Samstag, 14. Mai 2022
14.5.2022: 2:1 Heimsieg gegen Freiburg
Der scheidende Völler kletterte nach Abpfiff über den Zaun der Nordtribüne zu den Fans und richtete sein Wort an die Fans. „Was heute hier los war im Stadion, einfach nur grandios“, sagte er – ehe er die Uffta mit den Anhängern anstimmte.
Platz drei und damit ihre 13. Teilnahme an der UEFA Champions League hatte die Werkself bereits am vergangenen Wochenende mit dem 4:2-Erfolg bei der TSG Hoffenheim perfekt gemacht. Es war also alles bereitet für einen sportlich vergleichsweise entspannten Nachmittag – mit einem dafür umso höheren Emotionsfaktor. Rudi Völler, der einst 1994 als Profi von Marseille aus den Weg nach Leverkusen gefunden hatte, verabschiedete sich aus dem operativen Geschäft, und das Publikum in der ausverkauften und feierfreudigen BayArena huldigte ihrem Rudi mit einer bewegenden Choreographie und Standing Ovations. Der 62-jährige Völler, der schon weit vor dem Anpfiff unzählige Foto- und Autogrammstunde der Fans erfüllte, bleibt Bayer 04 aber im Gesellschafterausschuss und als Klub-Botschafter erhalten.
Neben dem Sport-Geschäftsführer wurde auch Julian Baumgartlinger verabschiedet, dessen Zeit unter dem Bayer-Kreuz nach sechs Jahren endet. Der 34-jährige Österreicher führte die Werkself bei seinem letzten Auftritt für Bayer 04 als Kapitän aufs Feld. In der Startelf stand auch Torhüter Andrey Lunev, der damit zu seiner Bundesliga-Premiere kam, nachdem er zuvor schon einmal in der Europa League in Budapest den Leverkusener Kasten gehütet hatte. Neu in die Anfangsformation rückten zudem Linksverteidiger Daley Sinkgraven, Exequiel Palacios sowie Lucas Alario, der mit Patrik Schick die Doppelspitze bildete. In Lukas Hradecky, Lennart Grill und Niklas Lomb saßen gleich drei Torhüter auf der Bank.
Dass für die Freiburger auch sportlich noch etwas auf dem Spiel stand, bekam Moussa Diaby früh und schmerzlich zu spüren: Eggestein stoppte das Solo des Franzosen an drei Gegnern vorbei mit einem rüden Tritt in den Knöchel und sah dafür mit Recht Gelb (2.). Die Zuschauer in der ganz in Rot getauchten BayArena, unter ihnen auch Bundestrainer Hansi Flick, erlebten eine Werkself, die reichlich Ballbesitz generierte und die Kugel munter in den eigenen Reihen zirkulieren ließ. Freiburg verbuchte eine erste Torannäherung durch Schlotterbecks Kopfball, den Lunev aber lässig pflückte (15.). Gefährlicher wurde es da schon beim Kopfball von Höler an den Außenpfosten (20.). Sonderlich aufregend verlief die Partie zwar nicht, das tat der Freude der Bayer 04-Fans aber keinen Abbruch. Patrik Schick stand nach 36 Minuten dicht vor seinem 25. Saisontreffer und der Einstellung des Klubrekords von Stefan Kießling, doch der Ball rutschte dem Tschechen nach der Ecke von Paulinho leicht über den Scheitel und flog am Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite verfehlte der Schlenzer von Grifo nur knapp das Dreieck des Leverkusener Tores (44.). Es ging torlos in die Kabinen.
Klasse, wie Daley Sinkgraven kurz nach Beginn der zweiten Hälfte vor dem einschussbereiten Sallai rettete (50.). Und noch besser, wie Patrik Schick nach resolutem Ballgewinn gegen Schlotterbeck auf einen eigenen Abschluss allein vor Freiburgs Keeper Flekken verzichtete und Lucas Alario den Leverkusener Führungstreffer uneigennützig auf dem Silbertablett servierte – das 1:0 in der 54. Minute. Wenig später fast der zweite Hieb der Werkself: Paulinhos scharfen Schuss parierte Flekken hervorragend, Schick traf im Nachfassen mit seinem starken linken Fuß nur die Latte (59.). Paulinho scheiterte am Außenpfosten (64.). Unmittelbar danach erhoben sich die Fans von ihren Rängen und feierten Julian Baumgartlinger, der für Charles Aránguiz Platz machte, zudem kamen auch Robert Andrich für den Torschützen Alario (60.) sowie fünf Minuten darauf Mitchel Bakker für Sinkgraven (65.). Lienharts Kopfball strich ebenso knapp am Pfosten vorbei (70.) wie der Versuch des eingewechselten Demirovic (82.). Bayer 04 wechselte erneut doppelt, es kamen Sardar Azmoun und Piero Hincapie für Schick und Paulinho (83.). Andrichs Schuss nach einem Konter verfehlte sein Ziel recht deutlich (87.). Dafür trafen die Freiburger: Der eingewechselte Haberer setzte den Ball entschlossen zum 1:1 ins Netz (88.). Da Leipzig zu diesem Zeitpunkt in Bielefeld 0:1 hinten lag, fehlte dem Sport-Club auf einmal nur noch ein Tor zur Qualifikation für die Champions League. Einen weiteren aussichtsreichen Konter der Werkself vereitelte Schlotterbeck, als er den einschussbereiten Azmoun nach Diabys Querpass im letzten Moment am Einschuss hinderte (90.). Kurz darauf traf der Iraner per Kopf nur den Pfosten (90.+2). Einen Höhepunkt hatte die Begegnung aber noch: Als Freiburg in der siebten Minute der Nachspielzeit auch Torhüter Flekken bei einem Freistoß nach vorn beordert hatte, kam Exequiel Palacios an den Ball und setzte ihn fast von Höhe der Mittellinie in den verwaisten Freiburger Kasten – 2:1, der Siegtreffer und erfreuliche Abschluss für die Werkself. Die ausgelassenen Feierlichkeiten mit den Fans konnten beginnen.
Nach dem abschließenden Pflichtspiel der Saison 2021/22 begibt sich die Werkself am Sonntagmittag auf sechstägige Tour nach Mexiko, wo neben zahlreichen Marketing- und PR-Maßnahmen rund um den 100. Geburtstag von Bayer Mexiko auch ein Testspiel am Dienstag, 17. Mai, beim mexikanischen Erstligsten Deportivo Toluca ansteht.
Bayer 04: Lunev – Kossounou, Tah, Tapsoba, Sinkgraven (65. Bakker) – Diaby, Baumgartlinger (60. Aránguiz), Palacios, Paulinho (83. Hincapie) – Alario (60. Andrich), Schick (83. Azmoun)
Tore: 1:0 Alario (54.), 1:1 Haberer (88.), 2:1 Palacios (90.+7)
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Samstag, 7. Mai 2022
7.5.2022: 4:2 in Hoffenheim sichert Champions League
Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte drehte Bayer Leverkusen das Spiel bei der TSG Hoffenheim und sicherte sich damit die Qualifikation für die Champions League 2022/23.
Gerardo Seoane sah nach dem 2:0 gegen Eintracht Frankfurt keine Veranlassung, Änderungen an seiner Anfangsformation vorzunehmen. Nach seiner Verletzung am 26. Spieltag erstmals wieder im Kader war indes Frimpong.
Hoffenheim war in der Anfangsphase das aktivere Team und hatte durch Rutter auch den ersten Abschluss zu verbuchen (4.). Nach und nach kam auch Bayer etwas besser ins Spiel. Paulinho aus spitzem Winkel zwang Baumann zum Eingreifen. Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine Halbzeit, in der beide Mannschaften versuchten, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Gute Torchancen blieben allerdings selten. Dass es dennoch gleich drei Tore vor der Pause gab, lag an der nahezu perfekten Chancenverwertung beider Seiten: Den Anfang machte Rutter, der nach einem schlimmem Ballverlust von Hincapie an Baumgartner im Zentrum zum 1:0 abschloss (22.). Leverkusen tat sich in der Offensive schwer, kam aber fast aus dem Nichts dennoch zum Ausgleich. Diaby flankte zu Schick, der in Torjägermanier direkt und wuchtig vollstreckte (34.). Doch nur kurz darauf war Hoffenheim wieder am Zug. Nach Flanke von Kaderabek verschätzte sich Hradecky ein wenig, sodass Baumgartner aus kurzer Distanz den nicht unverdienten 2:1-Pausenstand für die etwas bissigere TSG herstellte (36.).
Nach dem Seitenwechsel ersetzte Seoane den beim ersten Hoffenheimer Tor patzenden Hincapie mit Bakker. Und Bayer entwickelte nun mehr Zug als noch über weite Strecken der ersten Hälfte, sodass das Spiel nun an Fahrt aufnahm. Von Mangel an Strafraumszenen konnte nun keine Rede mehr sein. Für die Werkself zwangen Schick und Andrich Baumann zu Paraden (51., 61), Diaby verzog aus spitzem Winkel knapp (65.). Auf der Gegenseite rettete Hradecky nach einem Dabbur-Kopfball gekonnt (54.), Kramaric wurde mit einem Fallrückzieher gerade noch geblockt (63.). Doch die Treffer sollten noch kommen: In der 73. Minute veredelte der von Schick in Szene gesetzte Diaby einen sehenswerten Bayer-Angriff zum 2:2, wenig später machte der Tscheche mit einer tollen Einzelleistung, an deren Ende er noch Baumann aussteigen ließ, die Wende im Spiel perfekt (76.). Nachdem Joker Bruun Larsen mit einem Pfostentreffer und Kramaric, der im Nachschuss das leere Tor verfehlte (79.), noch eine große Doppelchance zum 3:3 liegengelassen hatten, gelang schließlich Alario in der Nachspielzeit sogar noch der 4:2-Endstand zugunsten der Werkself (90.+1).
Für Bayer geht es am allerletzten Spieltag zu Hause gegen Freiburg. Es bleibt aber auf jeden Fall Platz 3 in der Liga.
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tah, Tapsoba, Hincapie (46. Bakker) – Andrich (64. Palacios), Aránguiz, Azmoun (64. Alario) – Paulinho (84. Baumgartlinger), Diaby – Schick (84. Sinkgraven)
Tore: 1:0 Rutter (22.), 1:1 Schick (34.), 2:1 Baumgartner (36.), 2:2 Diaby (73.), 2:3 Schick (76.), 2:4 Alario (90.)
Zuschauer: 20.033
Montag, 2. Mai 2022
2.5.2022: 2:0 Heimsieg gegen Frankfurt
Bayer ist nur noch einen Sieg von der Qualifikation für die Champions League entfernt. Mit dem 2:0 gegen Eintracht Frankfurt festigte die Werkself Platz drei.
Während bei den mitten im Champions-League-Rennen liegenden Leverkusenern nach dem 4:1 bei Absteiger Fürth nur Hincapie (für Bakker) und Andrich (für den verletzten Demirbay) nach Gelbsperre zurückkehrten, rotierte Frankfurts Coach Oliver Glasner im großen Stil: Zwischen den Europa-League-Halbfinalspielen gegen West Ham United nahm er gleich acht Wechsel im Vergleich zum Hinspiel in London vor - einzig Trapp, Tuta und Kostic blieben in der Anfangsformation.
Der erste präzise ausgespielte Angriff der feldüberlegenen Hausherren mündete direkt in der Führung: Nach Azmouns Kopfballverlängerung und Schicks überragendem Hacken-Pass hatte Diaby viel Wiese vor sich und bediente Paulinho mustergültig mit dem Außenrist am zweiten Pfosten, der Brasilianer verpasste Trapp mit etwas Glück den Tunnel (18.). Viel veränderte sich durch das Tor nicht an der Statik des Spiels. Leverkusen blieb wacher in den Zweikämpfen, machte aber zu wenig aus den sich immer wieder bietenden Umschaltsituationen: Schick stand bei seinem Treffer im Abseits (34.), Andrich verzog freistehend (40.). Frankfurts Offensivspiel bestand über eine halbe Stunde lang fast nur aus einfachen Ballverlusten, erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs kam die Eintracht allmählich im Spiel an und verzeichnete kurz vor dem Pausenpfiff noch eine vorzeigbare Ausgleichschance durch Hauge (42.).
Der Norweger blieb zur Pause dann in der Kabine - gemeinsam mit Tuta und Kostic, den beiden einzigen Feldspielern, die bereits in London in der Startelf gestanden hatten. Dafür kam unter anderem Lammers in die Partie, der direkt seine Aktien am nächsten Leverkusener Tor hatte: Vor dem eigenen Strafraum verlor der Joker den Ball gegen Kossounou und Diaby steckte durch auf Schick, der Trapp den zweiten Beinschuss des Tages verpasste (51.). Zunächst entschied das Schiedsrichtergespann noch auf Abseits, das Hasebe allerdings deutlich aufgehoben hatte - nach VAR-Eingriff führte Bayer 04 mit 2:0. In der Folge zog sich die Werkself zurück, wurde phasenweise ein wenig passiv und gewährte Frankfurt immer wieder Halbchancen. Zu mehr reichte die Durchschlagskraft der Gäste aber nicht, Leverkusen war spätestens in der Schlussphase wieder deutlich näher dran am dritten Treffer der Partie: Alleine Schick (79., 80., 83.) hätte für eine vorzeitige Entscheidung sorgen können, auch Azmoun (71.), Tah (75.) und der eingewechselte Alario (90.+2) hatten gute Möglichkeiten auf das 3:0. Frankfurt stemmte sich gerade in der Schlussphase nicht mehr gegen die Niederlage, der Fokus richtete sich bereits deutlich auf Donnerstag, wenn das Halbfinal-Rückspiel in der Europa League gegen West Ham United (21 Uhr) ansteht.
Leverkusen spielt am Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim. Da Leipzig das Parallelspiel gegen Mönchengladbach verlor, wäre Leverkusen mit einem Sieg im Kraichgau sicher für die Champions League qualifiziert.
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tah, Tapsoba, Hincapie – Andrich, Aránguiz (82. Palacios), Azmoun (86. Baumgartlinger) – Paulinho (82. Bakker), Diaby (88. Sinkgraven) – Schick (86. Alario)
Tore: 1:0 Paulinho (18.), 2:0 Schick (51.)
Zuschauer: 26.429
Samstag, 23. April 2022
23.4.2022: 4:1 Auswärtssieg in Fürth
Bayer 04 hat im Kampf um einen Champions-League-Platz den erforderlichen Pflichtsieg bei der SpVgg Greuther Fürth eingefahren: Die Werkself behauptete sich beim Tabellenletzten verdient mit 4:1 (2:1) und kletterte wieder auf Platz drei. Willems hatte die Hausherren in Führung gebracht (5.), Patrik Schick (9.) und Sardar Azmoun (18.) drehten die Partie mit ihren Toren. Nach dem Wechsel erhöhten Paulinho (58.) und Exequiel Palacios (84.).
Bayer 04 ging ohne Sieben in das Duell im Sportpark Ronhof. Neben den fünf Verletzten Florian Wirtz, Jeremie Frimpong, Amine Adli, Timothy Fosu-Mensah und Karim Bellarabi musste die Werkself auch ohne die beiden nach fünf Gelben Karten gesperrten Piero Hincapie und Robert Andrich auskommen. Im Vergleich zur Begegnung mit RB Leipzig nahm Chefcoach Gerardo Seoane drei Veränderungen in seiner Anfangsformation vor: Für Hincapie, Andrich und Exequiel Palacios begannen Kerem Demirbay, Paulinho und Sardar Azmoun. Für den Iraner war es der zweite Startelf-Einsatz. Mehr Konsequenz, Mut und Entschlossenheit in der Offensive hatte Seoane vor der Partie beim Tabellenletzten gefordert. Forsch und angriffslustig wollten die Leverkusener ihre Aufgabe angehen, doch sie wurden früh ausgesprochen kalt erwischt. Fürth drang über die rechte Seite in den Strafraum, den Flachschuss von Ngankam vermochte Lukas Hradecky noch reaktionsschnell abzuwehren, doch Bayer 04 bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, und Willems drosch ihn im Nachfassen mit Wucht zur Führung ins Netz – 1:0 (5.). Die Werkself indes schlug zeitig zurück. Nach einer Ecke von Demirbay prallte die Kugel von Fürths Kapitän Hrgota zu Patrik Schick, dessen Abseitsposition somit aufgehoben war, und der Tscheche lenkte den Ball geistesgegenwärtig mit der Hacke an Linde vorbei ins Netz – 1:1 (9.), Saisontreffer Nr. 21 für den Torjäger. Die Gäste blieben nach dem Ausgleich am Drücker – und profitierten wie schon beim 1:1 von der unfreiwilligen Hilfe des Gegners: Fürths Torhüter Linde vertändelte am eigenen Fünfer die Kugel gegen Sardar Azmoun, der sie danach nur noch ins verlassene Tor schieben musste – das 1:2 (18.) und der erste Treffer Azmouns für die Leverkusener. Paulinhos Abschluss kurz darauf wurde gerade noch von Griesbeck zur Ecke geblockt (23.). Gleiches galt für den Versuch von Moussa Diaby mit rechts nach Paulinhos Flanke, als ebenfalls noch ein Fürther Bein dazwischen war (25.). Bayer 04 kontrollierte mit der Führung im Rücken Ball und Gegner, ließ im Umschaltspiel aber in manchen Szenen die nötige Präzision missen, wie beim aussichtsreichen Konter über Paulinho, der ins Leere lief (38.). Umso besser ausgespielt hingegen die Kombination zwischen Azmoun und Schick, der den Ball aufs kurze Eck donnerte, wo Linde aber rechtzeitig die Fäuste hochriss (41.). Kurz darauf eine Schrecksekunde, als Azmoun mit dem linken Knie ganz unglücklich wegrutschte, es ging aber weiter für ihn (43.). Bayer 04 nahm eine verdiente 2:1-Führung mit in die Pause.
In Durchgang zwei legten die Leverkusener nach sieben Minuten das vermeintliche 3:1 nach, als Paulinho den Ball nach einem schönen Konter über Azmoun und Diaby ins Tor drückte, doch Flankengeber Diaby hatte zuvor hauchzart im Abseits gestanden (52.). Sechs Minuten später jedoch hatte der Brasilianer seinen Treffer, als er nach einem feinen No-look-Pass per Außenrist von Azmoun den Ball erst nicht richtig traf, ihn dann aber gedankenschnell mit dem zweiten Versuch in die Maschen spitzelte – das 1:3 (58.). Diabys Solo über rechts an zwei Fürthern vorbei ermöglichte Schick eine Direktabnahme mit rechts, die Kugel rauschte aber am Pfosten vorbei (68.). Gerardo Seoane nahm seinen ersten Wechsel vor und ersetzte Azmoun durch Daley Sinkgraven, der Niederländer sortierte sich rechts offensiv ein, Diaby agierte fortan zentraler neben Schick (72.). Wenig später kam auch Exequiel Palacios für Demirbay (77.). Schick eröffnete sich nach Mitchel Bakkers flacher Hereingabe die nächste Möglichkeit, er traf den scharf getretenen Ball aber nicht (79.). Bayer 04 wechselte doppelt, Julian Baumgartlinger und Lucas Alario kamen für Diaby und Schick (82.). Und die Werkself machte alles klar: Palacios wurde nicht angegriffen, zog aus gut 20 Metern ab und traf flach ins linke Eck zum 4:1 (84.). Fürth, das nun als erster Absteiger feststeht, hatte einer effektiven Leverkusener Mannschaft nichts mehr entgegenzusetzen. Bayer 04 profitierte von der Niederlage Leipzigs gegen Union Berlin und ist nun wieder Tabellendritter.
Für die Werkself geht es mit dem 32. Spieltag und der Partie in der BayArena am Montag, 2.5.2022, gegen Eintracht Frankfurt weiter (Anstoß: 20.30 Uhr).
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tah, Tapsoba, Bakker – Aránguiz, Demirbay (77. Palacios) – Diaby (82. Baumgartlinger), Azmoun (72. Sinkgraven), Paulinho – Schick (82. Alario)
Tore: 1:0 Willems (5.), 1:1 Schick (9.), 1:2 Azmoun (18.), 1:3 Paulinho (58.), 1:4 Palacios (84.)
Zuschauer: 11.579
Sonntag, 17. April 2022
17.4.2022: 0:1 Heimniederlage gegen Leipzig
Nach zuvor drei Bundesligaspielen ohne Niederlage musste sich Bayer 04 im Topspiel RB Leipzig mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. Das Tor des Tages vor 26.119 Zuschauern in der BayArena erzielte Dominik Szoboszlai nach 69 Minuten.
Im Vergleich zum torlosen Remis beim VfL Bochum 1848 brachte Cheftrainer Gerardo Seoane zwei Neue von Beginn an – beide nominell eher der Defensive zuzuordnen: Mitchel Bakker und Exequiel Palacios starteten anstelle von Paulinho und Kerem Demirbay. Zudem entschied sich Seoane gegen die Roten Bullen für eine Fünfer-Abwehrreihe sowie drei Sechser im Zentrum. Bei den Gästen aus Sachsen, die erst vor drei Tagen das Viertelfinal-Rückspiel der Europa League bei Atalanta Bergamo mit 2:0 gewonnen hatten, tauschte Domenico Tedesco in der Startelf derweil gleich sieben Mal.
Die Anfangsminuten waren geprägt von einem vorsichtigen Abtasten beider Teams, keiner wollte der gegnerischen Offensive Räume anbieten. Für die erste Torannäherung des Spiels sorgte Werkself-Profi Robert Andrich, der Fernschuss des 27-Jährigen flog allerdings einige Meter über die Querlatte (13.). Und auch die nächste Gelegenheit zehn Minuten später gehörte den Hausherren: Ein Freistoß von Palacios fand auf Höhe des zweiten Pfostens den Kopf von Edmond Tapsoba, dessen Hereingabe in die Mitte aber von Leipzigs Josko Gvardiol unterbunden wurde. In der Folge setzte sich die Werkself phasenweise in der gegnerischen Hälfte fest. Jonathan Tah versuchte es nach einer Ecke per Kopf (26.), Moussa Diaby aus spitzem Winkel (28.) – beide aber fanden ihren Meister in RB-Torhüter Peter Gulacsi. Auch den Abschluss von Geburtstagskind Charles Aránguiz aus fast 30 Metern parierte der ungarische Nationalkeeper sicher (38.). Die wohl beste Chance des ersten Durchgangs – erneut für Bayer 04 – hatte Patrik Schick auf dem Kopf; der Torjäger verzog aber etwas zu weit nach rechts (41.). Da auch dieser Versuch nicht saß und auf der Gegenseite Lukas Hradecky vor dem Pausenpfiff kein einziges Mal gefordert war, ging es torlos in die Kabinen.
Nun auch mit RB-Topscorer Christopher Nkunku auf dem Rasen, kamen die Leipziger gleich nach wenigen Sekunden zu ihrer ersten Gelegenheit in der Partie – und die hatte es direkt in sich. Der französische Nationalspieler wollte erst aufgrund einer Berührung Tahs im Strafraum einen Strafstoß haben, beim folgenden Abpraller scheiterte dann der aufgerückte Willi Orban am linken Pfosten (46.). Zwei Minuten später musste Piero Hincapie Gegenmann Nkunku kurz vor der Strafraumlinie mit einem Zupfer am Trikot stoppen, der Leverkusener sah dafür seine fünfte Gelbe Karte in der laufenden Saison und wird damit am kommenden Wochenende in Fürth fehlen. Das Spiel nahm an Fahrt auf, auch die Werkself kam durch einen Schick-Kopfball zu ihrer ersten Chance im zweiten Abschnitt (53.). Tedesco brachte fünf Minuten später nach Nkunku mit Konrad Laimer und Dani Olmo zwei weitere Leistungsträger, Seoane ließ seine erste Elf vorerst unverändert weitermachen. 68 Minuten waren rum in der BayArena, als erneut Nkunku alleine aufs Tor zulief, seinen Lupfer aber links am Tor vorbei setzte. Erfolgreicher war da dessen Teamkollege Dominik Szoboszlai, der auf Vorlage Nkunkus unhaltbar für Hradecky unter die Querlatte zur Führung für RB einnetzte (69.). Unbeeindruckt vom Rückstand, kam Diaby zum nächsten Abschluss, erneut aber war Gulacsi zur Stelle (77.). So blieb die Werkself, wie schon vergangene Woche in Bochum, ohne eigenes Tor und musste sich nach zuvor drei Bundesligaspielen ohne Niederlage erstmals wieder geschlagen geben.
Mit der Heimniederlage rutscht die Werkself im Bundesliga-Tableau auf den vierten Rang ab, das Team der Rückrunde aus Sachsen übernimmt dafür Platz drei.
Am kommenden Samstag, 23.4.2022, tritt die Werkself im Rahmen des 31. Bundesliga-Spieltags bei der SpVgg Greuther Fürth. Das Duell beim mit 17 Punkten abgeschlagenen Tabellenletzten wird um 15.30 Uhr angepfiffen.
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tapsoba, Tah (73. Demirbay), Hincapie (87. Azmoun), Bakker – Andrich (80. Alario), Aránguiz, Palacios (73. Paulinho) – Diaby, Schick
Tor: 0:1 Szoboszlai (69.)
Zuschauer: 26.119
Sonntag, 10. April 2022
10.4.2022: 0:0 in Bochum
Bayer hat nach dem 2:0 in Wolfsburg und 2:1 gegen Hertha BSC den dritten Sieg in Serie verpasst. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane kam in Bochum nicht über ein torloses Remis hinaus.
Beide Teams stehen auf ihre jeweilige Art für Vollgas-Fußball, doch die Anfangsphase des West-Duells verlief ereignisarm. Patrik Schick hatte nach vier Minuten zwar eine gute Gelegenheit aus wenigen Metern, nachdem er den Ball von Paulinho serviert bekam, doch der Tscheche traf bei seinem Startelf-Comeback den Ball nicht richtig. Auf der Gegenseite gab es kurz danach eine halbgefährliche Szene, die der zurückgeeilte Charles Aránguiz aber noch rechtzeitig im Strafraum klären konnte. Bochum agierte erwartbar griffig, Leverkusen war zunächst Minuten auf der Suche nach einer klaren Linie gegen die physische Präsenz der Gastgeber. Richtiger Spielfluss kam aber vorerst nicht zustande, stattdessen prägten lange Bälle, Kopfballduelle, Zweikämpfe, Ballverluste, Einwürfe und Abseitspositionen das Bild. Nach einer Körpertäuschung war nach etwas mehr als einer Viertelstunde Schick halblinks durch, spielte auf Paulinho im Strafraum, doch die Bochumer Defensive kam einem sinnvollen Abschluss des Brasilianers zuvor (16.). Rund fünf Minuten später köpfte Schick aus schwieriger Lage über das Tor. Eine längere Behandlungspause endete anschließend mit der Auswechslung von Jonathan Tah. Der Nationalspieler fiel während eines Duells mit VfL-Torjäger Sebastian Polter unglücklich hin und griff sich anschließend knapp oberhalb der Hüfte an die linke Seite seines Rückens. Mitchel Bakker kam ins Spiel, rückte auf die linke Abwehrseite, und Piero Hincapie nahm Tahs Posten in der Viererkette ein. Beiden Seiten fehlte auf dem Weg ins letzte Drittel weiterhin die letzte Genauigkeit. So blieben Torraumszenen Mangelware. Bochum wirkte gut organisiert und war auch nach Ballverlusten schnell wieder sortiert, Bayer fand dagegen wenig Lösungen. Nach 37 Minuten gab es die erste Ecke der Partie, doch auch diese Gelegenheit ließ Leverkusen ungenutzt. Bochum setzte dann immer wieder Nadelstiche durch eingestreutes schnelles Umschaltspiel, einer davon war zweifellos der unüberhörbare Aluminiumtreffer von Danilo Soares. Leicht abgefälscht klatschte der Schuss aus gut 20 Metern mit reichlich Schnitt an den Querbalken. Es war die bis dahin beste Chance der Partie (42.). Die Antwort war ein missratener Versuch aus einem zweiten Ball von Aránguiz, der weit am Tor vorbeiging (45.). So ging es auch nach Polters Versuch ohne Tore in die Halbzeit.
Bochum läutete die zweiten 45 Minuten mit einem Schuss von Takuma Asano ein, doch dem Japaner rutschte der Ball über den Spann – drüber. Allmählich entwickelte sich die Partie zu einer eher dahinplätschernden Angelegenheit, zumindest was Szenen in den jeweiligen Strafräumen angeht. Intensiv war es weiterhin, aber es war ein taktisch geprägtes Duell, in dem keiner den entscheidenden Fehler machen wollte. Auch ein Elfmeterpfiff sollte nicht das erste Tor des Nachmittags bringen. Moussa Diaby trat am Punkt an, nachdem Paulinho im Strafraum gefoult wurde. Doch der Franzose rutschte bei der Ausführung weg und schoss sich kurioserweise selbst ans Standbein. Der Ball ging zwar ins Netz, aber Schiedsrichter Felix Zwayer entschied regelkonform, dass der Treffer wegen der Doppelberührung nicht zählt (65.). Es blieb also alles offen. Bochum hatte jetzt zunehmend mehr vom Spiel, ließ es in den entscheidenden Momenten aber an Präzision vermissen. Bayer scheute hingegen das Risiko, in der Schlussphase alles auf eine Karte zu setzen, und blieb harmlos.
Am kommenden Sonntag, 17.4.2022, geht es für die Leverkusener mit dem Heimspiel gegen RB Leipzig weiter, das im Champions-League-Rennen von herausragender Bedeutung ist (19.30 Uhr).
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tah (30. Bakker), Tapsoba, Hincapie – Andrich, Aránguiz, Demirbay (76. Palacios) – Paulinho (67. Bellarabi, 76. Sinkgraven), Diaby – Schick (76. Alario)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 25.000
Samstag, 2. April 2022
2.4.2022: 2:1 Sieg gegen Hertha BSC
Die Werkself hat den zweiten Sieg in Folge und damit drei weitere wichtige Punkte im Kampf um die Champions League eingefahren. In der BayArena gewann Bayer 04 gegen Hertha BSC dank eines Doppelschlags im ersten Abschnitt mit 2:1 (2:1). Die Treffer erzielten Lucas Alario (34.) und Karim Bellarabi (40.), nur zwei Minuten danach verkürzte Vladimir Darida auf den Endstand. Erfreulich aus Sicht von Schwarz-Rot: Torjäger Patrik Schick feierte nach mehrwöchiger Verletzungspause sein Comeback.
Im Vergleich zum 2:0-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg veränderte Cheftrainer Gerardo Seoane seine Startelf auf drei Positionen: Charles Aránguiz begann für den gelb-gesperrten Kerem Demirbay und Paulinho für den verletzten Amine Adli, zudem stürmte Lucas Alario anstelle von Sardar Azmoun.
Mit der lautstarken Nordkurve im Rücken war die Werkself in den ersten Minuten vorrangig in der Defensive gefragt, nennenswerte Torgelegenheiten konnten sich die Gäste bis auf einen Versuch von Maximilian Mittelstädt aus der Ferne jedoch nicht erspielen (2.). Auf Seiten der Leverkusener war es im direkten Gegenangriff Mitchel Bakker, der wie Mittelstädt das Außennetz traf. In der Folge übernahmen die Hausherren die Ball- und Spielkontrolle und drängten Hertha BSC in die eigene Hälfte. Nach 15 Minuten mussten die Hauptstädter dann den ersten Wechsel des Spiels vornehmen – und zwar zwischen den Pfosten. Stammtorhüter Alexander Schwolow konnte verletzungsbedingt nicht mehr weitermachen, für ihn kam Marcel Lotka aufs Feld. Der 20-Jährige hütete in der laufenden Bundesliga-Saison bereits dreimal den Kasten der Hertha (neun Gegentore), bis zu seinem Transfer nach Berlin war der Pole von 2017 bis 2020 für die Nachwuchsteams von Bayer 04 aktiv. Erstmals eingreifen musste er bei einem Abschluss Karim Bellarabis aus 16 Metern (20.). 30 Minuten waren inzwischen gespielt, mehr als 70 Prozent Ballbesitz hatte die Seoane-Elf aufzuweisen, eine gefährliche Gelegenheit aber blieb aus – bis zur 34. Minute. Moussa Diaby brachte die Kugel von rechts flach ins Zentrum, wo Alario entgegenkam, sich mit dem ersten Kontakt in Richtung Tor aufdrehte und dann ins lange Eck einschoss. Nun hatte die Werkself Rückenwind, blieb am Drücker und legte nur sechs Minuten später das zweite Tor nach: Dieses Mal drang Diaby von rechts in den Strafraum ein, wo Bellarabi den Ball annahm und ihn anschließend akkurat ins rechte untere Eck einschob. Doch damit nicht genug im ersten Durchgang: Hertha BSC kam direkt zurück, Vladimir Darida traf in der 42. Minute zum 1:2-Pausenstand aus Sicht der Gäste.
Die Anfangsphase des zweiten Abschnitts gestaltete sich erst einmal ausgeglichen und ohne Großchancen auf beiden Seiten. Nach etwas mehr als einer halben Stunde nutzte dann Seoane eine Unterbrechung, um gleich drei Neue zu bringen. Mit dabei war neben Exequiel Palacios und Azmoun auch Patrik Schick. Der tschechische Torjäger hatte zuletzt verletzungsbedingt passen müssen, war zuletzt Mitte Februar im Einsatz. Lange blieb es gefahrlos, bis Azmoun eine Paulinho-Flanke mit dem Kopf erreichte – aber aufs Tornetz zielte (75.). In der Folge war die Werkself auf Sicherheit bedacht, zwischenzeitlich kam Robert Andrich noch zu einem weiteren guten Versuch per Kopf (85.). Zu einem Treffer sollte es aber auf beiden Seiten nicht mehr kommen, sodass auch nach den 04 Minuten Nachspielzeit der zweite Sieg in Folge für Bayer 04 perfekt war. Nach der Länderspielpause sowie dem Duell mit Hertha BSC geht es nun bis Saisonende an jedem Wochenende zur Sache. Die nächste Aufgabe geht die Werkself am Sonntag, 10. April, beim VfL Bochum 1848 an. Der Anstoß gegen den Aufsteiger erfolgt um 15.30 Uhr.
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tah, Tapsoba – Bellarabi (64. Azmoun), Andrich, Aránguiz (64. Palacios), Bakker (73. Hincapie) – Paulinho, Diaby – Alario (64. Schick)
Tore: 1:0 Alario (34.), 2:0 Bellarabi (40.), 2:1 Darida (42.)
Zuschauer: 23.557