Samstag, 10. März 2018

10.3.2018 Verdiener 2:0 Heimsieg gegen M’Gladbach


Bayer hat die Ambitionen Richtung internationales Geschäft und vor allem Richtung Champions League mit einem verdienten 2:0 im rheinischen Nachbarschaftsduell mit Gladbach untermauert. Während die Werkself mit dem zweiten Dreier in Folge unter den Top vier der Bundesliga blieb, sackten die einmal mehr strauchelnden Fohlen abermals in dieser Rückrunde ab.
Heiko Herrlich schickte im Vergleich zum jüngsten 2:1 beim VfL Wolfsburg beinahe dieselbe Startelf ins Rennen. Lediglich Bailey (zuletzt mit muskulären Problemen) verdrängte Bellarabi auf die Bank. Personelle Sorgen plagten den Leverkusener Trainer nicht. Bis auf den am Oberschenkel verletzten Jedvaj waren alle Spieler fit.
Die Gladbacher, die über Kramer und Zakaria zwar immer wieder ordentlich aufbauten, ließen gerade im vorderen Spieldrittel Zug, Ideen und Mut vermissen. Bobadilla hing so arg in der Luft, Hazard musste oft auf eigene Faust etwas probieren - und Stindl ließ sich immer wieder fallen, nur um dann festzustellen, dass ihm Anspielstationen fehlten. Leverkusen dagegen steigerte sich nach einer ebenfalls harmlosen Anfangsphase (Abschluss von Lars Bender in der 5. Minute) immer mehr. Die Werkself band den pfeilschnellen Bailey mehr und mehr ein und suchte auch Volland/Alario vermehrt. Das sollte sich in der 39. Minute auszahlen: Bailey ging über die rechte Seite steil und chippte den Ball anschließend in hohem Bogen in die Nähe des linken Pfostens. Dort stieg Volland hoch, bewies Übersicht und nickte die Kugel in den Rückraum zum lauernden Alario. Der Stürmer brauchte nur noch einzuschießen. Interessante Randnotiz: Dies war der erste Bundesliga-Treffer der Leverkusener in der BayArena seit dem 2:0 gegen Mainz Ende Januar. Zuletzt hatte es ein 0:2 gegen Schalke und ein 0:2 gegen Hertha BSC gegeben. Am Ende wäre beinahe ein 2:0-Pausenstand herausgesprungen, weil Alario nochmals abschloss und Volland geistesgegenwärtig passieren ließ. Die Kugel sauste allerdings knapp rechts am Pfosten vorbei (45.).
Gladbach musste sich demnach im zweiten Abschnitt merklich steigern, wenn in diesem rheinischen Vergleich noch Punkte rausspringen sollten. Doch es war Bayer, das direkt wieder Druck Richtung 2:0 entwickelte: Alario setzte einen Kopfball haarscharf links vorbei (48.). Allgemein ließ sich immer wieder feststellen, dass die Werkself in den entscheidenden Momenten - ob offensiv oder defensiv - meistens einen Schritt schneller war. Wenig verwunderlich lag eher das 2:0 als das 1:1 in der Luft. Der umtriebige Alario hätte die Führung dann auch ausbauen können, brachte aber nach Vorlage von Volland aus wenigen Metern Torentfernung keinen scharfen Abschluss zustande. Torwart Sommer war letztlich zur Stelle (63.). Von den Gladbachern musste mehr kommen, das stand außer Frage. Mit Maßnahmen von außerhalb brachte Hecking neue Impulse: Hofmann und Cuisance, womit die Borussia auf ein 3-5-2-System umstellte, sollten für mehr Action sorgen. Ein wenig besser wurde es auch, doch mehr als halbgare Versuche sprangen lange Zeit nicht heraus. Erst mit der Hereinnahme von Stoßstürmer Drmic generierte BMG ein Großchance auf das 1:1: Nach einer feinen Hofmann-Flanke von der linken Seite durfte der Joker hochsteigen und köpfen. Er setzte den Ball aber ein gutes Stück rechts vorbei (82.). Noch brenzliger wurde es in der 89. Minute, als Wendell eine Flanke per Kopf aufs eigene Tor bugsierte. Leno war aber mit einer Heldentat zur Stelle. Am Ende sollte es nicht mehr für einen Punktgewinn in diesem Derby reichen - vielmehr setzte es für die Fohlen noch das 0:2 nach einem Konter. Alario hob den Ball dabei elegant in den Lauf von Brandt, der aus kurzer Distanz einschob (90.+3).
Für Leverkusen, das sich mit diesem Dreier in den Top vier der Bundesliga festsetzt, geht es am nächsten Sonntag (15.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln weiter.
Bayer 04: Leno - L. Bender, Tah, S. Bender, Wendell (90. Retsos) - Baumgartlinger, Aranguiz - Volland, Bailey (69. Brandt), Havertz (85. Kohr) – Alario
Tore: 1:0 Alario (39.), 2:0 Brandt (90. + 3)
Zuschauer: 28.809

Samstag, 3. März 2018

3.3.2018 Kiess schafft 400 beim 2:1 in Wolfsburg


Bayer 04 blieb auch im zehnten Auswärtsspiel in Serie ungeschlagen und behauptete sich beim VfL Wolfsburg verdient mit 2:1 (1:0). Lucas Alario per Elfmeter (31.) und Julian Brandt (78.) brachten die Werkself mit 2:0 in Führung, doch der Ex-Leverkusener Admir Mehmedi verkürzte umgehend (79.). Stefan Kießling wurde kurz vor Schluss eingewechselt und kam zu seinem 400. Einsatz in der Bundesliga, 341 davon für Bayer 04.
Entsprechend happy präsentierte sich „Kies“, dem nach dem Abpfiff alle Kollegen strahlend um den Hals fielen. „Ich bin überglücklich, dass ich diese besondere Zahl erreicht habe. Sie ist ein Beweis dafür, dass ich viele Jahre konstant in der Bundesliga meinen Mann gestanden habe. Ich bin stolz darauf, und dass wir gewonnen haben und sich die Jungs alle so mit mir gefreut haben, macht diesen Tag noch schöner.“ Julian Brandt sagte zur Partie: „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, die Kugel gut laufen lassen und uns viele Bälle durch Gegenpressing erobert. Mein Tor war wichtig und sollte Ruhe bringen, aber durch den frühen Anschluss konnten wir uns nie sicher sein.“ Und Kai Havertz meinte: „Wir haben gezeigt, dass wir viel Qualität haben. Das Zittern am Ende wäre nicht nötig gewesen.“
Bei Bayer 04 hatte es im Vergleich zur Partie gegen Schalke gleich fünf Veränderungen in der Startelf gegeben. Die beiden gesperrt fehlenden Panos Retsos und Dominik Kohr wurden durch Jonathan Tah und Julian Baumgartlinger ersetzt, Kapitän Lars Bender kehrte nach überstandenem Muskelfaserriss zurück und übernahm den Posten des Rechtsverteidigers von Tin Jedvaj. Dazu kamen Karim Bellarabi und Lucas Alario für Julian Brandt und Leon Bailey neu ins Team. In Bailey, Brandt, Stefan Kießling und Joel Pohjanpalo saßen gleich vier Offensiv-Akteure auf der Bank. Bei Wolfsburg stand der Ex-Leverkusener Admir Mehmedi in der Anfangsformation.
Die Werkself hatte sich nach der Heimniederlage gegen die Knappen viel vorgenommen, das zeigte sich sofort. Exakt 19 Sekunden dauerte es bis zur großen Führungschance: Lars Bender zog auf rechts energisch von der Mittellinie los, spielte Doppelpass mit Lucas Alario, der die Kugel gekonnt per Hacke weiterleitete, und verfehlte mit seinem wuchtigen Schrägschuss das lange Ecke nur um Haaresbreite – das war ein richtig dickes Ding! Bayer 04 begann mit Volland auf dem rechten Flügel, Bellarabi agierte über links. Die Anfangsphase gehörte klar den klug kombinierenden Gästen, die durch einen 20-Meter-Schuss von Volland, den Casteels aber sicher entschärfte, zum zweiten Abschluss kamen (9.). Eher unerwartet eine Gelegenheit für Wolfsburg, als Arnold aus der Distanz abzog und Bernd Leno zu einer Parade zwang (17.). Dann erneut die Werkself: Alario ließ einen Freistoß von Aránguiz über den Scheitel rutschen, da fehlte nur ein halber Meter (19.). Richtig gut anzuschauen war der Angriff wenig später über Havertz, Baumgartlinger und Alario, als Volland im Abschluss gerade noch geblockt wurde (26.). Kurz darauf die verdiente Führung: Nach Foul von Arnold an Kai Havertz am rechten Strafraumeck gab es den unstrittigen Elfmeter, Lucas Alario schnappte sich anstelle des etatmäßigen Schützen Wendell den Ball und verwandelte den Strafstoß ganz sicher und scharf neben den rechten Pfosten zum 1:0 (31.) – der Brasilianer war danach der erste Gratulant des Argentiniers nach dessen siebtem Saisontreffer. Bayer 04 bestimmte das Geschehen mit beeindruckender Sicherheit im Passspiel, kontrollierte den Gegner und ging folgerichtig mit der Führung in die Halbzeit.
Mit Beginn des zweiten Durchgangs ersetzte Tin Jedvaj Sven Bender, der über Rückenprobleme klagte. Die Werkself war sofort wieder im Angriffsmodus. Ein Freistoß von Charles Aránguiz klatschte aufs Lattenkreuz (51.), Julian Baumgartlingers noch leicht abgefälschte Volleyabnahme verfehlte das Tor knapp (52.). Bayer 04 schraubte mit Macht am zweiten Hieb, drückte den VfL phasenweise in die Seile. Vor allem Aránguiz machte sich als Motor verdient und kurbelte an, neben ihm wirkte auch Baumgartlinger sehr präsent in der Zentrale. Julian Brandt löste Bellarabi ab (67.). Dann kam noch einmal ordentlich Dynamik in die Begegnung. Erst gelang Julian Brandt mit einem traumhaften Lupfer über Casteels nach Doppelpass mit Alario das 2:0 (78.), beinahe im Gegenzug schaffte Wolfsburg durch Mehmedi den Anschluss (79.). Bernd Leno bekam noch die Hand an den Ball, konnte ihn aber nicht mehr entscheidend abwehren. Volland hatte die Entscheidung auf dem Fuß, sein Schlenzer aufs lange Eck flog vorbei (86.).
Zwei Minuten vor dem Abpfiff dann der große Moment für Stefan Kießling, der für Baumgartlinger ins Spiel und zu seinem 400. Bundesliga-Einsatz kam. „Kies“ rackerte und holte mit beherztem Einsatz einige Zeit bringende Freistöße raus. William sah nach üblem Einsteigen gegen Volland noch Gelb-Rot (90.). Dann war Schluss und die Werkself durfte feiern. Dieser Auftritt in Wolfsburg war in jeder Hinsicht eine runde Sache – nicht nur für Stefan Kießling.
Für Bayer 04 geht es mit dem 26. Bundesliga-Spieltag und dem Duell in der BayArena gegen Borussia Mönchengladbach weiter. Anstoß ist am nächsten Samstag, 10.3.2018 um 18.30 Uhr.
Bayer 04: Leno – L. Bender, Tah, S. Bender (46. Jedvaj), Wendell – Aránguiz, Baumgartlinger (88. Kießling) – Volland, Havertz, Bellarabi (67. Brandt) – Alario
Tore: 0:1 Alario (31./Foulelfmeter), 0:2 Brandt (78.), 1:2 Mehmedi (79.)
Zuschauer: 24.354

Sonntag, 25. Februar 2018

25.2.2018 Eiskalte Dusche beim 0:2 zu Hause gegen Schalke


Bayer 04 musste beim 0:2 (0:1) gegen den FC Schalke 04 nach einer Gelb-Roten Karte gegen Dominik Kohr ab der 39. Minute in Unterzahl spielen. Burgstaller und Bentaleb per Foulelfmeter sorgten für die Treffer der Gäste.
Eine Viertelstunde vor dem Anpfiff gab’s zunächst einmal eine positive Nachricht zu vermelden. Bayer 04 verkündete nämlich die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Jonathan Tah. Der Innenverteidiger, der heute noch einmal wegen eines grippalen Infekts pausieren musste, unterschrieb bis zum 30. Juni 2023. Sein bisheriger Kontrakt war bis 2020 datiert.
Dann ging es los bei herrlichem Sonnenschein und knackig kalten Temperaturen. Bayer 04-Trainer Heiko Herrlich vertraute gegen den FC Schalke 04 exakt der Startelf, die am vergangenen Wochenende beim Hamburger SV begonnen hatte. Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw erwischten die Gäste den besseren Start. Nach Ballverlust von Kevin Volland und langem Diagonalpass von Caligiuri nahm Burgstaller die Kugel auf, hob sie noch einmal über Retsos hinweg und vollstreckte dann frei vor Bernd Leno eiskalt aus 14 Metern ins kurze Eck zur frühen 1:0-Führung der Schalker (11.). Bayer 04 brauchte ein Weilchen, um sich von diesem Rückstand zu erholen. Die erste richtig dicke Chance für Schwarz-Rot hatte Leon Bailey auf dem Fuß. Der Jamaikaner kam nach einem von Schalke-Keeper Fährmann abgewehrten Eckball an den Ball und zog aus 15 Metern haarscharf am Pfosten vorbei (20.). Da fehlten nur Zentimeter zum Ausgleich. Die Königsblauen machten es der Werkself extrem schwer: Die Gäste waren sehr präsent, verteidigten geschickt und kamen ihrerseits nach einem Standard zu einer weiteren guten Möglichkeit: Bernd Leno musste sich mächtig strecken, als Goretzka nach einem Freistoß von Caligiuri per Kopfball aufs lange Eck zielte (29.). Als Dominik Kohr, der bereits die Gelbe Karte gesehen hatte, nach einem Foul an Embolo von Schiedsrichter Siebert mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde, war klar, dass die Aufgabe für Bayer 04 in Unterzahl noch schwerer werden würde.
Beide Mannschaften kamen zur zweiten Halbzeit unverändert aus den Kabinen. Schon nach vier gespielten Minuten allerdings nahm Schalke-Trainer Tedesco einen Doppel-Wechsel vor, brachte Harit und Stambouli für Burgstaller und Meyer. Die erste gute Aktion besaßen die Gastgeber in Person von Kai Havertz, dessen Schuss aus 17 Metern Schalke-Keeper Fährmann aber vor keine Probleme stellte (53.). Gefährlicher wurde es eine Minute später im anderen Strafraum, als Naldo nach einem Eckball frei zum Kopfball kam und diesen knapp am Kasten vorbeisetzte. Die Werkself war auch in Unterzahl bemüht, Druck aufzubauen und zu Abschlüssen zu kommen. Die Schüsse von Brandt (61.) und Jedvaj (63.) gerieten allerdings zu harmlos. Aber der kurz zuvor eingewechselte Lucas Alario hatte wenig später nach einer Klasse-Aktion die beste Chance zum Ausgleich. Der Argentinier nahm den Ball nach einer Flanke von Bailey mit dem Rücken zum Tor stehend an, drehte sich um die eigene Achse, zog direkt ab, konnte die Kugel aber nicht mehr platzieren - Fährmann parierte (64.). Heiko Herrlich brachte 20 Minuten vor Schluss in Stefan Kießling, der zu seinem 399. Bundesligaeinsatz kam, und Karim Bellarabi noch einmal zwei frische Offensivkräfte ins Spiel. Die Werkself fightete, fand aber gegen ausgebuffte Schalker keine Mittel. Die Gäste dann mit einer Riesen-Chance durch Embolo, der frei vor Leno scheiterte, weil die Nummer 1 der Werkself seinen Lupfer mit einem Weltklasse-Reflex entschärfte (83.). Fünf Minuten vor Schluss machte Schalke dann doch alles klar. Embolo stürmte wieder alleine auf Leno zu und ging nach einer Grätsche von Retsos zu Boden. Schiedsrichter Siebert entschied auf Strafstoß - und machte dabei auch Gebrauch vom Videobeweis. Der Unparteiische blieb bei seiner Entscheidung, Bentaleb verwandelte den Foulelfmeter sicher zum 2:0 für die Gäste (88.). Damit war die Partie gelaufen.
Die Werkself musste ihre dritte Heimniederlage in diesem Jahr hinnehmen und Schalke 04 in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen. Am Samstag, 3.3.2018, geht es für die Werkself am 25. Spieltag mit der Partie beim VfL Wolfsburg weiter. Fehlen wird dabei definitiv neben Kohr auch Panos Retsos, der gegen Schalke 04 seine fünfte Gelbe Karte gesehen hat und damit gesperrt ist. Anstoß in der Volkswagen-Arena ist um 15.30 Uhr.
Bayer 04: Leno – Jedvaj (71. Kießling), Retsos, S. Bender, Wendell – Kohr, Aránguiz – Brandt (71. Bellarabi), Havertz, Bailey – Volland (61. Alario)
Tore: 0:1 Burgstaller (11.), 0:2 Bentaleb (88., FE)
Zuschauer: 30.210          

Samstag, 17. Februar 2018

17.2.2018 2:1 Sieg beim torkelnden Hamburger SV


Die Werkself siegte beim Hamburger SV mit 2:1 (1:0) und blieb damit auch im neunten Spiel in Folge in der Fremde ungeschlagen. Leon Bailey (40.) und Kai Havertz (50.) legten ein 2:0 für überlegene Leverkusener vor, die aber nach dem 1:2-Anschluss des HSV durch Hahn (70.) in der umkämpften Schlussphase noch einmal um den Erfolg bangen mussten.
Bayer ging mit fünf Veränderungen im Vergleich zur jüngsten Partie gegen Hertha BSC in das Duell beim HSV. Panos Retsos nahm in der Abwehrzentrale den Platz des kurzfristig erkrankten Jonathan Tah (grippaler Infekt) ein, Tin Jedvaj ersetzte Benny Henrichs als Rechtsverteidiger, für den lange verletzt gewesenen Kroaten war es zugleich der erste Saisoneinsatz. Charles Aránguiz, Leon Bailey und Kai Havertz rückten für Julian Baumgartlinger, Karim Bellarabi und Lucas Alario in die Startformation. Hamburg war in jüngster Vergangenheit immer ein heißes Pflaster für die Werkself, die in den letzten vier Auswärtsspielen beim HSV nur einen Punkt holte und ordentlich einstecken musste. Auch diesmal gingen die Hausherren, denen das Wasser im Existenzkampf bis zum Hals steht, bei der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich vor. Wendell bekam dies früh extrem schmerzhaft zu spüren, als ihm Mavraj übel auf den Fuß stieg und völlig zu Recht die Gelbe Karte sah (10.). Für den humpelnden Brasilianer war danach Schluss, Heiko Herrlich musste die nächste Umstellung in der Defensive vornehmen und brachte Henrichs als neuen Linksverteidiger.
Fußballerisch leisteten sich beide Teams in der Anfangsphase einige unnötige Ballverluste, was natürlich auf Kosten des Spielflusses ging. Bayer 04 kam nach gut 20 Minuten erstmals gefahrbringend zum Abschluss: Der Schuss von Kohr wurde unfreiwillig noch von Brandt geblockt, der zweite Versuch von Volland geriet für Mathenia nicht zum Problem. Gleich danach die nächste Möglichkeit, eine richtig gute noch dazu: Nach Flanke von Havertz verfehlte der Kopfball von Aránguiz das lange Eck nur um Haaresbreite, touchierte sogar noch den Außenpfosten (26.). Nach Vollands Flanke traf der bedrängte Havertz den Kopfball nicht richtig (28.) – die deutlich spielstärkere Werkself war jetzt klar am Drücker. Und belohnte sich fünf Minuten vor der Pause mit dem verdienten Führungstreffer: Dominik Kohr spazierte mit dem Ball über den halben Platz in den gegnerischen Strafraum, nach der Hereingabe luchste Leon Bailey dem tapsigen Douglas Santos in dessen Rücken die Kugel ab, umspielte am Fünfer noch Mathenia und schob locker zum 1:0 ins verlassene Tor (40.). Treffer Nr. 9 der Nr. 9 von Bayer 04 war gleichbedeutend mit dem Halbzeitstand.
Die zweiten 45 Minuten begannen ideal für die Werkself: Nach einem Angriff über links, den Jedvaj mit seinem flotten Vorstoß inszeniert hatte, flankte Henrichs von der Grundlinie scharf nach innen, im Zentrum war Kai Havertz zur Stelle und traf mit links flach ins rechte Eck zum 2:0 (50.). Bayer 04 hatte im Volksparkstadion alles im Griff, das Publikum murrte zunehmend angesichts weiterer Unzulänglichkeiten der nervlich angeschlagenen Gastgeber. Die dann allerdings eine Chance besaßen durch die Direktabnahme im Drehen des eingewechselten Bobby Wood, die Bernd Leno mit einem Klassereflex um den Pfosten lenkte (66.). Dann servierte Bayer 04 dem Gegner den Anschluss quasi auf dem Tablett: Nach einem eigenen Einwurf und Ballverlust von Havertz schaltete der HSV schnell, Hahn tauchte allein vor Leno auf und erzielte das 1:2 (70.). Jetzt war auf einmal wieder Leben in der Bude, Hamburg witterte Morgenluft und drängte mit dem Mut der Verzweiflung. Heiko Herrlich brachte Lucas Alario, der sich mit einem Schuss aus 16 Metern, den Mathenia mit Mühe parierte, gleich gut einführte (75.). Salihovic senste Volland rüde um, sah Gelb – die Gangart der Hanseaten verschärfte sich noch einmal. Der HSV war auf den lucky Punch aus, aber Bayer 04 stand mit den überragenden Retsos und Sven Bender in der Zentrale gut. Julian Baumgartlinger kam für Havertz (88.). In der Nachspielzeit hatten die Hamburger durch Wood den Ausgleich auf dem Schlappen – die Kugel flog knapp am Pfosten vorbei. Dann war Schluss – und die Werkself feierte mit ihren 1.400 Fans einen enorm wichtigen Auswärtsdreier.
Für Bayer 04 geht es mit dem 24. Bundesliga-Spieltag und der Partie in der BayArena gegen Schalke 04 weiter. Anstoß am Sonntag, 25.2.2018, ist um 15.30 Uhr.
Bayer 04: Leno – Jedvaj, Retsos, S. Bender, Wendell (16. Henrichs) – Kohr, Aránguiz – Brandt (73. Alario), Havertz (88. Baumgartlinger), Bailey – Volland
Tore: 0:1 Bailey (40.), 0:2 Havertz (50.), 1:2 Hahn (70.)
Zuschauer: 45.691

Samstag, 10. Februar 2018

10.2.2018 Rückschlag muss verkraftet werden: 0:2 zu Hause gegen Hertha


Bayer 04 muss am 22. Bundesliga-Spieltag einen Dämpfer hinnehmen: Die Werkself unterlag Hertha BSC in der BayArena mit 0:2 (0:1). Lazaro hatte die Berliner kurz vor Ende der ersten Halbzeit in Führung gebracht. Kalou sorgte in der 58. Minute für den zweiten Treffer der Gäste, die zum ersten Mal seit fast zehn Jahren wieder in Leverkusen gewinnen konnten.
Heiko Herrlich musste gegen die Berliner auf seinen Kapitän verzichten. Für Lars Bender, der sich im Pokalspiel gegen Bremen einen Faserriss im Adduktorenbereich zugezogen hatte, verteidigte Benny Henrichs auf der rechten Abwehrseite. Im Vergleich zur Partie gegen Werder mischte Herrlich auch sonst kräftig durch. Anstelle von Wendell, Charles Aránguiz, Kai Havertz und Leon Bailey, die allesamt auf der Bank Platz nahmen, rückten Panos Retsos, Julian Baumgartlinger, Karim Bellarabi und Lucas Alario in die Startelf. Auf Seiten der Hertha kehrte Stammtorhüter Rune Jarstein nach überstandener Verletzung wieder zurück in den Kasten.
Die ersten Akzente setzte indes die Werkself, die sich schnell gute Chancen erspielte. Alario kam im Strafraum nach einer Flanke von Bellarabi nur einen Schritt zu spät (6.) und Retsos zwang Hertha-Keeper Jarstein nach einem Eckball von Brandt mit einem Kopfball zu einer Glanzparade (9.). Die Berliner sorgten zunächst nur aus der Distanz für einen Hauch von Gefahr. Plattenhardts Freistoß (8.) verfehlte allerdings ebenso deutlich das Ziel wie Daridas Fernschuss (21.). Bayer 04 gab klar den Ton an, allerdings fehlte im letzten Drittel zuweilen die Genauigkeit beim finalen Abspiel. Oder ein Herthaner rettete im letzten Moment - wie Torunarigha, der nach scharfer Hereingabe von Brandt vor dem einschussbereiten Volland per Grätsche noch so eben an den Ball kam (26.).  Die Berliner erwiesen sich als der unangenehm zu bespielende Gegner, den Heiko Herrlich erwartet hatte. Hertha stand geordnet in der Defensive, machte die Räume eng und beschränkte sich offensiv auf wenige Aktionen. Die Führung der Gäste fiel überraschend. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld setzte Darida auf der linken Seite Lazaro in Szene, der den Ball an Leno vorbei ins lange Eck schoss. Ein Treffer, den sich Schiedsrichter Ittrich noch einmal vom Videoassistenten in Köln über Headset bestätigen ließ. Darida hatte den Ball vor seinem Pass auf Lazaro demnach nicht regelwidrig mitgenommen. Der Treffer zählte und sorgte für eine schmeichelhafte Halbzeitführung der Berliner.
Auch in der zweiten Hälfte tat sich die Werkself schwer gegen die Berliner, die in der 58. Minute sogar auf 2:0 erhöhen konnten. Nach einem Befreiungsschlag von Pekarik setzte sich Kalou gegen Jonathan Tah durch, blieb auch vor Leno eiskalt und sorgte für den zweiten Treffer der Hertha. Ein Tor, das die Werkself erst einmal verdauen musste. Bellarabi (67.) und Kohr (69.) versuchten es mit Schüssen aus der Distanz. Die beste Möglichkeit, den Anschlusstreffer zu erzielen, ergab sich in der 72. Minute. Hertha-Keeper Jarstein hatte im eigenen Strafraum den Ball regelwidrig zweimal mit der Hand aufgenommen, Schiedsrichter Ittrich entschied auf indirekten Freistoß. Lustenberger wehrte auf der Linie den aus sieben Metern geschossenen Ball von Bailey ab, dann knallte Volland die Kugel an die Unterkante der Latte und schließlich kam auch Alario im Nachsetzen nicht entscheidend an den Ball. Viel Pech für die Werkself in dieser Situation, die das 1:2 hätte bringen können. Das Team von Heiko Herrlich versuchte noch einmal alles. Pohjanpalo, der für Kohr ins Spiel kam, scheiterte kurz nach seiner Einwechselung mit einem Kopfball an Jarstein (78.). Aber trotz aller Bemühungen gelang kein Treffer mehr. Die letzte große Chance des Spiels besaßen kurz vor Schluss die Gäste durch Lazaro, der noch einmal an die Latte schoss (87.). Durch die Niederlage rutschte Bayer 04 auf Tabellenplatz fünf ab, bleibt aber auf Tuchfühlung mit dem Zweiten RB Leipzig.
Für die Werkself geht es in der Bundesliga mit dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV weiter. Die Partie im Volksparkstadion wird am Samstag, 17.2.2018, um 15.30 Uhr angepfiffen.
Bayer 04: Leno – Henrichs (57. Bailey), Tah, S. Bender, Wendell – Kohr (77. Pohjanpalo), Baumgartlinger – Bellarabi, Brandt (67. Havertz)  – Alario, Volland
Tore: 0:1 Lazaro (43.), 0:2 Kalou (58.)
Zuschauer: 26.501