27./31.), dem 27-Jährigen fehlte es aber ebenso sehr an Präzision wie Bellarabi (29.) oder auf der Gegenseite Wendt (34./37.) und Hofmann (37.). Diese legte in der 42. Minute Thuram an den Tag. Der Franzose, von Herrmann schön in Szene gesetzt, drückte die Kugel aus kürzester Distanz über die Linie. Dass es mit 2:1 in die Halbzeitpause ging, hatten die Fohlen Leverkusens Alario zu verdanken. Nach einem Ginter-Aussetzer stand der Argentinier frei vor Sommer, schoss aus 17 Metern aber freistehend vorbei.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie weiterhin äußerst intensiv. Leverkusen machte Druck, wollte den Ausgleich, erspielte sich trotz langer Ballbesitzphasen zunächst jedoch keine nennenswerte Torchancen - im Gegensatz zu Gladbach. Die Fohlen legten nun den Fokus auf das Umschaltspiel und hatten in Person von Neuhaus (56.) und Herrmann (60.) gute Chancen, das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben. Die Werkself machte peu à peu weiter auf. Zwar erspielte sie sich dadurch auch mehr und mehr Möglichkeiten (62./69. Bellarabi, 70. Volland), bot den Gästen aber auch Raum für Konter. Einen solchen hätte Herrmann um ein Haar genutzt, seinem Treffer zum vermeintlichen 3:1 verweigerte Schiedsrichter Daniel Siebert aufgrund einer Abseitsstellung jedoch die Anerkennung (76.).

Auch in den Schlussminuten legte die Bosz-Elf große Moral an den Tag, Gladbach stand allerdings zu gefestigt, als dass die Werkself dem Tor von Keeper Sommer noch gefährlich werden hätte können. Sekunden vor Spielende sorgte Bailey noch für Negativschlagzeilen: Nach einem Foul von Herrmann trat der Jamaikaner nach. Siebert entschied zunächst auf Gelb, nach Einspruch des Video-Assistenten zückte der Referee aber die Rote Karte (90.+6).
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell (69. Wendell) – Baumgartlinger (46. Aranguiz), Demirbay (73.Amiri) – Havertz, Bellarabi, Alario, Volland
Tore: 0:1 Wendt (18.), 1:1 Volland (25.), 1:2 Thuram (42.)
Zuschauer: 30.210

Dienstag, 29. Oktober 2019

29.10.2019: Einzug in 3. Runde des Pokals nach 1:0 Heimsieg gegen Paderborn


Einer musste passen, einer kam zurück: Drei Tage nach dem Samstagabendspiel gegen Werder Bremen konnte Peter Bosz wieder auf Kai Havertz setzen, der zuletzt krankheitsbedingt fehlte, nun aber wieder mit von der Partie sein konnte und Kerem Demirbay in der Mittelfeldzentrale ersetzte. Sven Bender hingegen, der sich gegen Bremen am Sprunggelenk verletzt hatte, saß zu Beginn nur auf der Bank, für ihn verteidigte Aleksandar Dragovic.
Ansonsten begannen die gleichen Spieler wie am Samstag und folgerichtig machte die Werkself genau da weiter, wo sie gegen die Bremer aufgehört hatten: mit Vollgasfußball. Nach einem herausragenden Spielzug über Kai Havertz, Lucas Alario und Karim Bellarabi scheiterte Kevin Volland aus kurzer Distanz am stark reagierenden SCP-Schlussmann Huth (3.). Die Zuschauer in der BayArena, nach rund eineinhalb Jahren mal wieder Austragungsort eines Pokalspiels, fühlten sich schnell an den Bundesliga-Auftakt zwischen den beiden Teams erinnert, denn auch Paderborn versteckte sich keineswegs und suchte sofort den Weg nach vorne. Die Konsequenz: Keinerlei Abtasten, es entwickelte sich bereits in den ersten Minuten ein munteres Rauf und Runter. Antwi-Adjei setzte den Ball nach einem beherzten Solo nur knapp neben das Bayer-Tor (4.), im Gegenzug kam erneut Volland nicht an Huth vorbei (5.). Erst danach kühlte die Partie passend zu den Außentemperaturen etwas ab. Zwar versuchten beide Teams, schnell das Mittelfeld zu überbrücken, doch gefährlich wurde es erst wieder bei einer Direktabnahme von Karim Bellarabi in die Arme von Huth (22.). Daraufhin erhöhte Bayer 04 kurz die Schlagzahl - und schon klingelte es: Eine Flanke von Mitchell Weiser beförderte Karim Bellarabi etwas glücklich zu Lucas Alario, der eindrucksvoll seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte, den Ball klasse mitnahm und den Ball wuchtig ins rechte Eck hämmerte (25.). Ein klasse Abschluss - wenn auch dadurch begünstigt, dass der argentinische Werkself-Stürmer wohl knapp im Abseits stand. Der frohen Botschaft folgte dann aber die Hiobsbotschaft: Kapitän Lars Bender konnte nach einer halben Stunde verletzungsbedingt nicht weitermachen, für ihn kam Panagiotis Retsos zu seinem Comeback: Nach elf Monaten mit zahlreichen Verletzungen und ohne Pflichtspieleinsatz stand der Grieche wieder auf dem Platz und lieferte im Defensivverbund direkt eine gute Leistung ab. Die Werkself blieb jedenfalls auch ohne ihren Spielführer am Drücker – und hätte beinahe ein Zauber-Tor zelebriert: Am Ende einer One-Touch-Kombination spielte Nadiem Amiri einen Lupfer-Pass an den Strafraum, den Lucas Alario per Kopf perfekt in den Lauf von Kai Havertz verlängerte. Der deutsche Nationalspieler versuchte es mit einem Heber, brachte den Ball aber nicht über den aufmerksamen Huth (39.). Ganz klar: Diese Kombination hätte ein Tor verdient gehabt. Die letzte Gelegenheit vor dem Pausenpfiff gehörte aber noch einmal den Gästen: Oliveira Souza setzte die Kugel nach einem Konter rechts vorbei (40.).
Die erste Möglichkeit nach Wiederbeginn ging hingegen aufs Konto der Werkself: Nach einem tollen Spielzug über Kai Havertz und Karim Bellarabi brachte Kilian noch entscheidend den Fuß an den Ball und sorgte dafür, dass Lucas Alario den Ball nicht mehr kontrolliert aufs Tor bringen konnte (47.). Bayer 04  blieb weiter spielbestimmend, ging aber in letzter Konsequenz teilweise zu fahrig zu Werke: Ein vielversprechender Konter in Überzahl wurde nicht optimal zu Ende gespielt, letztlich schoss der erneut umtriebige Karim Bellarabi am Ziel vorbei (56.). Die Ostwestfalen folgten hingegen weiter ihrer Spielphilosophie, verteidigten hoch und setzten über ihre schnellen Angreifer immer wieder Nadelstiche: Ein Distanzschuss von Antwi-Adjei wurde noch gefährlich abgefälscht und flog knapp über das Leverkusener Gehäuse (57.), Nadiem Amiri blockte mit klasse Einsatz einen gefährlichen Abschluss von Oliveira Souza (68.), der kurze Zeit später Lukas Hradecky mit einem Distanzhammer prüfte (73.). Mit fortschreitender Spieldauer wurden die Gäste immer forscher und drängten in der Schlussphase auf den Ausgleich. Lukas Hradecky vereitelte zunächst gegen den eingewechselten Holtmann (79.) und zeigte Augenblicke später seine ganze Klasse: Nach einem schnellen Paderborner Angriff war Mamba plötzlich durch und alleine vor dem Finnen im Kasten der Werkself. Der machte sich groß und wehrte mit dem Fuß ab (80.). Eine exzellente Rettungstat des Schlussmanns, der auch den letzten Abschluss der nimmermüde anrennenden Paderborner durch Sabiri unter sich begrub (88.) und den Einzug ins Achtelfinale (4. und 5. Februar 2020) festhielt.
Auf wen Bayer 04 dort trifft, wird am Sonntag, 3.11.2019, ausgelost. Tags zuvor empfängt die Werkself in der Bundesliga Tabellenführer Borussia Mönchengladbach.
Bayer 04: Hradecky – L. Bender (31. Retsos), Tah, Dragovic – Baumgartlinger  – Bellarabi, Havertz, Amiri (71. Demirbay), Weiser- Alario, Volland (82. Paulinho)
Tore: 1:0 Alario (25.)
Zuschauer:  15.410

Samstag, 26. Oktober 2019

26.10.2019: Wildes 2:2 zu Hause gegen Bremen


Bayer 04 Leverkusen wartet nun schon seit fünf Pflichtspielen auf einen Sieg. Beim Heimspiel gegen Werder Bremen war die Werkself zwar die insgesamt klar überlegene Mannschaft, kam aber letztlich nur zu einem 2:2.
Peter Boszbaute seine Startelf auf einer Stelle gezwungenermaßen um: Havertz fiel kurzfristig krank aus, Stürmer Alario rückte rein. Die Defensive der Norddeutschen hatte im Verlauf der ersten 45 Minuten ihre Probleme: Eigene Fehlpässe und teils schwache Zweikampfführung setzten dem SVW dabei genauso zu wie der agile Flügelspieler Bellarabi oder Alario im Zusammenspiel mit Volland im Sturm. Das sorgte zugleich für eine frühe, unglückliche Quittung: Nach einem Demirbay-Eckstoß durfte Alario den Ball verlängern - und im Zentrum wollte Toprak vor Sven Bender klären, schoss die Kugel aber aus nächster Nähe ins eigene Gehäuse (4.). In der Folge bekam die Werkself minutenlang ein deutliches Übergewicht gegen lange Zeit zu passive Gäste, die zirka erst ab Minute 20 mal aktiv pressten. Das sollte Früchte tragen, weil sich auch immer wieder Fehler bei Leverkusen einschleichen sollten - und in Minute 40 zum glücklichen Ausgleich führten. Rashica vernaschte Baumgartlinger mit einer einfachen Bewegung, zog einfach aus der Distanz ab und traf in hohem Bogen zum 1:1. Abwehrmann Dragovic, für den verletzten Sven Bender gekommen, fälschte die Kugel dabei unhaltbar ab. Am Ende blieb es beim Unentschieden zur Pause, was insgesamt für ein doch recht harmloses Bremen schmeichelhaft war. Allerdings hatte sich auch Leverkusen nicht vollends mit Ruhm bekleckert, nicht alles lief rund.
Bremen erwischte direkt nach Wiederbeginn den besseren Start, handelte deutlich selbstbewusster und kam außerdem schnell zum 2:1. Sargent ließ rechts im Strafraum einen Gegenspieler stehen und legte zurück zu Klaassen. Der Niederländer zog sofort ab und hatte Glück, dass sein Schuss noch minimal von Lars Bender abgefälscht wurde (48.). Das Tor verlieh den Hanseaten etwas Auftrieb und sorgte dafür, dass sich Leverkusen ordnen musste. Bayer meldete sich aber in der Folge wieder zurück - und profitierte dabei abermals davon, dass Bellarabi auf der rechten Seite mit Friedl Katz' und Maus spielte. Der Flügelspieler vernaschte den Linksverteidiger zum wiederholten Male und fand Alario mit seinem Querpass. Der Zielspieler musste aus nächster Nähe nur noch zum 2:2 einschieben (58.). Nur zwei Minuten später ließ außerdem Dragovic nach abermaliger Bellarabi-Flanke das 3:2 aus, ehe Alario die Latte anköpfte (67.) und Dragovic vergab (67.). Ganz klar: Das 3:2 für die Werkself lag in dieser Phase mehr und mehr in der Luft, weil auch die Werderaner gerade bei hohen Zuspielen schwach verteidigten. Es sollte aber kein Treffer mehr fallen, obwohl es noch zwei Szenen gab: Alario traf nach Vorlage von Volland, allerdings war Amiri kurz vorher in der Entstehung nach Toprak-Klärung mit der Hand am Ball. Nach Videobeweis wurde der Treffer zu Recht zurückgenommen. Und auf der anderen Seiten hatte Joker Goller die Hand von Amiri im Strafraum angeschossen. Auch das wurde gecheckt, aber nicht auf den Punkt gezeigt.
Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Weiser, Tah, S. Bender (24. Dragovic) – Baumgartlinger (89. Pohjanpalo), Demirbay (62. Paulinho) – Bellarabi, Amiri, Alario, Volland
Tore: 1:0 Eigentor Toprak (4.), 1:1 Rashica (40.) 1:2 Klaassen (48.), 2:2 Alario (58.)
Zuschauer: 30.210