Dienstag, 6. Februar 2018

6.2.2018 Bayer zieht nach tollem Pokalfight mit 4:2 nV gegen Bremen ins Halbfinale ein


Grüne Welle für die Werkself im DFB-Pokal: Bayer 04 bezwang Werder Bremen am Dienstagabend in der Runde der letzten acht Teams in einem packenden Fight nach 0:2-Rückstand noch mit 4:2 nach Verlängerung (2:2, 2:2, 1:2) und zog als zweite Mannschaft hinter Bayern München (6:0 beim SC Paderborn) ins Halbfinale ein – erstmals wieder seit 2009 und zum achten Mal in der Vereinsgeschichte. Die Tore für den Sieger erzielten Julian Brandt (31./55.), Joker Karim Bellarabi (111.) und Kai Havertz (118.). Zugleich war es im siebten Vergleich mit den Bremern im nationalen Cup der erste Sieg für Schwarz-Rot. Die Vorschlussrunde, die am 17. und 18. April ansteht, wird am Sonntag ab 18 Uhr im Rahmen der ARD-Sportschau ausgelost. Der Ticket-Vorverkauf für das Semifinale mit Bayer 04-Beteiligung beginnt am Dienstag, 27. Februar.
Im Vergleich zum Bundesligaspiel zuvor in Freiburg gab es drei Veränderungen in der Startelf der Hausherren: Kapitän Lars Bender, Julian Brandt und Kevin Volland rückten für Benny Henrichs, Karim Bellarabi und Lucas Alario in die Anfangsformation. Erstmals seit vielen Wochen gehörte auch Routinier Stefan Kießling, vor neun Jahren beim Endspiel in Berlin gegen Bremen schon dabei, wieder zum Aufgebot, der erkrankte Julian Baumgartlinger hingegen musste noch passen.
Die Partie begann bei frostigen Temperaturen und ordentlichem Schneetreiben mit einem üblen Doppelschock für die Werkself: Nach einem Zweikampf von Jonathan Tah und Max Kruse entschied Schiedsrichter Fritz auf Strafstoß, und der Gefoulte verwandelte den Elfmeter sicher zur Bremer Führung (4.). Leon Bailey hatte mit einem Kopfball-Aufsetzer – der sich wie in Zeitlupe ins Netz zu senken schien, von Pavlenka aber noch unter der Latte hervorgekratzt wurde – zwar schnell die Chance zum Ausgleich (5.). Doch Werder legte effektiv nach: Johannsson lupfte die Kugel nach Pass von Kruse ganz allein vor Leno zum 2:0 für die Gäste ins Netz (7.). Zwei echte Wirkungstreffer für die Werkself, die sich erst einmal schwer schütteln musste und Glück hatte, dass Leno im Nachfassen gegen Johannsson das mögliche 0:3 verhinderte (11.). Glück auch, dass Schiedsrichter Fritz weiterspielen ließ, als Aránguiz Kruse im Strafraum mit dem Arm im Gesicht traf (12.). Bayer 04 war merklich beeindruckt, es brauchte eine ganze Weile, um zu Struktur und Sicherheit im Aufbau zu finden. Ein Kopfball von Tah nach Freistoß von Bailey, den Pavlenka entschärfte, war zumindest wieder eine Torannäherung (21.). Heiko Herrlich hatte nach dem 0:2 taktisch umgestellt, beorderte Lars Bender weiter nach vorn und agierte defensiv nun mit einer Dreierkette. Doch die Gastgeber zeigten, dass auch nach beinahe aussichtslosen Rückständen in dieser Saison immer mit ihnen zu rechnen ist. Dominik Kohr zog nach einem tollen Angriff und Doppelpass mit Volland kurz hinter der Mittellinie auf und davon, hatte das Auge für den mitgelaufenen Kollegen und legte fein quer für Julian Brandt, der mühelos zum 1:2-Anschluss traf (31.) – Bayer 04 war wieder im Spiel! Bernd Leno sorgte dafür, dass das auch so blieb: Erst fischte der Nationalkeeper, der trotz der Kälte kurzärmelig im Kasten unterwegs war, den Flachschuss von Kainz aus dem kurzen Eck (38.), dann zeigte er gegen den Volleyschuss des Österreichers, der sich aus 30 Metern genau in den Winkel gesenkt hätte, eine Weltklasse-Parade (39.). Doch auch die Werkself spielte jetzt mit Power nach vorn und hatte Pech, dass nach einem Tempo-Konter über Havertz und Volland beim finalen Querpass noch ein Bremer Bein dazwischen war (42.).
Nach der Pause spielten die Gastgeber auf ihre treuesten Anhänger auf der Nordtribüne zu. Und die schwarz-rote Fangemeinde hatte schnell wieder so richtig Grund und Gelegenheit zur Ekstase: Julian Brandt traf nach Ablage von Lars Bender mit einem herrlichen Schlenzer von der Strafraumgrenze zum 2:2 in den Winkel (55.). Längst war es ein prickelnder Pokalfight auf Augenhöhe, ein Kampf mit offenem Visier und ohne taktische Fesseln. Große Aufregung dann in der 72. Minute: Eggestein brachte Aránguiz im Strafraum zu Fall, da wäre ein Elfmeterpfiff durchaus angebracht gewesen, doch die Pfeife von Schiedsrichter Fritz blieb stumm, auch die Video-Assistenten in Köln griffen nicht ein. Kurz darauf kam Kohr am Fünfer einen halben Schritt gegen Pavlenka zu spät (74.). Bayer 04 war jetzt am Drücker, musste allerdings den angeschlagenen Kapitän Lars Bender durch Benny Henrichs ersetzen (79.). Als Augustinsson den Ball am Boden im Duell mit Havertz und im Strafraum leicht gegen den Oberarm bekommt, gibt es ebenfalls keinen Pfiff (85.). Es blieb nach 90 Minuten beim Gleichstand und gab eine halbe Stunde obendrauf.
Kurz nach Beginn der Verlängerung wurde Charles Aránguiz angeschlagen, der Chilene ließ sich kurz behandeln, biss aber auf die Zähne. Lucas Alario kam nach 101 Minuten für den Doppeltorschützen Julian Brandt. Und die BayArena zitterte beim Pfosten-Freistoß von Leon Bailey (102.) – da fehlten nur Zentimeter zum dritten Hieb. Danach war viel Hektik und ein wenig Rudelbildung im Spiel, dann folgten die zweiten 15 Minuten der Verlängerung. Beide Teams gingen auf dem Zahnfleisch, purer Wille war jetzt in erster Linie gefragt. Heiko Herrlich wechselte noch einmal offensiv, brachte Karim Bellarabi für Kohr (108.). Als hätte es der Coach geahnt: Nach einem Freistoß von Bailey und perfekter Ablage von Alario war Bellarabi von rechts aus ganz spitzem Winkel zum 3:2 erfolgreich (111.) – jetzt bebte das Stadion! Panos Retsos kam für Wendell (113.) – und Bellarabi verpasste allein vor Pavlenka das mögliche 4:2 (115.). Doch dann machte der Joker alles klar: Karim Bellarabi legte perfekt für Kai Havertz auf, der keine Mühe hatte, zum 4:2 abzuschließen. Der Rest war purer Jubel in Schwarz und Rot – und Respekt vor dem lange gleichwertigen Gegner, als Bayer 04-Manager Jonas Boldt nach dem Abpfiff ganz fair und kollegial Werder-Trainer Kohfeldt umarmte und tröstete.
In der Bundesliga geht es für Bayer 04 am Samstag, 10.2.2018, mit dem 22. Spieltag und der Heimpartie gegen Hertha BSC weiter. Anstoß in der BayArena ist um 15.30 Uhr.
Bayer 04: Leno – L. Bender (79. Henrichs), Tah, S. Bender, Wendell (113. Retsos) – Kohr (108. Bellarabi), Aránguiz – Brandt (102. Alario), Havertz, Bailey – Volland
Tore: 0:1 Kruse (4./Foulelfmeter), 0:2 Johannsson (7.), 1:2 Brandt (31.), 2:2 Brandt (55.), 3:2 Bellarabi (111.), 4:2 Havertz (118.)
Zuschauer: 25.653

Samstag, 3. Februar 2018

3.2.2018 0:0 in Freiburg


Dank einer starken kämpferischen Leistung kam der SC Freiburg gegen Bayer Leverkusen zu einem 0:0. Die Breisgauer blieben dadurch zum neunten Mal in Serie in der Liga ohne Niederlage.
Heiko Herrlich entschied sich nach dem gegenüber dem 2:0 gegen Mainz sogar zu vier Wechseln. Für Baumgartlinger (grippaler Infekt), Lars Bender, Brandt und Volland starteten Kohr, Henrichs, Bellarabi und Havertz. Freiburg kam mit Schwung aus der Kabine. Petersen und Haberer zwangen Leno bereits in der 5. Minute binnen weniger Sekunden zum Eingreifen. Aber auch Bayer wurde sofort gefährlich: Alario scheiterte nach Flanke von Bellarabi am linken Innenpfosten (8.). Während Leverkusen in der Folge ein spielerisches Übergewicht entwickelte, setzte der SCF mit blitzschnellem Umschaltspiel Nadelstiche. Keindienst scheiterte mit einem strammen Schuss an Leno (18.), Günter schoss knapp am Tor vorbei (21.). Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte gelang es der Herrlich-Elf besser, das Spiel zu kontrollieren und die gelegentlichen Angriffe der Breisgauer zu unterbinden. Gute Gelegenheiten blieben indes Mangelware. Einzig Bailey kam - jeweils aus spitzem Winkel im Strafraum - zu zwei Halbchancen, einmal per Linksschuss, einmal per Kopfball (31., 33.). So blieb es nach einer intensiven, aber keineswegs hochklassigen ersten Hälfte, in der die Freiburger aufgrund robuster Zweikampfführung gleich vier Gelbe Karten kassierten, in die Halbzeit.
Wie schon zu Beginn der Partie entwickelte der SCF nach Wiederbeginn sofort einigen Schwung. Höler per Kopf und Sekunden später Haberer, dessen Schuss Tah gerade noch abblockte, hatten früh zwei Gelegenheiten (50.). Fast im direkten Gegenzug zwang Kohr mit einem Distanzschuss Schwolow zu einer Parade (52.). Ähnlich wie in der ersten Hälfte übernahm Bayer mit zunehmender Spieldauer wieder mehr Kontrolle, ohne allerdings dabei viel Torgefahr auszustrahlen. Der zuletzt starke Bailey wurde nach einer unauffälligen Vorstellung in der 65. Minute für Brandt ausgetauscht. In der Schlussphase wurde die Partie wieder offener, auch Freiburg konnte sich nun wieder öfter befreien. Petersen verzog mit einer Direktabnahme aus der Distanz knapp (72.), Haberer zwang Leno aus 20 Metern zum Eingreifen (75.). Obwohl Bayer in den Schlussminuten mehr vom Spiel hatte und Herrlich mit der Hereinnahme von Volland für Kohr das Risiko erhöhte (78.), gelang es der Werkself nicht, eine weitere Großchance herauszuspielen; auch, weil die Freiburger Defensive sehr diszipliniert und aufmerksam verteidigte. So blieb es am Ende beim leistungsgerechten Remis.
Bayer empfängt am 22. Spieltag am Samstag (15.30 Uhr) Hertha BSC. Bereits zuvor trifft Bayer im DFB-Pokal-Viertelfinale am Dienstag (20.45 Uhr) zu Hause auf Werder Bremen.
Bayer 04: Leno - Henrichs, Tah, S. Bender, Wendell – Kohr (78. Volland), Aranguiz – Bellarabi (85. Pohjanpalo), Havertz, Bailey (65. Brandt) - Alario
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 24.000

Sonntag, 28. Januar 2018

28.1.2018 2:0 gegen schwache Mainzer


Bayer 04 hat den nächsten Sieg eingefahren und verdient mit 2:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 gewonnen. Leon Bailey (48.) und Wendell per Foulelfmeter (68.) erzielten die Treffer für die Werkself, die das Spiel klar dominierte und den zweiten Tabellenplatz behaupten konnte.
Heiko Herrlich vertraute derselben Startelf, die in der vergangenen Woche in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim 4:1 gewonnen hatte und beließ es auch beim 4-2-3-1-System. Bei den Mainzern gab’s eine Veränderung: Der Ex-Leverkusener Giulio Donati rückte für den angeschlagenen Gerrit Holtmann in die Mannschaft.
Die Werkself übernahm sofort die Initiative, zog das Spiel auseinander und setzte die Mainzer immer wieder über die Flügel unter Druck. So flogen schon in den ersten Minuten reihenweise Flanken und Ecken in den Strafraum der Gäste. Es fehlte dabei allerdings die letzte Genauigkeit. Die Mainzer zogen sich weit zurück und hatten ihre erste halbwegs gelungene Aktion bei einem Konter, doch der Abschluss von Muto stellte Bernd Leno vor keine Probleme (9.). Richtig brenzlig wurde es dann aber auf der anderen Seite. Volland bediente Bailey im Strafraum, der Jamaikaner setzte sich gegen de Jong durch, der den Ball im Fallen an die Hand bekam - keine Absicht, fand Schiedsrichter Willenborg und ließ weiterlaufen. Die Flanke von Bailey erreichte Lars Bender, dessen Schuss im letzten Moment von einem Mainzer Fuß zur Ecke abgeblockt (16.) wurde. Wenig später die nächste Gelegenheit für die Gastgeber, nachdem de Jong Lucas Alario rüde von den Beinen geholt hatte und Bailey den fälligen Freistoß aus 24 Metern knapp übers Tor setzte (19.). So tonangebend und feldüberlegen die Werkself auch agierte: Die ganz großen Möglichkeiten blieben aus, weil der FSV hinten mit zunehmender Spieldauer sicherer stand und die Räume eng machte. Irgendwie brachten die wuseligen Gäste immer noch ein Bein oder einen Fuß an den Ball. So kam Bayer 04 trotz 75 Prozent Ballbesitz nur selten zwingend zum Abschluss. Nach einer knappen halben Stunde musste Julian Baumgartlinger verletzt den Platz verlassen. Der ehemalige Mainzer war nach einem Kopfballduell unglücklich aufgekommen, für ihn kam Dominik Kohr ins Spiel (28.). Die beste Chance kurz vor dem Pausenpfiff besaß Alario, der eine starke Flanke von Wendell per Flugkopfball knapp neben den linken Pfosten setzte (45.+1).
In der zweiten Halbzeit wechselten Brandt und Bailey die Seiten. Der Jamaikaner kam nun über den rechten Flügel und sorgte gleich wieder einmal für einen besonderen Moment: Nach einem Zuspiel von Alario fackelte Bailey nicht lange und zog aus über 20 Metern einfach mal mit links ab - der Ball schlug unhaltbar für Zentner im linken Toreck ein (48.). Was für ein Hammer zum Auftakt der zweiten Hälfte! Für Bailey war es schon der achte Saisontreffer. Und für die Werkself bedeutete dieses Tor einen neuen Vereinsrekord: Zum 25. Mal in Folge hat Bayer 04 damit in einem Bundesligaspiel immer mindestens einen Treffer erzielt. Fünf Minuten nach der Führung fast das 2:0, als Julian Brandt von der linken Seite nach innen zog und den Ball aus 20 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei setzte (53.). Bayer 04 hatte die Partie jetzt nicht nur optisch im Griff, sondern ging zielstrebiger zu Werke als in der ersten Halbzeit. Nach gut einer Stunde der nächste Wechsel bei den Hausherren. Lars Bender verließ den Platz, er hatte schon in der ersten Halbzeit nach einem Zweikampf mit Muto behandelt werden müssen. Für den angeschlagenen Kapitän kam Benny Henrichs. Und der Youngster setzte sich gleich stark in Szene, brachte von der rechten Seite eine scharfe Flanke vors Tor, wo Gbamin vor dem einschussbereiten Volland im höchster Not klären konnte (65.). Wenig später die Entscheidung: Donati riss Alario im Anschluss an eine Ecke im Fünfmeterraum zu Boden, Wendell verwandelte den fälligen Elfmeter sicher ins rechte Eck (68.) zum 2:0. Damit war die Partie gelaufen. Bailey zog einen weiteren Distanzschuss knapp übers Tor (71.), auch Alario bot sich per Kopfball noch eine Chance (87.). Bayer 04 brachte das Spiel souverän über die Zeit und übernahm mit dem 2:0-Sieg wieder den zweiten Tabellenplatz.
In der Bundesliga geht es für die Werkself mit dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter. Anstoß am Samstag, 3. Februar, im Schwarzwald-Stadion ist um 15.30 Uhr.
Bayer 04: Leno – L. Bender (63. Henrichs), Tah. S. Bender, Wendell – Aránguiz, Baumgartlinger (28. Kohr) – Brandt (81. Havertz), Volland, Bailey - Alario
Tore: 1:0 Bailey (48.), 2:0 Wendell (68., FE)
Zuschauer: 25.471

Samstag, 20. Januar 2018

20.1.2018 Grandioses 4:1 in Hoffenheim



Sinsheim bleibt für uns ein gutes Pflaster. Denn im zehnten Bundesliga-Spiel auf dem Dorf siegten wir beim 4:1 bereits zum siebten Mal. Die Werkself präsentierte sich insgesamt deutlich effektiver als bemühte Hoffenheimer, die indes zweimal auch Aluminiumpech hatten.
Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann stellte nach dem 1:1 gegen Bremen einmal um: Im Angriff begann Szalai an Stelle von Uth (Bank). Gnabry hatte seinen Wirkungskreis als hängende Spitze hinter dem Ungarn. Heiko Herrlich entschied sich nach der 1:3-Niederlage gegen Bayern München zu drei Wechseln in seiner Startelf: Für Bellarabi, Kohr und Havertz (alle Bank) begannen Aranguiz, Baumgartlinger und Alario. Damit einher ging eine Systemumstellung auf eine Viererkette mit Lars Bender auf der rechten Abwehrseite. Brandt agierte in der Offensive rechts, Volland im Zentrum hinter Alario.
Beide Mannschaften versuchten von Beginn an, das Mittelfeld mit Tempo zu überbrücken und schnelle Abschlüsse zu suchen. Zumindest am Strafraumrand verteidigten beide Abwehrreihen indes effektiv und ließen zunächst kaum etwas zu. Es dauerte bis in die 19. Minute, ehe Brandt mit der ersten guten Gelegenheit der Partie nach gekonnter Vorarbeit von Bailey aus acht Metern im letzten Moment noch abgeblockt wurde. Wenig später war es Kaderabek, der eine Direktabnahme von Bailey am Fünfmeterraum gerade noch blockte (24.). Kurz darauf kam auch Hoffenheim - allerdings mit etwas Glück - beinahe zum ersten Treffer: Ein Hereingabeversuch von Geiger von rechts im Strafraum wurde von Sven Bender unfreiwillig an die Unterkante der eigenen Querlatte abgefälscht, von wo der Ball ins Feld zurückprallte (26.). Nach rund einer halben Stunde kamen die Kraichgauer, die bis dahin etwas weniger Spielanteile als Bayer besaßen, besser auf und erspielten sich eine Reihe von Standardsituationen. Echte Torgefahr entstand nach diesen indes nicht. Stattdessen genügte Bayer auf der Gegenseite ein einziger durchdachter Angriff in der letzten Viertelstunde vor der Pause, um mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen: Nach schnell vorgetragenem Angriff über rechts fand Brandt in der Mitte Bailey, der mit dem Rücken zum Tor einen sehenswerten Hackentreffer ins rechte Eck erzielte (43.).
Hoffenheim kam mit viel Schwung aus der Kabine. Nicht einmal 30 Sekunden nach Wiederbeginn traf Rupp mit einem Distanzschuss den rechten Außenpfosten. Kurz darauf verfehlte Zuber vom Strafraumrand das rechte Toreck mit einem Flachschuss nur sehr knapp (50.). Effektiver präsentierte sich Bayer. Nach Flanke von Bailey legte Lars Bender rechts am Strafraumrand in die Mitte zu Baumgartlinger, dessen Direktabnahme im linken Toreck einschlug (52.). Nagelsmann reagierte prompt und erhöhte mit den Hereinnahmen von Kramaric, Uth und Amiri für Rupp, Bicakcic und Grillitsch binnen nur sechs Minuten das Risiko. Mit Ausnahme einer guten Gelegenheit für Szalai, der den Ball aus der Drehung nicht ideal traf, war es aber vor allen Dingen Leverkusen, dass durch die sich bietenden Räume zu gefährlichen Kontern kam. Brandt schoss im Eins-gegen-eins mit Baumann knapp am Tor vorbei (63.). In der 70. Minute gelang Bayer die Vorentscheidung: Bailey legte nach einem Konter nach links in den Strafraum zu Alario, der abgebrüht ins rechte Toreck vollstreckte. Die TSG gab sich in der Folge zwar nicht auf, doch mehr als zum Ehrentreffer von Szalai, der Leno in der 86. Minute klug überlupfte, reichte es für die TSG nicht mehr. Im Gegenteil. Fast mit dem Schlusspfiff gelang Alario aus kürzester Distanz nach Vorarbeit von Retsos sogar noch der 4:1-Endstand (90.+3).
Leverkusen empfängt nun am kommenden Sonntag in der BayArena Mainz 05.
Bayer 04: Leno - L. Bender (68. Retsos), Tah, S. Bender, Wendell (85. Henrichs) - Baumgartlinger, Aranguiz- Brandt (78. Mehmedi), Volland, Bailey- Alario
Tore: 0:1 Bailey (43.), 0:2 Baumgartlinger (52.), 0:3Alario (70.), 1:3 Szalai (86.), 1:4 Alario (90. + 3)
Zuschauer: 28.017

Freitag, 12. Januar 2018

12.1.2018 3:1 gegen die Bayern zu Hause verloren



Am Freitagabend gewannen die Münchner in Leverkusen mit 3:1 - der erste Sieg in der BayArena nach vier vergeblichen Anläufen. Die Werkself bot den Bayern eine halbe Stunde lang die Stirn, dann veränderte Javi Martinez nach einem ruhenden Ball die Dynamik des Spiels. Wir waren seit Ende September ungeschlagen. Auch der Jahresabschluss glückte mit einem 1:0-Achtelfinalsieg im Pokal in Gladbach. Beim Rückrundenauftakt baute Trainer Heiko Herrlich auf gleich fünf Offensivkräfte: Bailey, Bellarabi, Havertz, Brandt und Volland. Bayerns Coach Jupp Heynckes gewährte Müller im Angriff den Vorzug vor Wagner. Rafinha verteidigte anstelle von Kimmich und Ribery - nicht Coman - spielte auf der linken Seite.
Die Bayern erarbeiteten sich zwar die erste Chance, die Ribery nicht nutzte, weil er - im Strafraum freistehend - zu lange mit dem Abschluss zögerte (4.), doch grundsätzlich taten sich die Münchner schwer. Leverkusen attackierte früh und fuhr ein ums andere Mal Gegenstöße, wenn sie den Ball erobert hatten. Die beste Möglichkeit bot sich Bayer aber nach einer Ecke: Kohr köpfte knapp vorbei (17.). Nach gut einer halben Stunde kippte die Partie - ebenfalls nach einer Ecke: Sven Bender blockte zwar einen Vidal-Kopfball, allerdings vor die Füße von Javi Martinez. Der Mittelfeldmann zog ab und traf unter die Latte - 0:1 (32.)! Das Tor entpuppte sich als Wirkungstreffer. Leverkusen verlor die Linie, die Bayern zogen nun ihr dominantes Spiel auf, doch Javi Martinez (38.) und Süle (40.) köpften nach Ecken vorbei. So ging es mit einer knappen Führung für den FCB in die Kabinen.
Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel setzte Leverkusen die erste Duftmarke: Bailey tanzte Süle aus und hob den Ball aus halbrechter Position auf die Latte (55.), kurz darauf lag der Ball auf der Gegenseite im Netz. Ribery zog von der Außenbahn in die Mitte und traf mit einem Schuss ins kurze Eck (59.). Die Bayern spielten nun souverän, doch Leverkusen verkürzte: Volland setzte sich am Strafraum gegen Alaba, Ribery und Vidal durch, dann fälschte Süle seinen Schuss entscheidend ab - der Anschlusstreffer (70.). Die Werkself witterte nun die Chance und drängte auf den Ausgleich. Volland (76.) und dem eingewechselten Alario (77.) boten sich gute Gelegenheiten, beide waren jedoch nicht erfolgreich. Kurz darauf wurde Wagner eingewechselt und gab sein Comeback im Bayern-Trikot nach 3785 Tagen. In der Nachspielzeit setzte James den Schlusspunkt: Er verwandelte einen Freistoß aus 17 Metern mit einem herrlichen Schuss in den Winkel (90.+1).
So bereitete Bayern der Leverkusener Serie von zwölf Bundesligaspielen ohne Niederlage ein Ende. Ob die Werkself nächsten Samstag (15.30 Uhr) zu einem neuen Lauf ansetzt? Bayer ist dann bei der TSG Hoffenheim zu Gast.
Bayer 04: Leno - Tah, S. Bender, Wendell – Bellarabi (59. Henrichs), Kohr (64. Alario), L. Bender, Bailey – Brandt (77. Mehmedi), Havertz - Volland
Tore: 0:1 Martinez, 0:2 Ribery, 1:2 Volland, 1:3 James (90.+1)
Zuschauer: 30.210