Sonntag, 28. Januar 2018

28.1.2018 2:0 gegen schwache Mainzer


Bayer 04 hat den nächsten Sieg eingefahren und verdient mit 2:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 gewonnen. Leon Bailey (48.) und Wendell per Foulelfmeter (68.) erzielten die Treffer für die Werkself, die das Spiel klar dominierte und den zweiten Tabellenplatz behaupten konnte.
Heiko Herrlich vertraute derselben Startelf, die in der vergangenen Woche in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim 4:1 gewonnen hatte und beließ es auch beim 4-2-3-1-System. Bei den Mainzern gab’s eine Veränderung: Der Ex-Leverkusener Giulio Donati rückte für den angeschlagenen Gerrit Holtmann in die Mannschaft.
Die Werkself übernahm sofort die Initiative, zog das Spiel auseinander und setzte die Mainzer immer wieder über die Flügel unter Druck. So flogen schon in den ersten Minuten reihenweise Flanken und Ecken in den Strafraum der Gäste. Es fehlte dabei allerdings die letzte Genauigkeit. Die Mainzer zogen sich weit zurück und hatten ihre erste halbwegs gelungene Aktion bei einem Konter, doch der Abschluss von Muto stellte Bernd Leno vor keine Probleme (9.). Richtig brenzlig wurde es dann aber auf der anderen Seite. Volland bediente Bailey im Strafraum, der Jamaikaner setzte sich gegen de Jong durch, der den Ball im Fallen an die Hand bekam - keine Absicht, fand Schiedsrichter Willenborg und ließ weiterlaufen. Die Flanke von Bailey erreichte Lars Bender, dessen Schuss im letzten Moment von einem Mainzer Fuß zur Ecke abgeblockt (16.) wurde. Wenig später die nächste Gelegenheit für die Gastgeber, nachdem de Jong Lucas Alario rüde von den Beinen geholt hatte und Bailey den fälligen Freistoß aus 24 Metern knapp übers Tor setzte (19.). So tonangebend und feldüberlegen die Werkself auch agierte: Die ganz großen Möglichkeiten blieben aus, weil der FSV hinten mit zunehmender Spieldauer sicherer stand und die Räume eng machte. Irgendwie brachten die wuseligen Gäste immer noch ein Bein oder einen Fuß an den Ball. So kam Bayer 04 trotz 75 Prozent Ballbesitz nur selten zwingend zum Abschluss. Nach einer knappen halben Stunde musste Julian Baumgartlinger verletzt den Platz verlassen. Der ehemalige Mainzer war nach einem Kopfballduell unglücklich aufgekommen, für ihn kam Dominik Kohr ins Spiel (28.). Die beste Chance kurz vor dem Pausenpfiff besaß Alario, der eine starke Flanke von Wendell per Flugkopfball knapp neben den linken Pfosten setzte (45.+1).
In der zweiten Halbzeit wechselten Brandt und Bailey die Seiten. Der Jamaikaner kam nun über den rechten Flügel und sorgte gleich wieder einmal für einen besonderen Moment: Nach einem Zuspiel von Alario fackelte Bailey nicht lange und zog aus über 20 Metern einfach mal mit links ab - der Ball schlug unhaltbar für Zentner im linken Toreck ein (48.). Was für ein Hammer zum Auftakt der zweiten Hälfte! Für Bailey war es schon der achte Saisontreffer. Und für die Werkself bedeutete dieses Tor einen neuen Vereinsrekord: Zum 25. Mal in Folge hat Bayer 04 damit in einem Bundesligaspiel immer mindestens einen Treffer erzielt. Fünf Minuten nach der Führung fast das 2:0, als Julian Brandt von der linken Seite nach innen zog und den Ball aus 20 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei setzte (53.). Bayer 04 hatte die Partie jetzt nicht nur optisch im Griff, sondern ging zielstrebiger zu Werke als in der ersten Halbzeit. Nach gut einer Stunde der nächste Wechsel bei den Hausherren. Lars Bender verließ den Platz, er hatte schon in der ersten Halbzeit nach einem Zweikampf mit Muto behandelt werden müssen. Für den angeschlagenen Kapitän kam Benny Henrichs. Und der Youngster setzte sich gleich stark in Szene, brachte von der rechten Seite eine scharfe Flanke vors Tor, wo Gbamin vor dem einschussbereiten Volland im höchster Not klären konnte (65.). Wenig später die Entscheidung: Donati riss Alario im Anschluss an eine Ecke im Fünfmeterraum zu Boden, Wendell verwandelte den fälligen Elfmeter sicher ins rechte Eck (68.) zum 2:0. Damit war die Partie gelaufen. Bailey zog einen weiteren Distanzschuss knapp übers Tor (71.), auch Alario bot sich per Kopfball noch eine Chance (87.). Bayer 04 brachte das Spiel souverän über die Zeit und übernahm mit dem 2:0-Sieg wieder den zweiten Tabellenplatz.
In der Bundesliga geht es für die Werkself mit dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter. Anstoß am Samstag, 3. Februar, im Schwarzwald-Stadion ist um 15.30 Uhr.
Bayer 04: Leno – L. Bender (63. Henrichs), Tah. S. Bender, Wendell – Aránguiz, Baumgartlinger (28. Kohr) – Brandt (81. Havertz), Volland, Bailey - Alario
Tore: 1:0 Bailey (48.), 2:0 Wendell (68., FE)
Zuschauer: 25.471

Samstag, 20. Januar 2018

20.1.2018 Grandioses 4:1 in Hoffenheim



Sinsheim bleibt für uns ein gutes Pflaster. Denn im zehnten Bundesliga-Spiel auf dem Dorf siegten wir beim 4:1 bereits zum siebten Mal. Die Werkself präsentierte sich insgesamt deutlich effektiver als bemühte Hoffenheimer, die indes zweimal auch Aluminiumpech hatten.
Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann stellte nach dem 1:1 gegen Bremen einmal um: Im Angriff begann Szalai an Stelle von Uth (Bank). Gnabry hatte seinen Wirkungskreis als hängende Spitze hinter dem Ungarn. Heiko Herrlich entschied sich nach der 1:3-Niederlage gegen Bayern München zu drei Wechseln in seiner Startelf: Für Bellarabi, Kohr und Havertz (alle Bank) begannen Aranguiz, Baumgartlinger und Alario. Damit einher ging eine Systemumstellung auf eine Viererkette mit Lars Bender auf der rechten Abwehrseite. Brandt agierte in der Offensive rechts, Volland im Zentrum hinter Alario.
Beide Mannschaften versuchten von Beginn an, das Mittelfeld mit Tempo zu überbrücken und schnelle Abschlüsse zu suchen. Zumindest am Strafraumrand verteidigten beide Abwehrreihen indes effektiv und ließen zunächst kaum etwas zu. Es dauerte bis in die 19. Minute, ehe Brandt mit der ersten guten Gelegenheit der Partie nach gekonnter Vorarbeit von Bailey aus acht Metern im letzten Moment noch abgeblockt wurde. Wenig später war es Kaderabek, der eine Direktabnahme von Bailey am Fünfmeterraum gerade noch blockte (24.). Kurz darauf kam auch Hoffenheim - allerdings mit etwas Glück - beinahe zum ersten Treffer: Ein Hereingabeversuch von Geiger von rechts im Strafraum wurde von Sven Bender unfreiwillig an die Unterkante der eigenen Querlatte abgefälscht, von wo der Ball ins Feld zurückprallte (26.). Nach rund einer halben Stunde kamen die Kraichgauer, die bis dahin etwas weniger Spielanteile als Bayer besaßen, besser auf und erspielten sich eine Reihe von Standardsituationen. Echte Torgefahr entstand nach diesen indes nicht. Stattdessen genügte Bayer auf der Gegenseite ein einziger durchdachter Angriff in der letzten Viertelstunde vor der Pause, um mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen: Nach schnell vorgetragenem Angriff über rechts fand Brandt in der Mitte Bailey, der mit dem Rücken zum Tor einen sehenswerten Hackentreffer ins rechte Eck erzielte (43.).
Hoffenheim kam mit viel Schwung aus der Kabine. Nicht einmal 30 Sekunden nach Wiederbeginn traf Rupp mit einem Distanzschuss den rechten Außenpfosten. Kurz darauf verfehlte Zuber vom Strafraumrand das rechte Toreck mit einem Flachschuss nur sehr knapp (50.). Effektiver präsentierte sich Bayer. Nach Flanke von Bailey legte Lars Bender rechts am Strafraumrand in die Mitte zu Baumgartlinger, dessen Direktabnahme im linken Toreck einschlug (52.). Nagelsmann reagierte prompt und erhöhte mit den Hereinnahmen von Kramaric, Uth und Amiri für Rupp, Bicakcic und Grillitsch binnen nur sechs Minuten das Risiko. Mit Ausnahme einer guten Gelegenheit für Szalai, der den Ball aus der Drehung nicht ideal traf, war es aber vor allen Dingen Leverkusen, dass durch die sich bietenden Räume zu gefährlichen Kontern kam. Brandt schoss im Eins-gegen-eins mit Baumann knapp am Tor vorbei (63.). In der 70. Minute gelang Bayer die Vorentscheidung: Bailey legte nach einem Konter nach links in den Strafraum zu Alario, der abgebrüht ins rechte Toreck vollstreckte. Die TSG gab sich in der Folge zwar nicht auf, doch mehr als zum Ehrentreffer von Szalai, der Leno in der 86. Minute klug überlupfte, reichte es für die TSG nicht mehr. Im Gegenteil. Fast mit dem Schlusspfiff gelang Alario aus kürzester Distanz nach Vorarbeit von Retsos sogar noch der 4:1-Endstand (90.+3).
Leverkusen empfängt nun am kommenden Sonntag in der BayArena Mainz 05.
Bayer 04: Leno - L. Bender (68. Retsos), Tah, S. Bender, Wendell (85. Henrichs) - Baumgartlinger, Aranguiz- Brandt (78. Mehmedi), Volland, Bailey- Alario
Tore: 0:1 Bailey (43.), 0:2 Baumgartlinger (52.), 0:3Alario (70.), 1:3 Szalai (86.), 1:4 Alario (90. + 3)
Zuschauer: 28.017

Freitag, 12. Januar 2018

12.1.2018 3:1 gegen die Bayern zu Hause verloren



Am Freitagabend gewannen die Münchner in Leverkusen mit 3:1 - der erste Sieg in der BayArena nach vier vergeblichen Anläufen. Die Werkself bot den Bayern eine halbe Stunde lang die Stirn, dann veränderte Javi Martinez nach einem ruhenden Ball die Dynamik des Spiels. Wir waren seit Ende September ungeschlagen. Auch der Jahresabschluss glückte mit einem 1:0-Achtelfinalsieg im Pokal in Gladbach. Beim Rückrundenauftakt baute Trainer Heiko Herrlich auf gleich fünf Offensivkräfte: Bailey, Bellarabi, Havertz, Brandt und Volland. Bayerns Coach Jupp Heynckes gewährte Müller im Angriff den Vorzug vor Wagner. Rafinha verteidigte anstelle von Kimmich und Ribery - nicht Coman - spielte auf der linken Seite.
Die Bayern erarbeiteten sich zwar die erste Chance, die Ribery nicht nutzte, weil er - im Strafraum freistehend - zu lange mit dem Abschluss zögerte (4.), doch grundsätzlich taten sich die Münchner schwer. Leverkusen attackierte früh und fuhr ein ums andere Mal Gegenstöße, wenn sie den Ball erobert hatten. Die beste Möglichkeit bot sich Bayer aber nach einer Ecke: Kohr köpfte knapp vorbei (17.). Nach gut einer halben Stunde kippte die Partie - ebenfalls nach einer Ecke: Sven Bender blockte zwar einen Vidal-Kopfball, allerdings vor die Füße von Javi Martinez. Der Mittelfeldmann zog ab und traf unter die Latte - 0:1 (32.)! Das Tor entpuppte sich als Wirkungstreffer. Leverkusen verlor die Linie, die Bayern zogen nun ihr dominantes Spiel auf, doch Javi Martinez (38.) und Süle (40.) köpften nach Ecken vorbei. So ging es mit einer knappen Führung für den FCB in die Kabinen.
Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel setzte Leverkusen die erste Duftmarke: Bailey tanzte Süle aus und hob den Ball aus halbrechter Position auf die Latte (55.), kurz darauf lag der Ball auf der Gegenseite im Netz. Ribery zog von der Außenbahn in die Mitte und traf mit einem Schuss ins kurze Eck (59.). Die Bayern spielten nun souverän, doch Leverkusen verkürzte: Volland setzte sich am Strafraum gegen Alaba, Ribery und Vidal durch, dann fälschte Süle seinen Schuss entscheidend ab - der Anschlusstreffer (70.). Die Werkself witterte nun die Chance und drängte auf den Ausgleich. Volland (76.) und dem eingewechselten Alario (77.) boten sich gute Gelegenheiten, beide waren jedoch nicht erfolgreich. Kurz darauf wurde Wagner eingewechselt und gab sein Comeback im Bayern-Trikot nach 3785 Tagen. In der Nachspielzeit setzte James den Schlusspunkt: Er verwandelte einen Freistoß aus 17 Metern mit einem herrlichen Schuss in den Winkel (90.+1).
So bereitete Bayern der Leverkusener Serie von zwölf Bundesligaspielen ohne Niederlage ein Ende. Ob die Werkself nächsten Samstag (15.30 Uhr) zu einem neuen Lauf ansetzt? Bayer ist dann bei der TSG Hoffenheim zu Gast.
Bayer 04: Leno - Tah, S. Bender, Wendell – Bellarabi (59. Henrichs), Kohr (64. Alario), L. Bender, Bailey – Brandt (77. Mehmedi), Havertz - Volland
Tore: 0:1 Martinez, 0:2 Ribery, 1:2 Volland, 1:3 James (90.+1)
Zuschauer: 30.210

Mittwoch, 20. Dezember 2017

20.12.2017 Nach 1:0 in M’gladbach in 3. Pokalrunde



Ein Treffer von Leon Bailey (70.) bescherte der Werkself in einem packenden Pokalfight einen 1:0 (0:0)-Sieg bei Borussia Mönchengladbach. Bayer 04 blieb auch im 14. Pflichtspiel in Folge ungeschlagen und steht damit zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren im Viertelfinale des Wettbewerbs, das am 6. und 7. Februar des kommenden Jahres ausgespielt wird. Die Auslosung für die Runde der letzten acht Teams geht am Sonntag, 7. Januar 2018, im Rahmen der ARD-Sportschau über die Bühne.
Neben Kapitän Lars Bender (Knieblessur) musste Bayer 04 im abschließenden Spiel des Jahres auch auf Lucas Alario verzichten, der Argentinier musste mit Adduktorenproblemen passen. Der ebenfalls angeschlagene Sven Bender (Rippe) meldete sich hingegen einsatzbereit. Im Vergleich zum vergangenen Bundesligaspiel in Hannover brachte Heiko Herrlich den zuletzt gesperrten Wendell, Dominik Kohr, Julian Baumgartlinger, Leon Bailey und Kevin Volland neu in die Startelf. Benny Henrichs, Karim Bellarabi und Admir Mehmedi rotierten auf die Bank, auch Charles Aránguiz gehörte nach überstandenem Muskelfaserriss in der Wade wieder zum Aufgebot. Taktisch setzte der Bayer 04-Coach auf ein 4-1-4-1-System mit Panos Retsos als rechtem Verteidiger und Baumgartlinger als tief stehendem Stabilisator vor der Abwehr.
Das Pokalspiel im Borussia-Park wurde mit zehnminütiger Verspätung um 18.40 Uhr angepfiffen, da viele Fans wegen des hohen Verkehrsaufkommens rund um die Arena noch auf dem Weg ins Stadion waren. Bayer 04 setzte sofort nach Beginn die ersten Ausrufezeichen: Erst wurde der Schlenzer von Sven Bender aufs lange Eck des Gladbacher Tores kurz vor der Linie von Stindl noch geklärt (4.), dann verzog der völlig freie Julian Brandt einen Kopfball nach Flanke von Retsos (5.) – das war ein richtig dickes Ding! Auf der Gegenseite hatte Kapitän Bernd Leno bei einem Distanzschuss von Stindl die Gelegenheit zu einer schönen Flugparade (7.). Nach einer Viertelstunde rettete erst Leno entschlossen nach einem Missverständnis zwischen Baumgartlinger und Tah, dann tauchte Sommer rechtzeitig ab und parierte den Rechtsschuss von Bailey. Es ging munter zur Sache im Borussia-Park – auch mit intensiv geführten Zweikämpfen. Leno stand auch beim scharfen Flachschuss von Hazard im Blickpunkt, lenkte den Ball großartig um den Pfosten (18.). Und riss danach bei Herrmanns Schuss aus kurzer Distanz gerade noch rechtzeitig die Fäuste hoch (21.) – zwei ganz starke Aktionen des Nationalkeepers gegen zunehmend druckvollere Gastgeber. Einen Versuch von Hazard klärte Retsos ganz ruhig und unaufgeregt vor der Linie (32.). Kurz darauf kochte das Stadion nach einem Luftkampf des bereits verwarnten Havertz und Ginter – Schiedsrichter Gräfe machte unmissverständlich deutlich, dass sich der Bayer 04-Youngster fortan nichts mehr leisten durfte (36.). Torlos ging's in die Halbzeit.
Nach der Pause blieb Kai Havertz draußen und wurde von Admir Mehmedi abgelöst. Bernd Leno war zunächst weiter gefordert, hielt gegen Cuisance (48.) und Hazard, der nach einem Ballverlust von Tah allein auf seinen Kasten zugelaufen war (51.). Die Duelle wurden jetzt zunehmend hitziger geführt. Gut, dass Sven Bender einen gefährlichen Volleyschuss von Stindl noch neben das Tor abfälschte (57.). Die Hausherren waren jetzt am Drücker, die Werkself agierte im Aufbau nicht präzise genug und hatte Mühe, zur Entlastung zu finden. Karim Bellarabi kam für Brandt in die Partie (68.) – und Bayer 04 etwas überraschend zur Führung: Kevin Volland brachte die Kugel in Höhe der Mittellinie in den Lauf von Leon Bailey, und der Jamaikaner blieb allein vor Sommer ganz cool und traf trocken mit links zum 1:0 ins kurze Eck (70.). Gladbach reagierte mit zwei frischen offensiven Kräften, brachte Grifo und Bobadilla (76./80.). Doch Bayer 04 mit den überragenden Sven Bender und Julian Baumgartlinger als Türme in der Schlacht verteidigte mit fantastischer Leidenschaft und gestattete der verzweifelt anrennenden Borussia keine echte Torchance mehr - abgesehen von einem Kopfball von Vestergaard, der deutlich über das Tor flog (89.). Im Gegenteil: Bei einem Konter scheiterte Bellarabi an Sommer und Mehmedi verpasste im Nachfassen den Abschluss und das möglich 2:0. Ein übles Foul von Zakarias, der den eingewechselten Benny Henrichs brutal abmähte, bildetet den Schlusspunkt – der Rest war purer Jubel in Schwarz und Rot.
Für Bayer 04 geht es nach dem Pokalduell in Mönchengladbach in die wohlverdiente, aber kurze Pause über Weihnachten und den Jahreswechsel. Am Dienstag, 2.1.2018, um 15.30 Uhr bittet Heiko Herrlich sein Team zum ersten öffentlichen Training in 2018. Das erste Pflichtspiel, zugleich der Rückrundenauftakt der Bundesliga, steigt am Freitag, 12.1.2018, um 20.30 Uhr in der BayArena gegen Titelverteidiger und Spitzenreiter Bayern München.
Bayer 04: Leno – Retsos, Tah, S. Bender, Wendell – Baumgartlinger – Brandt (67. Bellarabi), Kohr, Havertz (46. Mehmedi), Bailey (90.+1 Henrichs) – Volland
Tor: 0:1 Bailey (70.)
Zuschauer: 49.016

Sonntag, 17. Dezember 2017

17.12.2017 Spektakel beim 4:4 in Hannover



Was für ein Spiel zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde: 4:4 (3:2) trennten sich Hannover 96 und Bayer 04 und boten den Zuschauern einen irren Schlagabtausch. Beide Teams lagen jeweils zweimal in Führung, am Ende verpasste es die Werkself, nach dem 4:3 bei mehreren sehr guten Möglichkeiten den sicherlich entscheidenden fünften Treffer vorzulegen und kassierte in der Schlussphase noch den Ausgleich. Für Bayer 04 trafen Julian Brandt (11.), Admir Mehmedi (26.) sowie der eingewechselte Leon Bailey per Doppelpack (47./67.). Das Team von Heiko Herrlich blieb auch im 13. Pflichtspiel in Folge ungeschlagen und überwintert auf einem Europapokalplatz.
Im Vergleich zur vergangenen Begegnung gegen Bremen hatte Heiko Herrlich erneut kräftig rotiert – und damit wiederholt sein großes Vertrauen in den kompletten Kader bewiesen: Kapitän Lars Bender, Julian Brandt, Kai Havertz und Admir Mehmedi kehrten in die Startelf zurück. Für sie erhielten Dominik Kohr, Julian Baumgartlinger, Leon Bailey und Kevin Volland in der kräftezehrenden Englischen Woche zunächst eine Verschnaufpause und einen Platz auf der Bank, Lucas Alario und Karim Bellarabi blieben in der Anfangsformation. Taktisch agierten die Leverkusener diesmal wieder in einem 4-2-3-1-System mit Panos Retsos als Linksverteidiger und Havertz als einem der beiden Sechser.
Die Voraussetzung vor dem Hinrundenausklang war nach den Resultaten der Konkurrenz vom Samstag klar: Mit einem Sieg in Hannover würde die Werkself auf Rang zwei oder drei der Tabelle überwintern, abhängig vom Ergebnis der später spielenden Leipziger gegen die Hertha. Heiko Herrlich hatte die Seinen, die in der HDI-Arena erstmals in dieser Saison in ihren weißen Ausweichtrikots antraten, vorher explizit noch mal auf aggressive Gastgeber und deren enorme Stärke bei Standards hingewiesen. Bayer 04 mit zwölf Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage und Hannover mit Heimsiegen gegen Dortmund, Schalke und Hoffenheim – beide Teams gingen mit breiter Brust in die Partie. Bayer 04 agierte vom Anpfiff weg griffig und störte die Hausherren früh. Es war gleich richtig Musik im Spiel – und es klingelte auf beiden Seiten: Die Werkself legte vor: Nach Einwurf von Benny Henrichs und herrlicher Hereingabe von Lars Bender traf Julian Brandt mit einem technisch überragend angesetzten Volleyschuss zur Führung flach ins Eck (11.). Doch der Jubel unter den etwa 1.000 Bayer 04-Fans, die größtenteils in Weihnachtsmann-Kostümen auf der Tribüne standen, war kaum verklungen, da schlug 96 zurück: Nach Flanke von Korb versenkte Bebou den Kopfball unhaltbar für Bernd Leno zum Ausgleich (12.). Und Hannover legte nach: Nach einem Zweikampf von Jonathan Tah gegen Klaus bemühte Schiedsrichter Storks den Videobeweis und entschied auf Elfmeter: Füllkrug verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:1 (21.). Das mussten die Leverkusener erst mal kurz sacken lassen und sich sortieren. Lange brauchten sie nicht dafür: Karim Bellarabi setzte Admir Mehmedi nach Hannovers Ballverlust im Aufbau  rechten Strafraum in Szene, und der Schweizer traf mit einem Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck zum 2:2 (26.) – zwischen Pfosten und dem Fuß von Hannovers Keeper Tschauner rauschte die Kugel ins Netz. Die erste halbe Stunde in Hannover bot allerhöchsten Thrill-Faktor, beide Teams gingen mit rasantem Tempo und voller Entschlossenheit zu Werke. In dem Takt ging's auch munter weiter: Den Kopfball von Lucas Alario nach Flanke Brandts, der sich genau unter die Latte gesenkt hätte, lenkte Tschauner gerade noch über den Giebel (32.). Unmittelbar vor der Pause verschaffte sich Hannover wieder einen Vorsprung: Nach einem Konter kam Klaus zum Schuss und Tah fälschte die Kugel noch entscheidend und unhaltbar für Leno ab, 3:2 für 96 (45.). In der Nachspielzeit hatte Karim Bellarabi den erneuten Gleichstand auf dem Schlappen, der Ball strich nach seinem scharfen Rechtsschuss aber hauchzart am langen Eck – zugleich der Schlusspunkt eines packenden Schlagabtauschs voller Wucht, Tempo und Intensität.
Nach der Pause kam die Werkself mit zwei frischen Kräften zurück auf den Platz: Für Lars Bender, der einen Schlag aufs Knie abbekommen hatte, und Bruder Sven (Schlag auf die Rippe) spielten nun Dominik Kohr und Leon Bailey, was mit der Umstellung auf ein 3-4-3-System einherging. Der Wechsel zahlte sich sofort aus: Nach tollem Zuspiel von Havertz ging Bailey auf und davon, blieb allein vor Tschauner ganz cool im Abschluss und traf mit links zum 3:3 (47.) – das war mal 'ne Ansage mit Beginn der zweiten Hälfte. Es ging mit unverminderter Schlagzahl hoch her auf beiden Seiten: Leno parierte Sanés Kopfball (55.), Tschauner entschärfte den Schuss von Havertz (56.). Dann setzte Bayer 04 erneut einen unwiderstehlichen Koner nach dem gleichen Strickmuster wie beim 3:3, nur das diesmal Mehmedi statt Havertz der kongeniale Passgeber war: Leon Bailey zündete erneut den Turbo über links und überwand Tschauner mit seinem sechsten Saisontreffer flach ins lange Eck zum 4:3 (67.) – what a boy, dieser Jamaikaner! Danach ließ Bailey um Haaresbreite den Hattrick liegen, als er völlig frei am langen Eck vorbeischoss (72.). Unmittelbar danach flog der Ball nach Kohrs noch abgefälschtem Schuss knapp über die Latte (73.), Bellarabis Flachschuss meisterte Tschauner mit Mühe (75.) – die Werkself schraubte mit Macht am fünften Treffer. Heiko Herrlich zog seine dritte Wechseloption und brachte André Ramalho für Brandt (79.). Kai Havertz scheiterte nach dem nächsten tollen Konter ganz allein vor Tschauner, Alario setzte den Kopfball-Nachsetzer aufs Netz (80.). Das rächte sich wenig später: Korb traf aus dem Gewühl im Strafraum in einer unübersichtlichen Szene zum 4:4-Ausgleich (84.) – der Wahnsinn in Hannover nahm kein Ende. Am Ende verzog Bellarabi (90.) und setzte Bailey den letzten Freistoß in die Mauer (90.+2). Ein unglaubliches Spiel hatte nur einen Sieger – die Zuschauer!
Für Bayer 04 geht es mit dem abschließenden Spiel des Jahres im DFB-Pokal-Achtelfinale weiter: Am Mittwoch, 20.12.2017, gastiert die Werkself in Mönchengladbach, Anstoß im Borussia-Park ist um 18.30 Uhr.
Bayer 04: Leno – Henrichs, Tah, S. Bender (46. Bailey), Retsos – L. Bender (46. Kohr), Havertz – Bellarabi, Mehmedi, Brandt (79. Ramalho) – Alario
Tore: 0:1 Brandt (11.), 1:1 Bebou (12.), 2:1 Füllkrug (FE./21.), 2:2 Mehmedi (26.), 3:2 Klaus (45.), 3:3 Bailey (47.), 3:4 Bailey (67.), 4:4 Korb (84.)
Zuschauer: 32.800