Sonntag, 17. März 2019

17.3.2019: Werkself verliert 1:3 gegen effiziente Bremer


Bayer 04 musste sich am Sonntagnachmittag einer starken Bremer Mannschaft mit 1:3 geschlagen geben. Die Gäste führten nach Treffern von Kruse und Rashica zur Halbzeit mit 2:0 in der BayArena. Leon Bailey brachte die leidenschaftlich kämpfende Werkself in der zweiten Hälfte mit einem Traum-Freistoß auf 1:2 heran, ehe Kruse in der Nachspielzeit für Bremen alles klar machte.
Peter Bosz nahm im Vergleich zum Hannover-Spiel drei personelle Veränderungen vor: Für Mitchell Weiser, Kai Havertz (beide Bank) und Tin Jedvaj (muskuläre Probleme) rückten Kapitän Lars Bender, Wendell und Karim Bellarabi in die Startelf. Auch Sven Bender nahm zunächst auf der Bank Platz. Die Werderaner waren mit der Empfehlung von zuletzt acht Spielen ohne Niederlage nach Leverkusen angereist. Zudem hatten die Bremer bis dato als einziges Team der Liga in jedem Saisonspiel mindestens einen Treffer erzielt.
Den ersten Torschuss setzten dann auch die Bremer durch Johannes Eggestein, der vom linken Strafraumeck abzog - Lukas Hradecky tauchte ab und entschärfte den Ball (4.). Bayer 04 versuchte, sein Kombinationsspiel aufzuziehen, kam aber zunächst nicht zu gefährlichen Abschlüssen. Die Gäste von der Weser verteidigten geschickt – und gingen nach einem schnellen Konter durch Max Kruse in Führung. Sein Linksschuss schlug flach unten im rechten Eck unhaltbar für Hradecky zum 1:0 für Werder ein (13.). Die Werkself suchte nach Lösungen, um gegen ausgebuffte Bremer die Lücke zu finden. Julian Baumgartlinger setzte einen Kopfball nach Flanke von Bailey klar übers Tor (16.). Insgesamt aber tat sich Bayer 04 schwer, klare Chancen herauszuarbeiten. Immer wieder stellten die Bremer erfolgreich Lauf- und Passwege der Gastgeber zu. Nach einer halben Stunde erhöhte die Werkself den Druck und kam zu ihren bis dahin besten Möglichkeiten: Erst fälschte Friedl einen Schuss von Bailey im letzten Moment zur Ecke ab (34.), dann setzte Volland in seinem 100. Pflichtspiel für Bayer 04 einen Kopfball nach starker Flanke von Bellarabi haarscharf am linken Pfosten vorbei (36.). Schade, das hätte der Ausgleich sein können. Nur eine Minute nach dieser größten Werkself-Gelegenheit erwiesen sich die Bremer bei einem ihrer weiteren Konter wieder als effizient und abgezockt: Über Eggestein und Kruse landete der Ball bei Rashica, der frei vor Hradecky zum 2:0 für Werder abschloss (37.). Zum ersten Mal in dieser Saison war Bayer 04 damit mit zwei Treffern in Rückstand geraten.
Peter Bosz reagierte in der Halbzeitpause, brachte für die zweite Hälfte Kai Havertz und Paulinho für Charles Aránguiz und Karim Bellarabi. Bailey rückte auf die rechte Seite, Paulinho übernahm den linken Flügel. Und die Werkself erhöhte spürbar den Druck aufs Bremer Tor. In der 55. Minute jubelten die Fans von Schwarz-Rot erstmals, als Havertz den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen drosch. Schiedsrichter Aytekin erkannte den Treffer aber nicht an, weil Havertz die Kugel vor dem Abschluss an die Hand gesprungen war. Aber die Gastgeber drängten weiter mächtig auf den Anschlusstreffer. Glück allerdings für die Werkself, dass Sahin einen direkten Freistoß nur an die Latte setzte und Kruse den Abpraller nicht verwerten konnte (59.). Kurz darauf legte sich Brandt den Ball im Strafraum einen Tick zu weit vor, Friedl klärte am kurzen Pfosten zur Ecke (60.). Dann hielt Kapitän Lars Bender aus 18 Metern einfach mal drauf, aber Pavlenka parierte den noch abgefälschten Schuss stark (64.). Baumgartlinger brachte nach Flanke von Bailey im Gewusel den Fuß nicht mehr an den Ball (66.). Bayer 04 versuchte alles, machte weiter enormes Tempo und lief die Bremer immer wieder an. Bailey setzte einen Freistoß aus zentraler Lage über den Querbalken (72.). Drei Minuten später zielte der Jamaikaner genauer und zirkelte einen weiteren Freistoß aus rund 20 Metern herrlich in den linken Winkel (74.). Ein Traumtor! Der 1:2-Anschlusstreffer war das Signal zu einer furiosen Schlussphase, in der sich Werder kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien konnte. Die Gäste schwammen, Bayer 04 war ganz nah dran am Ausgleich. Brandt tankte sich auf der linken Seite durch, Bailey und Volland verpassten, aber Lars Bender kam an den Ball und schoss über die Latte (77.). Die Werkself entwickelte einen extremen Druck - Bailey hatte das nächste dicke Ding auf dem Fuß, der Jamaikaner hämmerte den Ball nach Vorarbeit von Brandt und Weiser aber knapp am Tor vorbei (86.). Bremen verteidigte inzwischen mit einer Fünferkette. Volland setzte in der Nachspielzeit einen Kopfball aus spitzem Winkel am linken Pfosten vorbei (90.+1). Die Werkself warf nochmal alles rein - und musste kurz vor dem Abpfiff nach einem weiteren eiskalt ausgespielten Konter der Bremer das entscheidende 1:3 durch Kruse (90.+4) schlucken.
Nach der Länderspiel-Phase in der kommenden Woche wird Bayer 04 in der Bundesliga wieder am Freitag, 29.3.2019, gefordert sein. Dann tritt das Bosz-Team bei der TSG 1899 Hoffenheim an. Die Partie in der PreZero-Arena wird um 20.30 Uhr angepfiffen.
Bayer 04: Hradecky – L. Bender (84. Weiser), Tah, Dragovic, Wendell – Aránguiz (46. Havertz), Baumgartlinger, Brandt – Bellarabi (46. Paulinho), Volland, Bailey
Tore:  0:1 Kruse (13.), 0:2 Rashica (37.), 1:2 Bailey (75.), 1:3 Kruse (90.+4)
Zuschauer: 30.210

Sonntag, 10. März 2019

10.3.2019: Bayer gewinnt die Schneeschlacht in Hannover mit 3:2


Unser Trainer Peter Bosz beließ es im Vergleich zum 2:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg bei einer Änderung: Dragovic ersetzte Sven Bender (Platzwunde am Kopf). Mit Anpfiff der Partie war der Winter zurück in Hannover - und der Schnee ließ den grünen Rasen schnell zum weißen Untergrund werden, was das Sportgerät bei Flachpässen merklich ausbremste. Erschwerte Bedingungen, auf die sich die Kontrahenten erstmal einstellen mussten. Bayer ließ sich auch durch die Bodenverhältnisse nicht von Kombinationsfußball abhalten, 96 agierte schnörkelloser und setzte über den schnellen Maina vereinzelt Nadelstiche. Schon nach 13 Minuten setzte sich Leverkusens bessere Struktur durch: Aranguiz schickte Bailey in die Tiefe, Brandt schoss nach dessen Rückpass von der Grundlinie volley. Esser wehrte ab, Volland staubte aus zwei Metern ab - 1:0. Die technisch überlegene Werkself stellte sich auch in der Folge einfach geschickter an, spielte den Ball besser temperiert in den Lauf des Mitspielers. Und erspielte etliche weitere Chancen: Korb rettete nach Konter von Brandt und Bailey (15.), Baumgartlinger, Brandt und Volland verpassten binnen Sekunden den Abschluss (19.), Brandt verzog (21.). Leverkusener Direktspiel mündete dann ins 2:0: Über Volland, Havertz und Brandt kam der Ball zurück zu Volland, der frei vor Esser mit einem Heber cool abschloss und seinen zweiten Treffer erzielte (28.). Bei fortwährendem Schneefall wurden die Bedingungen immer kniffliger - Haraguchi sollte einen bitteren Erfahrungswert sammeln: Haraguchi war vor dem Sechzehner schon an Hradecky vorbei und schoss flach aufs leere Tor - doch das Rund blieb Zentimeter vor der Linie liegen. Tah klärte dann locker (33.). Apropos Linie: Weil die Spielfeldumrandungen nicht mehr zu erkennen waren, unterbrach Referee Sören Storks das Spiel in der 41. Minute, Helfer fegten die Linien mit Besen frei. Neun Minuten später ging es weiter, die widrigen Platzverhältnisse ließen kaum mehr strukturierte Aktionen zu. 96 fightete, kam aber nicht zu einem zwingenden Abschluss. Auf der anderen Seite hätte Volland fast den Hattrick geschnürt, wurde halblinks nach seinem Schuss elfmeterreif von Esser abgeräumt, aber Storks' Pfeife blieb stumm (45.+2).
Mit Stürmer Weydandt für Mittelfeldmann Walace stellte Doll das System mit Wiederanpfiff auf zwei Spitzen um. Und entschlossene Niedersachsen verkürzten bei geringer werdenden Schneefall: Haraguchi flankte von links, im Zentrum nutzte Jonathas seine Größenvorteile gegenüber Jedvaj und nickte ins rechte Eck ein (51.). Die Doll-Elf kämpfte, hatte auf leicht verbesserten Bodenverhältnissen Vorteile und hätte nach Hradeckys Fauxpas und Einsatz gegen Jonathas Elfmeter bekommen können (54.) - die Rheinländer kamen dagegen kaum ins Rollen. Chancen ergaben sich längere Zeit nicht. Bayer blieb insgesamt zu passiv - und kassierte dafür die Quittung: Nach Schweglers Freistoß köpfte Weydandt aufs lange Eck. Hradecky wehrte ab, vom Oberschenkel Weisers prallte der Ball über die Linie (73.). 96-Joker Muslija wurde wenig später gerade noch von Dragovic geblockt (76.), ehe sich die Bosz-Elf zum Schlussspurt aufraffte. Havertz (82.) und der ebenfalls eingewechselte Bellarabi (84.) verpassten das 3:2. Das fiel aber doch, weil Havertz im Zusammenspiel mit Brandt per Kopf vollendete - die Entscheidung (87.), weil Jedvaj bei Antons Geschoss den Kopf hinhielt (90.+1).
Weiter geht’s für die Werkself am nächsten Sonntag, 17.3.2019, dann schon um 13.30 Uhr in der BayArena gegen Werder Bremen.
Bayer 04: Hradecky - Dragovic. Jedvaj, Tah, Weiser – Baumgartlinger, Aranguiz (61. Kohr) - Havertz, Brandt, Bailey (66. Bellarabi), Volland
Tore: 0:1 Volland (13.), 0:2 Volland (28.), 1:2 Jonathas (51.), 2:2 Weiser (73., Eigentor), 2:3 Havertz (87.)
Zuschauer: 33.800

Sonntag, 3. März 2019

2.3.2019: Der erste Karnevalssieg seit 2012 mit 2:0 gegen Freiburg


Mit einer souveränen Leistung hat Bayer 04 Leverkusen den SC Freiburg mit 2:0 geschlagen. Ein sehenswerter Treffer von Aranguiz brachte die Hausherren früh in Führung, die zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr geriet. Freiburg blieb über 90 Minuten offensiv erschreckend harmlos und musste nach vier ungeschlagenen Spielen in Folge wieder eine Niederlage hinnehmen.
Trotz der 2:3-Niederlage in Dortmund sah Leverkusens Coach Peter Bosz keinen Grund, etwas an seiner Startformation zu ändern und die Werkself erwischte am Karnevalssamstag einen Blitzstart: Eine frühe Ecke klärte Kübler per Kopf ins Zentrum, wo Aranguiz den Ball mit Risiko aus der Luft nahm und zum 1:0 in die Maschen drosch. Haberer hatte noch leicht abgefälscht (4.). In der Folge blieb Leverkusen tonangebend, ein Distanzversuch von Jedvaj rauschte nur knapp neben das Gehäuse (18.), Volland scheiterte aus spitzem Winkel an Schwolow (26.). Wermutstropfen einer starken Leverkusener Anfangsphase: Sven Bender rasselte bei einem Kopfballduell mit Kübler zusammen und musste mit einer blutenden Platzwunde am Kopf ausgewechselt werden, für ihn kam Dragovic (22.). Und Freiburg? Die Breisgauer blieben weitgehend passiv und überließen Leverkusen das Spielgerät, was in satten 75 Prozent Ballbesitz für Bayer im ersten Durchgang resultierte. Zu wirklich gefährlichen Szenen kamen aber auch die Hausherren trotz aller optischen Überlegenheit nur selten, einzig ein Fallrückzieher von Volland im Anschluss an eine Ecke brachte das Freiburger Tor noch in die Bredouille (42.). Defensiv wurde Leverkusen von offensiv unkontrollierten Freiburgern in der ersten Hälfte auch praktisch nicht gefordert.
Das änderte sich früh nach dem Seitenwechsel: Haberer kam rechts im Strafraum zum Schuss und zwang Hradecky zu einer Flugparade (49.). Auf Seiten der Gastgeber wartete Volland in aussichtsreicher Position zu lange und wurde von Kübler geblockt. Beim Nachsetzen ging Aranguiz im Duell mit Lienhart zu Boden, Winkmann zeigte zunächst auf den Punkt, nahm den Elfmeter aber nach Eingreifen aus Köln und kurzem Besuch in der Review Area aber zurück (55.). Leverkusen erspielte sich nach anfänglichen Problemen wieder ein ähnliches Übergewicht wie im ersten Durchgang, Volland scheiterte aus aussichtsreicher Position an Schwolow (65.). Freiburg versuchte zwar, selbst aktiver zu werden und hatte durch den eingewechselten Niederlechner zumindest einen Abschluss (70.), ließ den Hausherren durch die offensivere Ausrichtung aber auch mehr Platz für den eigenen Angriff - und das rächte sich. Havertz konnte rechts Tempo aufnehmen und steckte durch in den Strafraum für Brandt, der den Ball über Schwolow hinweg aufs lange Eck lupfte. Dort gingen Volland und Bailey auf Nummer sicher und beide zum Ball. Letztlich berührte der Jamaikaner die Kugel als letzter, für das Spieleregbnis war es aber egal - 2:0 (73.). Die Breisgauer kamen zwar durch Günter, der an einer Glanztat Hradeckys scheiterte (88.) noch zu ihrer besten Möglichkeit der Partie, konnten an der ersten Niederlage nach zuletzt vier ungeschlagenen Spiele aber nichts mehr ändern. Zum vierten Mal in Folge blieb Freiburg gegen Leverkusen außerdem ohne eigenen Torerfolg.
Am nächsten Wochenende gastiert Leverkusen am Sonntag, 10.3.2019, um 18 Uhr in Hannover.
Bayer 04: Hradecky - Jedvaj, Tah, S. Bender (22. Dragovic), Weiser – Aranguiz, Baumgartliger – Havertz (85. Kohr), Brandt – Bailey (87. Paulinho), Volland
Tore: 1:0 Aranguiz (4.), 2:0 Bailey (73..)
Zuschauer: 26.607

Sonntag, 24. Februar 2019

24.2.2019: Guter Aufritt wird beim 2:3 in Dortmund nicht belohnt


Trotz einer starken und über weite Strecken sehr überzeugenden Vorstellung verlor Bayer 04 das Duell bei Tabellenführer Borussia Dortmund mit 2:3 (1:2). In einem hochspannenden und bisweilen dramatischen Spiel trafen Zagadou (30.), Sancho (38.) und Götze (60.) für die Borussia. Kevin Volland glich zum 1:1 aus (37.), Jonathan Tah (75.) verkürzte noch zum 2:3 für die nie aufsteckende Werkself.
Peter Bosz nahm im Vergleich zur Europa-League-Partie gegen Krasnodar drei Veränderungen in der Startelf vor. Sven Bender übernahm den Part als zweiter Innenverteidiger von Aleksandar Dragovic, Tin Jedvaj spielte für Wendell linker Verteidiger und Julian Baumgartlinger kam für Lucas Alario ins Team. Dadurch rutschte Julian Brandt etwas weiter nach vorne in den Dreierangriff neben Kevin Volland und Leon Bailey. Für Kapitän Lars Bender reichte es noch nicht wieder für einen Platz im Kader.
Spitzenreiter Dortmund hatte seine vergangenen drei Begegnungen in der Liga nur unentschieden gestaltet, Bayer 04 seine letzten vier Spiele gewonnen – entsprechend hoffnungsvoll und selbstbewusst ging die Werkself in das Duell mit dem BVB. Es dauerte nicht lange bis zum ersten Abschluss der in weiß spielenden Leverkusener, Kai Havertz hatte viel Platz im Strafraum, visierte seinen Schuss aber deutlich zu hoch an (3.). Die Gäste waren in der ersten Viertelstunde die klar überlegene Elf, gewannen eine Vielzahl der Zweikämpfe und setzten sich früh in der Dortmunder Hälfte fest. Insbesondere über Julian Brandt als freischaffender Künstler in der Offensive, der überall auf dem Platz zu finden war, liefen viele Angriffe. Nach 20 Minuten beinahe die verdiente Führung der Werkself, als der Ball nach einer feinen Kombination über etliche Stationen bei Sven Bender landete, dessen noch leicht abgefälschter Schuss aus zentraler Position knapp am Pfosten vorbeiflog. Der BVB bekam in dieser Phase überhaupt keinen Zugriff auf die extrem spielfreudigen und ballsicheren Leverkusener, die ihrem Gegner permanent und wirkungsvoll mit aggressivem Pressing in die Parade fuhren. Kai Havertz zog volley aus dem Hinterhalt ab, wieder fehlte nur ganz wenig zum ersten Treffer (23.). Dann zur Abwechslung auch mal die Hausherren: Sanchos Schuss bereitete Hradecky keine Probleme (28.). Enger war's da schon beim Versuch von Weigl im Strafraum, doch Jonathan Tah warf sich mit Erfolg in den Schuss (29.). Bayer 04 machte das Spiel, doch den Treffer setzte der BVB. Nach einem Eckball kam Zagadou am Fünfmeterraum frei zum Schuss und traf zum 1:0 (30.). Das Tor stellte den Spielverlauf zu diesem Zeitpunkt komplett auf den Kopf. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Erst gelang Kevin Volland nach feinem Zusammenspiel mit Kai Havertz und einem trockenen Flachschuss ins kurze Eck der Ausgleich (37.) – sein neunter Saisontreffer. Doch die Freude über den verdienten Gleichstand währte nur Sekunden: Nach einer Linksflanke von Diallo verschätzte sich Jedvaj gewaltig und Sancho traf volley zum 2:1 (38.). Kurz vor der Pause geriet ein Aufbaupass von Keeper Hradecky deutlich zu lasch, und Bayer 04 hatte Glück, dass beim Schuss von Alcacer noch ein Bein dazwischen war (45.+1). Die Werkself machte ein Klassespiel in der ersten Hälfte, leistete sich aber in der Defensive zwei Nachlässigkeiten, die Dortmund rigoros bestrafte.
Auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten besaß die Werkself mehr Ballbesitz und Spielanteile, während Dortmund auf einen Konter und Umschaltmoment lauerte. Das Tempo war jetzt nicht mehr ganz so rasant wie vor dem Wechsel. Und Dortmund brauchte erneut nicht viele Möglichkeiten: Nach einem Angriff über die rechte Seite kam Mario Götze von der Strafraumgrenze zum Schuss und überwand Hradecky flach ins linke Eck zum 3:1 (60.). Wenig später lag die Kugel wiederum im Leverkusener Netz, doch beim Tor von Alcacer hatte der Spanier knapp im Abseits gestanden (63.). Dann musste Bürki mit toller Parade gegen den Flugkopfball von Leon Bailey nach Flanke Aránguiz' retten (65.). Bayer 04 hatte sich noch längst nicht aufgegeben. Peter Bosz reagierte und brachte Lucas Alario für Bailey (70.). Der Argentinier war sofort drin im Match, Bürki parierte seinen mit dem Rücken zum Tor abgegebenen Kopfball sensationell (72.). Dann aber war auch der BVB-Keeper machtlos, als der ganz starke Jonathan Tah einen Kopfball nach einem präzise gechippten Freistoß von Julian Brandt zum 2:3-Anschluss im Tor versenkte (75.). Es war der Auftakt zu einer hochspannenden und intensiven Schlussphase in einem Spitzenspiel, das sämtliche Erwartungen erfüllte.
Der eingewechselte Bruun Larsen donnerte den Ball nach einem Konter drüber (86.). Es gab fünf Minuten Nachspielzeit. Klasse, wie Kevin Volland zum eigenen Strafraum sprintete und mit letzter Kraft einen Dortmunder Konter unterband (90.). Bayer 04 probierte alles, kam aber nicht mehr zum Zug. Entsprechend geknickt zeigten sich die Werkself-Profis nach dem Abpfiff.
Für Bayer 04 geht es mit dem 24. Spieltag der Bundesliga am Samstag, 2.3.2019, und dem Heimspiel gegen den SC Freiburg weiter. Anstoß in der BayArena ist um 15.30 Uhr.
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Jedvaj – Havertz, Baumgartlinger, Aránguiz – Brandt, Volland, Bailey (70. Alario)
Tore: 1:0 Zagadou (30.), 1:1 Volland (37.), 2:1 Sancho (38.), 3:1 Götze (60.), 3:2 Tah (75.)
Zuschauer: 81.029

Donnerstag, 21. Februar 2019

21.2.2019: EuroLeague-Aus nach 1:1 gegen Krasnodar


Bayer 04 ist im Sechzehntelfinale der Europa League ausgeschieden. Die Werkself kam im Rückspiel gegen den russischen Vertreter FK Krasnodar nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und verpasste nach dem 0:0 im ersten Vergleich den Sprung ins Achtelfinale. Suleymanov hatte die starken Russen in einer turbulenten Schlussphase mit einem Freistoß in Führung gebracht (84.). Charles Aránguiz gelang nur noch der Ausgleich (87.) für die in den letzten Minuten verzweifelt anrennenden Leverkusener, die Pech mit einem Lattenschuss von Lucas Alario hatten (72.).
Im Vergleich zum vergangenen Bundesligaspiel gegen Düsseldorf nahm Chefcoach Peter Bosz eine Veränderung vor: Lucas Alario rückte für den verletzten Karim Bellarabi in die erste Elf. Der Argentinier spielte im Sturmzentrum, Kevin Volland besetzte dafür den rechten Flügel. Die Innenverteidigung bildeten erneut Jonathan Tah und Aleksandar Dragovic, Sven Bender meldete sich aber zumindest wieder einsatzfähig und saß auf der Bank. Krasnodar konnte in der BayArena auf den zuvor gesperrten Linksverteidiger Ramirez zurückgreifen und wechselte zudem den Torhüter: Statt Kritsyuk, der das Hinspiel bestritten hatte und nun verletzt fehlte, stand Safonov zwischen den Pfosten.
Die Ausgangslage war nach dem torlosen ersten Vergleich in Südrussland klar: Bayer 04 benötigte einen Heimsieg zum Weiterkommen, ob nach 90 oder 120 Minuten oder im Elfmeterschießen. Entsprechend konzentriert gingen die Leverkusener die Sache an. Die erste Chance eröffnete sich indes den Gästen, als Claesson von links scharf hereinpasste, wo Hradecky und Wendell mit vereinten Kräften am Fünfer retteten (7.). Kurz darauf zog Pereyra im Strafraum, der noch abgefälschte Ball wurde aber eine sichere Beute von Hradecky (9.). Auf der Gegenseite hatte Charles Aránguiz den ersten Abschluss ab, der flache Ball von der Strafraumgrenze bereitete Safonov aber keine Probleme (10.). Enger war's da schon beim strammen Linksschuss von Leon Bailey, der einen halben Meter am langen Eck vorbei zischte (12.). Es entwickelte sich eine tenporeiche Partie mit vielen Umschaltmomenten. Die ballsicheren Russen gingen das Ganze mit viel Mut und großer Entschlossenheit an und hatten in der ersten Viertelstunde einige gefährliche Aktionen zu bieten. Die Werkself war gewarnt. Bei der schönen Kombination über Kai Havertz, Julian Brandt und Leon Bailey flipperte die Kugel kurz durch den Strafraum, ehe Safonov zupackte (17.). Beim Flatterball des Jamaikaners aus gut 20 Metern wenig später hatte der Keeper schon deutlich mehr Probleme und ließ die Kugel nach vorn prallen (22.). Dann wieder Lukas Hradecky im Blickpunkt: Überragend, wie der Finne den Kopfball von Claesson noch aus dem bedrohten Eck fischte (25.). Brandts flacher Schuss rauschte hauchdünn am Tor vorbei (27.). Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und suchten laufend den Weg nach vorn. Als Kaboré und Kai Havertz mit den Köpfen zusammenrasselten, blieb der Werkself-Profi völlig benommen liegen und musste einige Minuten behandelt werden (29.). Nach 35 Minuten die bis dahin beste Aktion der Hausherren: Brandt leitete den Angriff ein, Volland passte scharf von links nach innen, Alario grätschte in die Hereingabe, doch Safonov stand goldrichtig und rettete mit dem Fuß. Kurz darauf handelte sich Dragovic mit rustikalem Einstieg gegen Kaboré eine Gelbe Karte ein, seine dritte im Wettbewerb (41.). Unmittelbar vor der Pause bewahrte Lukas Hradecky sein Team vor dem drohenden Rückstand, der Keeper machte sich ganz groß und parierte nach einem Konter Krasnodars sensationell gegen den allein vor ihm auftauchenden Claesson (45.).
In unveränderter Besetzung ging es in Durchgang zwei weiter. Baileys Schuss von der Strafraumgrenze kam zu zentral auf Safonov (52.). Krasnodar war weiter höchst giftig in den Zweikämpfen und kam so zu diversen Ballgewinnen. Baileys frechen Abschluss mit rechts entschärfte Safonov ebenfalls (56.). Havertz setzte den Ball aus spitzem Winkel klar am Tor vorbei (60.). Bayer 04 mangelte es dennoch in vielen Szenen an der nötigen Präzision im Passspiel. Julian Baumgartlinger kam für Havertz ins Spiel (66.). Dann fast die erlösende Führung: Alario zog nach Klasse-Zuspiel von Tah sofort aus 16 Metern und halbrechter Position ab, doch der noch abgefälschte Ball klatschte nur an die Latte (72.). Es blieb ein extrem enges Match und Geduldsspiel. Dann die ganz kalte Dusche: Der eingewechselte Suleymanov verwandelte einen Freistoß unhaltbar für Hradecky platziert zur Führung Krasnodars (84.). Doch die Werkself kämpfte sich erfolgreich zurück: Erst setzte Bailey den Ball nur ans Außennetz (86.), doch Charles Aránguiz traf im Anschluss an ene Ecke aus dem Hinterhalt zum 1:1-Ausgleich (87.). Jetzt brodelte die BayArena. Bayer 04 brauchte noch ein zweites Tor und drückte mit Vehemenz und Verzweiflung. Es gab drei Minuten Nachspielzeit und eine Serie von Eckbällen. Am Ende stürmte auch Lukas Hradecky mit nach vorn, doch es reichte im Powerplay nur noch zu einem Kopfball von Tah, dem aber der Druck fehlte (90.+2). Dann war Schluss und die Enttäuschung riesig.
Für die Werkself geht es bereits in drei Tagen mit der nächsten Bundesliga-Partie weiter: Am Sonntag, 24.2.2019 (18 Uhr) tritt Bayer 04 im Signal-Iduna-Park bei Spitzenreiter Borussia Dortmund an.
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, Dragovic (86. Kiese Thelin), Wendell – Havertz (66. Baumgartlinger), Aránguiz, Brandt – Volland, Alario, Bailey
Tore: 0:1 Suleymanov (84.), 1:1 Aránguiz (87.)
Zuschauer: 16.084