Samstag, 21. November 2020

21.11.2020: 2:1 Sieg in Bielefeld

Die Werkself dominierte in einer unter dem Strich chancenarmen Partie, in der Bielefeld keinen einzigen Torschuss abfeuerte. Dank eines kuriosen Eigentors durfte die Neuhaus-Elf aber zumindest einmal jubeln.

Peter Bosz musste schweren Herzens auf Tapsoba, seinen besten Abwehr- und Aufbauspieler, verzichten, der sich beim Nationalteam Burkina Fasos eine COVID-19-Infektion eingefangen hat. Stattdessen spielte Tah an der Seite von Sven Bender in der Innenverteidigung. Außerdem kehrte Sinkgraven nach seiner Schonpause beim 4:3-Sieg gegen Gladbach auf die linke Position in der Viererkette zurück, verdrängte Wendell wieder auf die Bank. Schick, Bayers Königstransfer des Sommers, nahm nach überstandenem Faserriss zunächst an der Seitenlinie Platz. An Alario, der als erster Leverkusener überhaupt einen Doppelpack in drei Spielen am Stück erzielt hatte, führte kein Weg vorbei.

In einer taktisch geprägten Partie hatten die Gäste aus dem Rheinland die Ballhoheit (70 Prozent) und gestalteten das Spielgeschehen. Allerdings brachte die Bosz-Elf gegen eine defensiv bedachte Arminia offensiv nicht viele zwingende Aktionen zustande. Es dauerte bis zur 15. Minute, ehe Leverkusen in Person von Diaby den ersten Warnschuss abgab. Bielefeld machte die Räume eng und ließ die Werkself kaum in die Gefahrenzone eindringen. In der 27. Minute brach Bailey nach einem Doppelpass mit Wirtz aber durch und nagelte das Spielgerät aus sieben Metern in der kurzen Ecke unter die Latte. Nur drei Minuten später hätte die verdiente Leverkusener Führung bereits Geschichte sein können, doch der Unparteiische Dr. Felix Brych verwehrte Doan, dem von Sinkgraven an der Strafraumkante ein Bein gestellt wurde, einen potenziellen Strafstoß. Der VAR sah keinen Anlass, um einzugreifen. Strittige Entscheidung. Insgesamt hatten die Ostwestfalen aber wieder mit den altbekannten Problemen zu kämpfen, konnten über die gesamte erste Hälfte keine Gefahr entfachen und sind somit weiterhin das einzige Bundesliga-Team ohne einen Treffer in den ersten 45 Minuten.

Bayer startete mit einem Bender weniger in den zweiten Durchgang, weil Lars nach einem Pferdekuss in der Kabine blieb - Weiser kam. Etwas weniger als eine Minute nach dem Seitenwechsel ging Bruder Sven nach Kontakt von Klos mit schmerzverzerrtem Gesicht an der Seitenlinie zu Boden und kehrte nach der Behandlungspause nicht mehr auf den Platz zurück, Dragovic kam in der 50. Minute. Plötzlich, quasi aus dem Nichts, bejubelten die Bielefelder den Ausgleich - ohne einen Torschuss abgefeuert zu haben. Ein Rückpass von Sinkgraven rutschte Hradecky über das Standbein, weshalb er beim Abschlag ein Luftloch schlug. Die Kugel kullerte indes über die Linie (47.). Leverkusen machte der dreifache Rückschlag sichtlich zu schaffen, das Spiel wurde etwas offener und ruppiger - hatte aber nach wie vor kaum Hochkaräter zu bieten. Mit der Zeit ging bei Bielefeld und Leverkusen die spielerische Linie etwas verloren, bis zur Schlussphase zeigte sich eine sehr zerfahrene Partie. Zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit startete die Werkself aber einen Sturmlauf, der letztlich auch noch mit einem Treffer belohnt wurde. Ersatz-Innenverteidiger Dragovic stand inmitten des Strafraums goldrichtig und verwandelte einen Nachschuss in Mittelstürmer-Manier zum 2:1-Endstand (88.). Die Szene wurde aufgrund einer abseitsverdächtigen Position noch einmal überprüft, aber für regelkonform befunden. Bielefeld hatte lange den ersten Punktgewinn seit dem 2. Spieltag vor Augen, doch letztlich kassierte die Elf von Uwe Neuhaus die sechste Pleite in Serie. Die schwächste Offensive der Liga wusste erneut nicht zu überzeugen, blieb zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. Das einzige Tor war ein Gastgeschenk der Rheinländer, die sich erstmals seit dem 27.11.1999 auf der Alm durchgesetzt haben, dadurch den fünften Erfolg am Stück feierten und in der Bundesliga nach wie vor ungeschlagen sind.

Bayer muss jetzt am Donnerstag wieder auf der internationalen Bühne liefern, empfängt Hapoel Beer Sheva aus Israel (21 Uhr). In der Bundesliga geht es für die Werkself am Sonntag gegen Hertha BSC weiter (15.30 Uhr).

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (46. Weiser), Tah, S. Bender (50. Dragovic), Sinkgraven – Baumgartlinger, Wirtz, Amiri (80. Demirbay), Bailey, Diaby (80. Bellarabi) – Alario (68. Schick)

Tore: 0:1 Bailey (27.), 1:1 Eigentor Hradecky (47.), 1:2 Dragovic (88.)

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Sonntag, 8. November 2020

8.11.2020: Verdienter 4:3 Heimsieg gegen M’Gladbach

Peter Bosz rotierte nach dem 4:2 bei Hapoel Beer Sheva in der Europa League am Donnerstag gleich fünfmal: Statt Jedvaj, Tah, Dragovic, Demirbay und Palacios (alle Bank) begannen Lars und Sven Bender, Tapsoba, Baumgartlinger und Diaby.

In einer mit offenem Visier geführten Partie hatte Bayer nur in der Anfangsphase Feldvorteile und setzte die Fohlenelf mit hohem Pressing unter Druck. Bailey verzog früh nur knapp (2.), Alario wurde gerade noch geblockt (13.). Auf der anderen Seite gab es bei der ersten gefährlichen Angriffsaktion des VfL nach Foul von Hradecky an Embolo Strafstoß. Stindl verwandelte in die Tormitte (18.). Von nun an ging es hin und her. Nach einem Konter über Diaby traf Alario sehenswert im hohen Bogen über Sommer hinweg zum Ausgleich (27.). Doch der VfL schlug sofort zurück - mittels eines kniffligen Treffers: Der in Abseitsposition angespielte Stindl überwand in der 30. Minute Hradecky zu seinem zweiten Tor. Wirtz und Thuram waren in der Entstehung beide am Ball gewesen. Laut VAR Bibiana Steinhaus kam die Kugel wohl von Wirtz - der Treffer zählte. Wenig später hätte der VfL beinahe erneut jubeln können, doch nach Hradecky-Abwehr eines Embolo-Schusses scheiterte Bensebaini an der Unterkante der Querlatte (34.). Es folgte stattdessen das 2:2 auf der Gegenseite. Nach gefühlvoller Wirtz-Flanke köpfte Alario gegen den zu spät aus dem Tor gekommenen Sommer sowie Elvedi zum 2:2 ein (41.). Der Schlusspunkte einer turbulenten und unterhaltsamen ersten Hälfte war eine gute Chance für Thuram im Fünfmeterraum der Werkself, die Hradecky gerade noch entschärfte (43.).

Nach dem Seitenwechsel war zunächst Bayer erneut besser im Spiel. Bailey verzog vom Strafraumrand nur knapp. Insgesamt passierte in der zweiten Hälfte etwas weniger als noch in den ersten 45 Minuten. Vor allem von den Gladbachern kam in der Offensive nun weniger - bis in die 67. Minute: Denn nach einem Angriff rettete Hradecky zunächst gegen Stindls Versuch erst knapp vor der Torlinie. Den Nachschuss setzte Wolf aus bester Position deutlich über das Tor (67.). Fast im direkten Gegenzug fiel die Führung für die Werkself: Nach Vorarbeit von Wirtz und Diaby traf Bailey aus sehr spitzem Winkel unter Sommer hindurch zum 3:2 (68.). Statt einer erneuten Wende in der Partie blieb aber Bayer anschließend das gefährlichere Team. Ein von Elvedi tückisch abgefälschter Schuss von Amiri verfehlte das Tor noch hauchdünn (81.). Im Anschluss an den fälligen Eckball erzielte jedoch Baumgartlinger nach Pass von Amiri freistehend das 4:2 (82.). Die Krönung einer rasanten und abwechslungsreichen Partie war der Treffer von Joker Lazaro in der Nachspielzeit (90.+4), der seitlich in der Luft volley mit dem Absatz genau ins Toreck traf. Die Niederlage konnte der Österreicher mit seinem Traumtor indes nicht mehr verhindern.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (85. Dragovic), Tapsoba, S. Bender, Sinkgraven – Baumgartlinger, Wirtz, Amiri, Bailey, Diaby – Alario (80. Bellarabi)

Tore: 0:1 Stindl (18., FE), 1:1 Alario (27.), 1:2 Stindl (31.), 2:2Alario (41.). 3:2 Bailey (68.), 4:2 Baumgartlinger (82.), 4:3 Lazaro (90.+4))

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Donnerstag, 5. November 2020

5.11.2020: Wieder 4:2- Werkself kommt auch bei Beer Sheva zurück

In Wochen mit sehr viel Belastung nahm Werkself-Coach Peter Bosz erneut einige Änderungen an seiner Startformation vor. Unter anderem tauschte er wieder die gesamte Viererkette aus, es spielte die Kombination aus dem Spiel gegen Prag, sprich: Tin Jedvaj, Jonathan Tah (diesmal als Kapitän), Aleksandar Dragovic und Wendell kamen für Lars und Sven Bender, Edmond Tapsoba und Daley Sinkgraven in die Formation. Außerdem spielten im Vergleich zum Auswärtssieg in Freiburg Exequiel Palacios und Kerem Demirbay anstelle von Julian Baumgartlinger und Moussa Diaby.

Palacios und Demirbay gaben die Doppelsechs in einem 4-2-3-1-System, Nadiem Amiri übernahm die linke Außenbahn und Florian Wirtz spielte auf der Zehn. Auf dieser zentralen Position fügte sich der Werkself-Youngster sofort exzellent ein, mit einem blitzgescheiten Pass setzte er Leon Bailey in Szene - und der Jamaikaner zog rechts im Strafraum sofort volley ab. Hapoel-Keeper Levita war zwar noch mit dem Fuß dran, doch die Kugel senkte sich in hohem Bogen ins Tor der Hausherren (5.). Bayer 04 hatte eigentlich alles unter Kontrolle, ließ Ball und Gegner in der Anfangsphase geschickt laufen. Quasi aus dem Nichts kamen die Gastgeber aber mit ihrem ersten Angriff direkt zum Ausgleich: Beer Sheva profitierte von einem Leverkusener Fehler im Aufbauspiel und konterte schnell. Der Ball kam links zu Acolatse, der mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck traf (11.). Mit der Führung im Rücken wurden die Israelis deutlich sicherer und fanden immer besser in die Partie. Spielbestimmend blieb allerdings die Werkself, die nach einem weiteren Zauberpass von Wirtz zur großen Chance auf die erneute Führung kam, der durchgebrochene Amiri blieb nach dem herrlichen Zuspiel des 17-Jährigen aber an Levita hängen (20.). Stattdessen führte kurz darauf plötzlich der Gegner: Acolatse legte den Ball auf der rechten Außenbahn zunächst mit der Hacke vorbei an Dragovic, zog dann in die Mitte und ließ erst Tah und dann Lukas Hradecky aussteigen, ehe er die Kugel zum 2:1 ins Werkself-Tor schob (25.). Bei allem Ärger über den Rückstand musste man anerkennen: eine überragende Einzelaktion des Niederländers. Das machte die Aufgabe für Bayer 04 natürlich alles andere als einfach. Beer Sheva stand nun tief, verdichtete die Räume geschickt und wurde über den pfeilschnellen Acolatse immer wieder nach Kontern gefährlich. Nachdem der Doppel-Torschütze erneut durchbrach, rettete Wendell im letzten Moment (36.). Die Werkself musste sich also wie bereits in Freiburg zurückbeißen in die Partie und nahm den Kampf voll an. Ein gefährlicher Schuss von Palacios wurde noch abgefälscht, nach der folgenden Ecke glich Bayer 04 dann aber aus: Nach der stark getretenen Hereingabe von Amiri kam Jedvaj wuchtig zum Kopfball. Levita parierte prächtig, doch vom Schlussmann prallte die Kugel an den Kopf von Verteidiger Dadia und von dort zum 2:2-Halbzeitstand in die Maschen (39.).

Zur Halbzeit entschied sich Peter Bosz für eine Umstellung. Diaby kam für Lucas Alario, Bailey rückte in die Sturmspitze. Der Jamaikaner hatte in neuer Rolle gleich die erste Möglichkeit des zweiten Durchgangs, scheiterte mit einem harten Schuss aus spitzem Winkel aber an Levita (48.). Das Angriffsspiel der Werkself wurde nun immer strukturierter, ein blitzsauberer Spielzug führte zur nächsten Großchance: Nach einem tollen Steilpass von Demirbay fand Wirtz mit seiner punktgenauen Flanke Palacios, der den Ball aber in die Arme von Levita köpfte. Wenige Sekunden später war Beer Shevas Keeper auch gegen einen Diaby-Schlenzer auf dem Posten (56.). Der Druck der Werkself wurde nun immer größer. Bailey hatte den nächsten Hochkaräter, traf den Ball freistehend beim Kopfball aber nicht (59.), weitere Abschlüsse von Amiri (68.) und Palacios (73.) segelten über die Latte. Der erneute Führungstreffer lag nun in der Luft - und er fiel verdientermaßen: Demirbay chippte den Ball aus dem Halbfeld perfekt in den freien Raum zwischen Innenverteidigung und Torwart, wo Bailey die Kugel vor Levita erreichte und zum 3:2 für Bayer 04 einköpfte (75.). Der Doppel-Torschütze wurde in dieser Aktion noch heftig von Beer Shevas Keeper abgeräumt und konnte seinen Treffer gar nicht richtig feiern, schließlich ging es aber weiter für den Jamaikaner. In der Schlussphase ergoss sich ein heftiger Regenschauer über dem Stadion Ha Moshava. Die Werkself musste neben dem Wasser von oben auch noch gegen eine letzte Angriffswelle der Hausherren ankämpfen: Nach einer Ecke köpfte der eingewechselte Shviro an die Latte (86.). Fast im Gegenzug machte Bayer 04 dann aber den Deckel drauf: Diaby spielte über die rechte Außenbahn eindrucksvoll sein Tempo aus, trat mit Highspeed an und legt die Kugel dann mustergültig in den Rücken der Abwehr. Dort nahm Florian Wirtz den Kopf nach oben und schoss ganz präzise und überlegt zum 4:2 ein (88.). Es sollte der Endstand sein, da Beer Sheva die letzte Möglichkeit der Partie durch Bareiro (90.+2) ungenutzt ließ.

Nach dem Spiel in Freiburg war es bereits das zweite 4:2 in Folge für die Werkself, die nun in der Europa League punktgleich mit Slavia Prag an der Spitze liegt. Die Tschechen gewannen ihr Parallelspiel gegen Nizza mit 3:2. Vor der Länderspielpause hat Bayer 04 nun noch ein Spiel zu absolvieren: Am Sonntag, 8.11.2020, gastiert Borussia Mönchengladbach in der BayArena.

Bayer 04: Hradecky – Jedvaj (62. L. Bender), Tah, Dragovic, Wendell - Palacios, Demirbay - Bailey, Wirtz, Amiri - Alario (46. Diaby)

Tore: 0:1 Bailey (5.), 1:1 Acolatse (11.), 2:1 Acolatse (25.), 2:2 Dadia (39., Eigentor), 2:3 Bailey (75.), 2:4 Wirtz (88.)

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Sonntag, 1. November 2020

1.11.2020: Verdienter 4:2 Sieg in Freiburg

Bayer bleibt in der Liga weiter ungeschlagen, musste allerdings beim 4:2 auch ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen. Peter Bosz brachte im Vergleich zum 0:1 bei Slavia Prag in der Europa League, der ersten Saisonniederlage der Werkself, sechs Neue ins Feld: Lars und Sven Bender sowie Tapsoba, Sinkgraven, Amiri und Bailey waren neu dabei. Jedvaj, Tah, Dragovic, Wendell, Demirbay und Bellarabi rotierten allesamt auf die Bank.

Freiburgs personelle Überlegungen zahlten sich unmittelbar nach Anpfiff schon aus: Über Schmid und Kübler wurde Höler gekonnt freigespielt. Der 26-Jährige ergriff die Chance gleich beim Schopf, überwand Bayer-Schlussmann Hradecky mit einem Außenristschuss ins lange Eck und machte den Traumstart perfekt (3.). Das Tor spielte den Breisgauern selbstverständlich in die Karten: Der SC zog sich etwas zurück, machte die Räume dicht und Bayer das Leben schwer. Der Werksclub hatte zwar mehr Spielanteile, zwingend wurde er aber nicht. Das Spiel der Gäste war über weite Teile zu behäbig und berechenbar. Die Leverkusener hatten vor allem Mühe, ihr schnelles Flügelspiel über Diaby und Bailey durchzuziehen und konnten keineswegs zufrieden sein. In der 22. Minute sah dann Sven Bender wegen einer vermeintlichen Notbremse an Höler auch noch glatt Rot. Weil sich aber der VAR meldete und sich Schiedsrichter Benjamin Cortus die Szene in der Review Area selbst noch einmal ansah, wurde aus Rot zu Recht Gelb (24.). Die Szene wirkte wie ein Wendepunkt im Spiel, denn auf einmal kippte die Partie zugunsten der Rheinländer: Nachdem Bailey in der 29. Minute Müller geprüft und damit die erste nennenswerte Chance der Gäste verzeichnet hatte, patzte Höfler böse: Der 30-Jährige leistete sich einen schweren Fehlpass, den Alario handlungsschnell bestrafte und auf 1:1 stellte (29.). Nur vier Minuten später musste Hradecky wiederum all sein Können aufbieten, um einen Grifo-Kopfball zu entschärfen und so den neuerlichen Rückstand zu verhindern (33.). Damit nicht genug, denn kurz darauf verlor Höfler am eigenen Strafraum gegen Wirtz den Ball. Über Lars Bender fand das Leder schließlich den Weg zu Alario, der aus kurzer Distanz seinen Doppelpack perfekt machte und damit auch für die Wende sorgte (42.) - der Schlusspunkt einer seltsamen ersten Hälfte, die wenig Chancen zu bieten hatte, in der aber dennoch drei Tore fielen.

Die Partie gönnte sich auch nach dem Seitenwechsel immer wieder Ruhephasen, in denen nicht wirklich viel passierte. Allerdings waren die Rollen nun vertauscht: Bayer ließ nun den Gegner kommen und lauerte auf Konter. Nur eine Minute nachdem Streich mit der Einwechslung von Petersen für Kübler das Risiko erhöht hatte, schlug es im Freiburger Kasten ein - und wieder war ein Fehler von Höfler ausschlaggebend: Wirtz bediente Amiri, der Santamaria austanzte und gekonnt aus der Distanz in den linken Winkel traf (64.). Die Vorentscheidung? Noch lange nicht. Freiburg schaffte nämlich den schnellen Anschluss - und auch der konnte sich sehen lassen: Grifo flankte prima von rechts an den zweiten Pfosten zu Petersen, der abzog - Lars Benders vergebliche Rettungstat missglückte (72.). Spannung kam aber nur kurzfristig auf, denn Bayer antwortete postwendend: Tah schraubte sich bei einer Ecke im Zentrum hoch und zog mit seinem Kopfball zum 4:2 den Breisgauern letztlich den Nerv (76.). Der SC blieb zwar bis zum Schluss bemüht, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden - die Streich-Elf wartet somit seit fünf Partien auf einen Sieg.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tapsoba, S. Bender (64. Tah), Sinkgraven – Baumgartlinger (65. Demirbay), Wirtz, Amiri, Bailey, Diaby (79. Bellarabi) – Alario (89. Palacios)

Tore: 1:0 Höler (3.), 1:1 Alario (29.), 1:2 Alario (42.), 1:3Amiri (64.). 2:3 Petersen (72.), 2:4 Tah (78.)

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Donnerstag, 29. Oktober 2020

29.10.2020: Unterzahl-Niederlage mit 1:0 in Slavia Prag

Bayer 04 Leverkusen hat die erste Pflichtspielniederlage in dieser Saison hinnehmen müssen. Das Europa-League-Spiel bei Slavia Prag verloren die Rheinländer nach langer Zeit in Unterzahl mit 0:1. Ein früher Platzverweis gegen Bellarabi änderte die Statik des Spiels, das die Tschechen letztlich spät durch eine Standardsituation entschieden.

Peter Bosz baute - auch aufgrund der kurzen Regenerationszeit von nur zwei Tagen nach dem 3:1-Heimsieg gegen den FC Augsburg - sein Team auf gleich sieben Positionen um: Lars Bender (Schädelprellung), Palacios (Krankheit) sowie Sven Bender, Tapsoba, Sinkgraven, Amiri und Bailey (alle Bank) rotierten raus, dafür kamen Jedvaj (erstmals nach Leih-Rückkehr), Dragovic, Tah, Wendell, Demirbay, Wirtz und Bellarabi neu in die Elf.

Letztgenannter hatte früh im Spiel die erste Möglichkeit, Bellarabi schoss nach einem schweren Patzer von Prags Keeper Kolar aber rechts vorbei (3.). Ansonsten ließen die Tschechen allerdings zunächst wenig zu, erwartete Leverkusen tief in der eigenen Hälfte und nahm vor allem Demirbay permanent in Manndeckung. So tat sich in der Folge recht wenig - bis erneut Bellarabi im Fokus stand: Bei einem Slavia-Konter holte der Außenbahnspieler Provod per Grätsche von den Beinen, Schiedsrichter Collum stellte den Flügelstürmer zum Unverständnis der Leverkusener mit einer glatten Roten Karte vom Platz - eine harte Entscheidung (22.). Bayer 04 musste in der Folge über 70 Minuten in Unterzahl agieren - und das Spielgeschehen der Anfangsphase kehrte sich quasi um. Nun stand Leverkusen zum großen Teil mit allen Spielern in der eigenen Hälfte, Prag wusste mit dem vielen Ballbesitz allerdings nichts anzufangen und verzeichnete im ersten Durchgang nur einen ernstzunehmenden Abschluss durch Holes (43.). Gefährlicher wurde Leverkusen kurz zuvor bei einem der wenigen Entlastungsangriffe: Kolar entschärfte einen Freistoß von Demirbay (40.).

Zur Pause wechselten beide Trainer der Spielstatik entsprechend: Trpisovsky brachte mit Musa für Lingr einen echten Stürmer, den Prag zuvor nicht auf dem Feld gehabt hatte - und Bosz nahm seinen Mittelstürmer Alario vom Platz und wechselte mit Bailey Tempo für Konter ein. Prag erhöhte nun den Druck, Tah rettete kurz nach Wiederbeginn exzellent gegen Zima (47.). Im vorderen Drittel taten sich die Tschechen zwar weiterhin schwer, kamen dann aber zur großen Chance auf den Führungstreffer: Ein abgefälschter Distanzschuss fiel in den Lauf des eingewechselten Olayinka. Hradecky verschätzte sich und holte den Joker klar von den Beinen - Elfmeter für Prag. Doch Hradecky machte seinen Fehler wieder gut, parierte den Strafstoß des ebenfalls eingewechselten Stanciu und auch den folgenden Nachschuss stark (65.). Leverkusen fand indes offensiv gar nicht mehr statt, Prag agierte zwar weiterhin ideenlos, erhöhte aber vor allem durch die Hereinnahmen von Olayinka und Stanciu etwas die Schlagzahl. Die beiden Joker zeigten sich auch für den letztlich entscheidenden Treffer verantwortlich: Hradecky konnte Stancius starken Distanzschuss zwar noch parieren (79.), mit der folgenden Ecke fand Stanciu dann aber Olayinka, der einen Schritt schneller war als Dragovic und im Flug ins lange Eck köpfte (80.). Die zehn Leverkusener warfen daraufhin in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne - und hätten sich beinahe noch für einen starken Kampf in Unterzahl belohnt. Nach einem gefühlvollen Ball von Demirbay beförderte der eingewechselte Amiri die Kugel aber aus kurzer Distanz am Tor vorbei (89.) - die erste Pflichtspielniederlage für Leverkusen in dieser Saison war perfekt.

Bayer 04: Hradecky – Wendell, Dragovic, Tah, Jedvaj – Baumgartlinger, Wirtz (67. Amiri), Demirbay, Bellarabi, Diaby – Alario (46. Bailey)

Tore: 1:0 Olayinko (80.)

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Montag, 26. Oktober 2020

26.10.2020: 3:1 Heimsieg gegen Augsburg

Es bleibt dabei: Bayer hat noch nie gegen Augsburg verloren. Zum ersten Mal stand Heiko Herrlich nach seinem Abgang aus Leverkusen wieder an der Seitenlinie in der BayArena. Zu holen gab es für den Trainer des FC Augsburg aber nichts, denn Bayer setzte sich zum Abschluss des 5. Spieltages mit 3:1 durch.

Peter Bosz wechselte im Vergleich zum 6:2-Achtungserfolg in der Europa League gegen Nizza nur einmal: Sinkgraven stand nach der schöpferischen Pause wieder im Aufgebot, Wendell musste zurück auf die Bank. Palacios behielt seinen Platz in der ersten Elf und durfte erstmals in dieser Bundesliga-Saison von Beginn an ran.

Dass der FC Augsburg sein letztes Bundesligaspiel am 17. Oktober, also vor neun Tagen, bestritt, machte sich zu Beginn nicht wirklich bemerkbar. Die Fuggerstädter waren in Leverkusen direkt auf Betriebstemperatur, zeigten vom Anstoß weg großen Einsatz und störten Bayer durch aggressives Pressing früh im Aufbau. In der Defensive verschob die Mannschaft von Heiko Herrlich extrem gut, ließ die Hausherren zunächst keine Gefahr entfachen. Einzig wirklich vielversprechende Abschlüsse ließ der FCA vermissen. In der 15. Minute schrillte dann die Pfeife des Unparteiischen Sören Storks, der bei einer Amiri-Ecke ein unglückliches Handspiel von Framberger ahndete. Alario hatte den Augsburger Verteidiger angeköpft, übernahm dann auch die Verantwortung für den Strafstoß und stellte per Schuss ins rechte Eck auf 1:0 (16.). Der Führungstreffer der Werkself hatte sich nicht gerade angebahnt, sollte aber großen Einfluss auf den Spielverlauf nehmen. Die zuvor tonangebenden Augsburger standen etwas tiefer, betrieben kräfteschonenderes Pressing und gaben Bayer 04 dadurch etwas mehr Zeit im Spielaufbau. Und die nahm sich Leverkusen angesichts des Vorsprungs auch, ließ die Kugel geduldig zirkulieren und suchte die Lücke im Bollwerk der FCA-Defensive. Die fand Bayer jedoch nicht - und so versuchte es Amiri mit einem Distanzhammer, den Augsburg mit ordentlich Mühe aus der Gefahrenzone klären konnte (28.). Wenige Minuten später kam es dann zu einem besorgniserregenden Ereignis, das die Leverkusener Freude dämmte: Kapitän Lars Bender musste nach einem Zusammenprall mit Iago aufgrund von Nackenproblemen ausgewechselt werden (36.). Der Spielfluss hatte an der Unterbrechung gelitten, so ging es ohne weitere Höhepunkte mit der 1:0-Führung für die Werkself in die Kabinen.

Nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff hatte Leverkusen die hundertprozentige Möglichkeit auf das 2:0, doch Diaby entschied sich in einer Zwei-gegen-eins-Situation für den Querpass, der aber nicht beim mitgelaufenen Amiri ankam. Wenig später kassierte Bayer die Quittung für die verpasste Chance: Joker Vargas zog am Strafraum quer und servierte für Caligiuri, der sich die Kugel auf den linken Fuß legte und schließlich mit einem kräftigen Schuss ins kurze Eck einen schön vorgetragenen Angriff vollendete (51.). Es war wieder alles drin - und es entstand ein offener Schlagabtausch, in dem Leverkusen die deutlich besseren Möglichkeiten verbuchte. In der 66. Minute erwischte Wirtz aus zentraler Position den Ball nicht richtig, Bailey feuerte den Nachschuss an den Querbalken. Sechs Minuten später traf Alario mit seinem Kopfball nach Flanke von rechts auch nur den Pfosten, machte es aber wenig später nach Freistoß von Amiri deutlich besser und brachte die Werkself mit Köpfchen erneut in Front (74.). In der Schlussphase warf Augsburg noch einmal alles rein, doch die Bosz-Elf machte es schlichtweg zu clever. In den letzten Sekunden der Nachspielzeit wurde es aber noch einmal spannend, es gab Ecke für Augsburg - und Gikiewicz war mit im Strafraum. Doch der Standard wurde ohne Probleme von Hradecky aus der Gefahrenzone befördert und Diaby durfte sich mit seinem Schuss in den leeren Kasten schließlich auch noch in die Torschützenliste eintragen (90.+4). So feierte Leverkusen den zweiten Bundesliga-Sieg in Folge und ist nach wie vor ungeschlagen, während Augsburg die zweite Pleite am Stück kassierte und weiterhin auf den ersten Dreier gegen die Werkself wartet (sechs Remis, 13 Niederlagen in der Bundesliga).

In der Tabelle schob sich die Bosz-Elf an den Fuggerstädtern vorbei und beanspruchte Rang vier für sich und spielt jetzt Donnerstag in der EuropaLeague in Prag bevor es Sonntag gegen den SC Freiburg geht.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (36. Dragovic), Tapsoba, S. Bender, Sinkgraven – Baumgartlinger, Palacios (63. Wirtz), Amiri, Bailey, Diaby – Alario (81. Bellarabi)

Tore: 1:0 Alario (16., Handelfmeter), 1:1 Caligiuri (51.), 2:1Alario (74.). 3:1 Diaby (90.+4)

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Donnerstag, 22. Oktober 2020

22.10.2020: Guter Start beim 6:2 Heimsieg gegen Nizza in die Europa League

Bayers Auftakt in die Europa League ist geglückt. Die Werkself zeigte gerade zu Beginn guten Fußball, wurde aber vom Anschlusstreffer der Franzosen etwas aus dem Konzept gebracht. Im zweiten Durchgang zeigte sich das Team von Peter Bosz aber mental erholt und schoss effektiv einen hohen Sieg heraus.

Peter Bosz wollte bei Kapitän Aranguiz, der schon beim 1:0-Sieg in Mainz mit Schmerzen an der Achillessehne auswechselt werden musste, kein Risiko eingehen - seinen Platz vor der Abwehr nahm Baumgartlinger ein. Außerdem verteidigte Wendell statt Sinkgraven (Bank) über rechts und Palacios kam für Demirbay (Bank) neu in die erste Elf.

Bayer startete gleich druckvoll in die Partie. Der Ball lief trotz des Starkregens gut, nur der letzte Pass fehlte vorerst noch. Nizza zeigte sich beeindruckt, ließ sich hinten reindrängen und hatte Glück, dass Benitez' Fehlpass zu Bailey nicht vom Jamaikaner bestraft wurde (7.). Besser machte es der Außenbahnspieler nur wenig später: Sein toller Pass ermöglichte Amiri die 1:0-Führung zu erzielen (11.). Bayer blieb auch nach dem Treffer im Vorwärtsgang und legte schon fünf Minuten später das nächste Tor nach: Der Angriff schien schon vorbei zu sein, ehe Baumgartlingers Lupfer in den Strafraum neue Gefahr heraufbeschwor - Alario nagelte das Spielgerät aus spitzem Winkel unter die Latte (16.). Auch mit dem Zwei-Tore-Vorsprung blieb die Werkself am Drücker, ließ aber weitere Möglichkeiten aus. Benitez parierte Distanzschüsse von Bailey (18.) und Diaby (27.). Von Nizza war offensiv weiterhin nichts zu sehen, mit der ersten ernst zu nehmenden Chance kamen die Franzosen zum Anschlusstreffer: Nach einem Fehlpass von Alario schaltete OGC schnell um und Gouiri traf aus 16 Metern herrlich ins rechte untere Eck (31.). Der Anschlusstreffer brachte die Werkself merklich aus dem Konzept, Nizza erarbeitete sich mehr Spielanteile und hätte vor der Pause fast noch den Ausgleich erzielt, doch Kamaras Schuss aus spitzem Winkel klatschte gegen den Außenpfosten (41.).

Nach dem Seitenwechsel versuchte die Werkself das Spielgeschehen wieder mehr in die Hälfte der Franzosen zu verlagern - Chancen blieben aber erst einmal aus. Nizza hingegen wartete ab und kam einmal überfallartig nach vorne - Hradecky verhinderte mit einer schönen Parade gegen Gouiris 20-Meter-Schuss Schlimmeres (54). Die erste Bayer-Chance wurde dann bedingt durch einen individuellen Fehler - und führte gleich zum Torerfolg: Schneiderlin ließ sich am Strafraum nach Benitez' riskantem Anspiel von Palacios den Ball vom Fuß klauen und Diaby besorgte das 3:1 (61.). In der Folge ließ Bayer Ball und Gegner laufen und ließ es etwas ruhiger angehen, das ganz große Aufbäumen von OGC blieb aus. Mehr als Gouris geblockter Schuss (70.) und Maolidas Treffer ans Außennetz (76.) sprang jedoch nicht heraus. Leverkusen zeigte sich in der Schlussphase dann brutal effektiv: Erst schnürte der eingewechselte Bellarabi mit zwei Weitschüssen das 4:1 (79.) und 5:1 (83.), dann traf auch der ebenfalls eingewechselte Wirtz nach einem tollen Spielzug über Bailey und Diaby (87.). Dass Nizza in der Schlussminute durch Claude-Maurice ebenfalls noch einmal treffen konnte, war nicht mehr als ein Schönheitsmakel (90.).

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (81. Dragovic), Tapsoba, S. Bender (81. Tah), Wendell – Palacios (74. Wirtz), Baumgartlinger, Amiri, Bailey ,Diaby – Alario (74. Bellarabi)

Tore: 1:0 Amiri (11.), 2:0 Alario (16.), 2:1 Gouiri (31.), 3:1 Diaby (61.), 4:1 Bellarabi (79.), 5:1 Bellarabi (83.), 6:1 Wirtz (87.), 6:2 Claude-Maurice (90.)

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