Nach dem Fehlstart in der Liga misslang Bayer 04 Leverkusen auch der Auftakt in die Champions League. Die Werkself erholte sich nicht von einem Fehler Hradeckys und verlor mit 0:1 in Brügge.
Gerardo Seoane brachte Neuzugang Hudson-Odoi erstmals von Beginn an. Des Weiteren starteten im Vergleich zum 2:3 gegen Freiburg Hincapie, Bakker und Aranguiz. Das Quartett ersetzte Tapsoba, Palacios, Demirbay (alle Bank) sowie Sinkgraven (nicht gemeldet).
Mit 16 Punkten aus den ersten sieben Ligaspielen im Rücken gingen die Gastgeber mit Selbstvertrauen in die Partie und übernahmen gleich die Kontrolle. Die Belgier versuchten immer wieder, mit langen Pässen in die Tiefe die Leverkusener Defensive auszuhebeln. Häufig kam Brügge in der Anfangsphase über Rechtsaußen Skov Olsen, der mit seinem starken linken Fuß kontinuierlich ins Zentrum zog: Gefahr strahlte "Blauw-Zwart" trotz der Überlegenheit nicht aus - auch, weil Bayer, das abwartend agierte und nur phasenweise presste, aufmerksam verteidigte. Nach 20 Minuten änderte sich dann das Spielgeschehen. Die Werkself traute sich in der Offensive mehr zu und kam durch Schick gleich zu einem Abschluss. Nach Vorarbeit von Hincapie blockte Sylla im letzten Moment den Abschluss des Tschechen (21.). In einer nun ausgeglichenen Partie blieb Bayer das gefährlichere Team. Diaby verpasste kurze Zeit später nur um Zentimeter die Führung: Mignolet lenkte den Distanzschuss des Franzosen an den Pfosten (27.). Da in der Folge nicht viel passierte, deutete alles auf eine torlose erste Halbzeit hin, bis Hradecky plötzlich ein folgenschwerer Fehler unterlief. Nach Syllas Kopfball fiel der Schlussmann mit dem Ball in den Händen ins Tor (42.). Da Schick die postwendende Antwort verpasste (44.) und Hradecky einen Schuss von Sowah über die Latte lenkte (45.+1), ging es mit dem 1:0 in die Kabinen.
In der Pause reagierte Seoane und brachte Palacios für Aranguiz. Doch weder die frische Kraft, noch der Systemwechsel auf Viererkette zeigte Wirkung. Leverkusen übernahm nach dem Wiederanpfiff zwar die Kontrolle, Torchancen kreierte der Bundesligist aber keine. Das lag auch an der fehlenden Passqualität im Offensivspiel. Aus diesem Grund fand in Durchgang zwei viel zwischen den Strafräumen statt. Erst 20 Minuten vor dem Ende entwickelte Leverkusen eine kurze Drangphase. Zunächst flog Demirbays scharfe Flanke am langen Pfosten vorbei, anschließend drehten die Leverkusener sogar zum Torjubel ab. Da Tah bei der Hereingabe von Hudson-Odoi aber leicht im Abseits gestanden hatte und nun aktiv eingriff, nahm Schiedsrichter Irfan Peljto den Treffer nach Ansicht der Videobilder zurück (73.). Anschließend wurde Schicks Fallrückzieher-Tor ebenfalls zurückgenommen (77.). Ein regulärer Treffer sollte dem deutschen Vertreter auch in der Schlussphase nicht mehr gelingen. Während Amiri (87.) und Demirbay (88.) verzogen, parierte Mignolet kurz vor dem Schlusspfiff gegen Hlozek (90.+3).
Nach dem Pokalaus in Runde eins, dem Fehlstart in der Bundesliga misslang Leverkusen also auch der Auftakt in die Champions League. Es war bereits die vierte Leverkusener Europapokal-Niederlage in Folge. Nun steht die Werkself am nächsten Dienstag (21 Uhr) gegen den Favoriten Atletico Madrid bereits unter Druck.
Bayer 04: Hradecky – Kossonou, Tah, Frimpong (86. Azmoun), Hincapie, Bakker (67. Bakker) – Andrich (67. Demirbay), Aranguiz (46. Palacios), Diaby, Hudson-Odoi (86. Amiri), Schick
Tore: 1:0 Sylla (42.)
Zuschauer: 21.235
Mittwoch, 7. September 2022
7.9.2022: 1:0 Niederlage in Brügge
Samstag, 3. September 2022
3.9.2022: 3:2 Heimniederlage gegen Freiburg
Der SC Freiburg ist neuer Tabellenführer der Bundesliga. In einem turbulenten Spiel schlugen die Breisgauer Bayer 04 Leverkusen dank einer starken Chancenverwertung mit 3:2 - obwohl im ersten Durchgang wenig darauf hingedeutet hatte.
Bayer wusste selbst nicht genau, wie ihnen geschah. 45 Minuten lang hatte der SC Freiburg offensiv quasi nicht stattgefunden, sich keine einzige Chance heraus gespielt. Leverkusen schien alles im Griff zu haben - und lag kurz nach Wiederanpfiff doch hinten.
Für die gesperrten Bakker und Hincapie, die beim 3:0-Sieg über Mainz jeweils Gelb-Rot gesehen hatten, brachte Bayer-Coach Gerardo Seoane Sinkgraven und Kossounou - und der setzte sich früh in Szene. Von der rechten Innenverteidigerposition aus startete der Ivorer ein energisches Solo über den halben Platz und suchte schließlich Schick. Der konnte den Ball ebenso wenig kontrollieren wie danach Gulde, der schließlich unfreiwillig für Demirbay vorlegte - 1:0 für Leverkusen (16.). Es war der erste temporeiche Angriff in einem zuvor gemächlich startenden Spiel. Freiburgs Trainer Christian Streich hatte im Vergleich zum 1:0 über den VfL Bochum defensiveres Personal gewählt, Gulde anstelle von Doan gebracht und auf Dreierkette umgestellt - war aber früh im Spiel schon wieder zum Wechseln gezwungen: Sallai wurde von Tah unglücklich mit dem Fuß im Gesicht getroffen und musste auf einer Trage vom Feld gebracht werden, für ihn kam Jeong (9.). Ohne den Ungar trat die Freiburger Offensive im ersten Durchgang praktisch nicht in Erscheinung. Leverkusen wirkte in einem kampfbetonten Spiel mit vielen Unterbrechungen deutlich gefährlicher, verdiente sich die Führung quasi im Nachhinein und erspielte sich gegen Ende der ersten Hälfte noch eine Reihe guter Möglichkeiten: Flekken parierte stark gegen Schick (35.) und Diaby (41.), Andrichs abgefälschte Direktabnahme sauste knapp vorbei (43.).
Streich reagierte zur Pause auf die maue offensive Leistung seines Teams, wechselte doppelt und stellte um auf 4-2-3-1. Seine Mannschaft kam wie verwandelt aus den Kabinen - und lag plötzlich vorne: Zunächst köpfte Ginter eine Grifo-Ecke wuchtig zum Ausgleich ein (48.), dann nutzte Jeong einen haarsträubenden Patzer von Tapsoba zu einem Querpass auf Gregoritsch, der Freiburg aus kurzer Distanz in Führung brachte (51.). Seoane agierte mit einem Dreifachwechsel auf den unvermittelten Rückstand, stellte ebenfalls auf Viererkette um und brachte unter anderem Hudson-Odoi zu seinem Bundesliga-Debüt (60.). Der brauchte nur fünf Minuten, um seinen ersten Scorerpunkt beizusteuern: Eine schöne Halbfeldflanke des Jokers landete auf dem Kopf von Schick, der sich gegen Grifo und Ginter durchsetzte und sein erstes Saisontor erzielte (65.). Leverkusen rannte nun weiter an und war kurz davor, die Partie erneut zu drehen - doch das Tor machte Freiburg. Eine Günter-Ecke verlängerte Höfler am ersten Pfosten mustergültig zum eingewechselten Doan - dritte Chance, drittes Tor für eiskalte Freiburger (72.). Ganz anders Leverkusen, das zwar weiter anrannte, aber im Abschluss glücklos blieb: Ein abgefälschter Frimpong-Schuss rollte knapp neben das Tor (76.). In den letzten Minuten gingen den Hausherren dann zunehmend Kraft und Ideen aus, Freiburg brachte den am Ende schmeichelhaften Erfolg über die Zeit und kürte sich zum neuen Tabellenführer.
Bayer gastiert jetzt am Mittwoch (21 Uhr) zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase bei Club Brügge.
Bayer 04: Hradecky – Kossonou, Tah (60. Aranguiz), Tapsoba, Frimpong, Sinkgraven (78. Fosu-Mensah) – Andrich (78. Amiri), Palacios (60. Azmoun), Diaby, Demirbay (60. Hudson-Odoi), Schick
Tore: 1:0 Demirbay (16.), 1:1 Ginter (48.), 1:2 Gregoritsch (51.), 2:2 Schick (65.), 2:3 Doan (72.)
Zuschauer: 26.853
Samstag, 27. August 2022
27.8.2022: 3:0 Auswärtssieg in Mainz
Die richtige Reaktion gezeigt: Nach drei Niederlagen zum Start in die neue Bundesliga-Saison hat die Werkself im Auswärtsspiel bei Mainz 05 drei Punkte eingefahren. Durch ein Eigentor des Mainzers Jonathan Burkardt ging das Team von Cheftrainer Gerardo Seoane nach einer halben Stunde in Führung, noch vor der Pause legte Jeremie Frimpong per Doppelpack nach (39., 41.). Im zweiten Durchgang arbeitete die Werkself weiterhin konsequent in der Defensive, sodass es letztlich beim verdienten 3:0-Erfolg blieb.
Für die Begegnung mit den Nullfünfern hatte Gerardo Seoane im Vergleich zur Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim (0:3) in der Vorwoche drei personelle Veränderungen vorgenommen: Statt Adam Hlozek und Sardar Azmoun in der Offensive, lief Mitchel Bakker auf der linken Außenbahn an, für Charles Aránguiz rückte Exequiel Palacios in die Startelf. Zudem komplettierte Kerem Demirbay das Mittelfeld.
Das Spiel begann direkt mit viel Tempo und hoher Intensität auf beiden Seiten. Bereits in der 6. Minute starteten die Gastgeber zum ersten gefährlichen Angriff: Nach einer Hereingabe von Karim Onisiwo kam Angelo Fulgini aus kurzer Distanz frontal vor Lukas Hradecky an den Ball, doch der Kapitän reagierte mit pfeilschnellen Reflexen und parierte den Ball kurz vor der Linie. In der 12. Minute war es dann wiederum die Seoane-Elf, die gefährlich wurde: Moussa Diaby gelang der Durchbruch bis in den Strafraum, Stefan Bell kam dazwischen, sodass der Ball erneut in Leverkusens Reihen landete. Doch auch den flachen Nachschuss von Bakker mit seinem schwächeren rechten Fuß konnte Robin Zentner zur Ecke klären. Die Mainzer bestimmten nun mit zunehmendem Spielverlauf die Begegnung. Robert Andrich und Co. waren im Gegenzug weiterhin um einen strukturierten Spielaufbau bemüht - mit Erfolg. Nach einer Ecke von Demirbay landete die Kugel bei Exequiel Palacios rechts an der Strafraumgrenze. Sein flacher Distanzschuss fand den Weg in Richtung Tor ins lange Eck, im Getümmel war es letztlich der Mainzer Jonathan Burkhardt, der die Werkself durch ein Eigentor mit 1:0 in Führung brachte (29.). Daraufhin schien der Knoten geplatzt: Zehn Minuten später startete Diaby nach Ballgewinn gegen Maxim Leitsch zum Konter, der Franzose lief alleine auf Zentner zu, sah jedoch noch den auf rechts mitlaufenden Jeremie Frimpong, der die Kugel nur noch ins kurze Eck zum 2:0 einschieben brauchte. Dann ging es Schlag auf Schlag: Nach einem Ballverlust von Alexander Hack und Leitsch startete erneut Frimpong auf der rechten Seite. Mit einem schönen Solo ging die Nr. 30 auch am Mainzer Schlussmann Zentner vorbei und netzte aus spitzem Winkel zum Doppelpack und damit zur 3:0-Führung der Werkself ein (39.). So ging es auch zum Halbzeitpfiff in die Kabine.
Für den zweiten Durchgang nahm Seoane zunächst keine Wechsel vor. Die Gastgeber veränderten auf der Gegenseite gleich drei Mal. Neu im Spiel: Niklas Tauer, Jae-Sung Lee und Delano Burgzorg. Letzterer wurde in der 55. Minute direkt in einen Zweikampf im Strafraum verwickelt, in der Folge landete der Ball bei Teamkollege Aarón Martin, der seinen strammen Fernschuss an die Latte setzte. Nach intensiven ersten Minuten schien sich die Partie zunächst etwas beruhigt zu haben. Die Mainzer suchten zwar immer wieder den Durchbruch durch die Leverkusener Defensive, die Werkself ging jedoch beherzt dazwischen und verteidigte konsequent. Aber die Nullfünfer ließen nicht locker. Nach der Gelb-Roten Karte von Hincapie aufgrund eines Foulspiels stand die Seoane-Elf ab der 77. Minute nur noch zu zehnt auf dem Platz. Infolgedessen erarbeiteten sich die Hausherren weitere Chancen, so auch zwei Minuten später: Anton Stach brachte einen kraftvollen Freistoß aus 17 Metern aufs Tor, Hradecky musste sich langmachen und parierte den Ball erneut stark. Drei Minuten später ist es dieses Mal Onisiwo, der sich nach einer Drehung individuell in der Box durchsetzen konnte, sein Abschluss ging jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. In der Nachspielzeit sah Bakker nach einem Ellenbogen-Check gegen Onisiwo wie auch Kollege Hincapie zuvor die zweite Gelbe Karte und musste damit ebenfalls vom Platz. Die restliche Spielzeit verlief ereignislos, so blieb es beim 3:0 und damit beim ersten Saisonsieg für die Werkself in der Bundesliga-Saison 2022/23.
Kommende Woche steht für Bayer 04 ein Heimspiel auf dem Programm. Am Samstag, 3.9.2022 (Anstoß: 15.30 Uhr), empfängt die Seoane-Elf den SC Freiburg in der BayArena.
Bayer 04: Hradecky – Tapsoba, Tah, Hincapie – Frimpong (71. Kossounou), Andrich, Palacios (71. Aránguiz), Bakker – Demirbay (81. Amiri) – Diaby (81. Fosu-Mensah), Schick (83. Azmoun)
Tore: 0:1 Burkardt (29./Eigentor), 0:2 Frimpong (39.), 0:3 Frimpong (41.)
Zuschauer: 28.500
Samstag, 20. August 2022
20.8.2022: 0:3 zu Hause gegen Hoffenheim
Nach dem 0:3 gegen die TSG 1899 Hoffenheim ist der Fehlstart von Bayer 04 Leverkusen perfekt. Die Werkself reiht Fehler an Fehler und die Kraichgauer treffen zweimal spektakulär.
Gerardo Seoane konnte nach der 2:1-Niederlage gegen den FC Augsburg wieder auf Torhüter und Kapitän Hradecky sowie Mittelfeldchef Andrich bauen. Lunev fehlte verletzt, Palacios rückte auf die Bank.
Die Werkself begann abwartend, überließ der TSG das Feld und presse erst an der Mittellinie. Rutter (1. Minute) köpfte gleich zu Beginn eine abgefälschte Flanke drüber, Diaby scheiterte auf der anderen Seite nach einem schnellen Antritt an Baumann (7.). Dann begann die Hoffenheimer Zaubershow. Rutter entschied sich an der Grundlinie gegen eine Flanke und legte den Ball lieber ans Strafraumeck zu Prömel. Der spielte Doppelpass mit Baumgartner, konnte vorstoßen, weil Tapsoba das Abseits aufhielt, und legte wieder zurück zum Österreicher. Mit dem Rücken zum Tor stehend bugsierte er die Kugel am verdutzten Hradecky vorbei über die Linie (9.). Für die Rheinländer offenbar aber kein Weckruf. Seoanes Team blieb ideenlos, Hoffenheim stand sicher und legte im richtigen Moment nach. Kabak eroberte tief in der eigenen Hälfte den Ball, spazierte damit an den Strafraum und Hradecky sprang unter seiner Flanke hindurch, sodass Kramaric problemlos einköpfen konnte (35.). Wenig später fast das 0:3: Wieder stoppte Kabak einen Bayer-Angriff und über Baumgartner landete das Leder bei Rutter. Der wackelte Tapsoba aus und passte durch Hradeckys Beine hindurch zu Skov, der locker einschob. Video-Assistent Frank Willenborg hatte in der Entstehung aber ein Foul von Kabak an Hlozek beobachtet und nahm den Treffer zurück (39.).
Nach der Pause stellte Seoane um: Palacios und Demirbay kamen für Hlozek und Aranguiz. Diaby rückte nach links, Frimpong beackerte die rechte Seite alleine und hinten verteidigte eine Dreierkette. Und tatsächlich folgte eine Riesenchance. Schick konnte völlig frei aufs Tor schießen, doch auf der Linie stand mit Azmoun ein eigener Mann im Weg (51.). Bayer mühte sich, Hoffenheim blieb gefährlich. Kramaric verlagerte die Seite nach rechts zu Rutter, der vom eingewechselten Bakker ungestört blieb und nach wenigen Schritten in die Mitte wuchtig in den Torknick abschloss - 0:3 (78.). Ein verdienter Sieg. Demirbay traf nochmal per Freistoß den Pfosten (85.). Viel mehr hatten die Hausherren nicht entgegenzusetzen.
Bayer Leverkusen bleibt nach drei Ligaspielen sieglos ist nun am Samstag in Mainz zu Gast (15.30 Uhr).
Bayer 04: Hradecky – Tah, Tapsoba (76. Bakker), Frimpong, Hincapie – Andrich (66. Paulinho), Aranguiz (46. Demirbay), Diaby, Azmoun (76. Amiri), Hlozek (46. Palacios), Schick
Tore: 0:1 Baumgartner (9.). 0:2 Kramaric (35.)., 0:3 Rutter (78.)
Zuschauer: 26.339
Samstag, 13. August 2022
13.8.2022: 2:1 Heimniederlage gegen Augsburg
Im 23. Anlauf hat der FC Augsburg zum ersten Mal in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen gewonnen. Dabei lief Schlussmann Gikiewicz zur Höchstform auf - ein nicht gegebener Treffer für Leverkusen sorgte für Diskussionen.
Gerardo Seoane musste nach dem 0:1 bei Borussia Dortmund sowohl auf den rotgesperrten Hradecky, als auch den an einem Bluterguss im Hüftbereich laborierenden Andrich verzichten. Dafür rückten Lunev und Aranguiz in die Startelf, zudem spielten Bakker, Diaby und Azmoun für Hincapie, Demirbay sowie Bellarabi.
Die Gäste zeigten von der ersten Minute an, wie sie die Leverkusener knacken wollten: Gut gestaffelt stehen, aggressiv pressen und bei Fehlern blitzschnell kontern. Die Werkself war demnach ballführend und versuchte, mit Pässen in die Tiefe auf die schnellen Offensivspieler für Gefahr zu sorgen. Besser auf ging dabei der Plan der Augsburger, die bereits nach neun Minuten erstmals einen unsauberen Pass im Aufbauspiel ausnutzten und durch Pedersen den ersten Abschluss verbuchten (9.). Ein möglicher Treffer hätte nach Abseitsposition von Vorlagengeber Demirovic aber nicht gezählt. Besser lief es dann wenige Minuten später, als die Leverkusener wieder früh im Aufbau einen Fehlpass spielten und Augsburg über Jensen und Gruezo blitzschnell umschalteten. Nach einer Kombination über die linke Seite, bei der die Leverkusener nicht in die Zweikämpfe fanden, steckte Demirovic durch auf Jensen, der aus kurzer Distanz an Lunev vorbei zur Führung der Augsburger einschob (15.). Den Gastgebern fiel es in der Folge schwer, eine Antwort zu finden. Den Angriffsversuchen der Werkself fehlten Zielstrebigkeit, Kraft und Präzision, auf der Gegenseite zeigte Demirovic gegen Bakker genau diese Tugenden und zwang Lunev zu einer Parade (30.). Kurz vor der Pause kam Leverkusen dann aber doch zum Ausgleichstreffer, weil bei den Ausburgern nach einem geblockten Hlozek-Schuss keiner den Rückraum absicherte. Dort stand Aranguiz frei und egalisierte die FCA-Führung per platziertem Flachschuss (43.).
Im zweiten Durchgang sorgte dann Gikiewicz mit herausragenden Paraden für Aufsehen. Der Torhüter, dem die Verantwortlichen mit Dahmen neue Konkurrenz vor die Nase setzen möchten, parierte ein ums andere Mal stark und hielt sein Team im Spiel (60., 61.). Als nach einem Abpraller Aranguiz an den Ball kam, zappelte es dann aber doch im Netz der Augsburger (69.). Weil Schiedsrichter Cortus im Vorfeld allerdings ein Stürmerfoul des Chilenen ausgemacht hat, zählte der Treffer nicht. Bayer ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und drückte weiter auf die Führung, doch immer wieder stand Gikiewicz im Weg (73., 75.). Den Chancenwucher bestraften die Augsburger mit einem Konter: Nach langem Ball von Gikiewicz konnte Tah nur unzureichend klären. Am Strafraum wartete der eingewechselte Hahn, der aus ähnlicher Entfernung wie Aranguiz im ersten Durchgang abzog und den Ball ebenfalls unhaltbar neben den Pfosten setzte (82.). Der Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung von Niederlechner zuerst zurückgepfiffen, dann aber doch gegeben, weil der Stürmer weder Lunevs Sicht behinderte, noch aktiv ins Spielgeschehen eingriff. In den Schlussminuten warfen die Leverkusener noch einmal alles nach vorne, doch entweder war erneut der FCA-Keeper zur Stelle (86.) oder den Abschlussversuchen fehlte die Präzision. In der siebenminütigen Nachspielzeit gelang es der Werkself nicht, die um jeden Meter kämpfende Augsburger Mannschaft noch einmal zu knacken.
So feierten die Augsburger im 23. Anlauf ihren ersten Sieg gegen Bayer Leverkusen und nach der Auftaktniederlage gegen Freiburg die ersten Punkte sammeln. Die Leverkusener stehen nach dem Pokal-Aus beim Drittligist Elversberg und zwei Niederlagen zum Ligaauftakt mit dem Rücken zur Wand. Am kommenden Samstag um 15.30 Uhr hat die Werkself erneut zu Hause gegen Hoffenheim die Chance, die ersten Punkte zu sammeln.
Bayer 04: Lunev – Tah, Tapsoba, Frimpong (88. Kossonou), Bakker (63. Hincapie) – Aranguiz (88. Pohjanpalo), Palacios (63. Demirbay), Diaby, Azmoun), Hlozek (63. Adli), Schick
Tore: 0:1 Jensen (15.), 1:1 Aranguiz (43.), 1:2 Hahn (82.)
Zuschauer: 22.903
Samstag, 6. August 2022
6.8.2022: Unglückliches 0:1 in Dortmund
Denkbar schlecht war Champions-League-Vertreter Bayer Leverkusen in den Pflichtspielbetrieb gestartet - 3:4 im DFB-Pokal gegen Drittliga-Aufsteiger SV Elversberg. Und denkbar schlecht kam die auf einigen Positionen veränderte Werkself - Tah rückte in die Viererkette, Hincapie, Demirbay, Palacios und Bellarabi kamen ebenfalls frisch rein - ins Gastspiel bei Vizemeister Borussia Dortmund.
Adeyemi näherte sich erstmals an (6.), ehe durch einen Ballverlust von Tah das frühe 1:0 eingeleitet wurde: Moukoko kam links im Sechzehner vor Tapsoba an den Ball, drehte sich geschickt und spielte quer vor den rechten Pfosten zu Adeyemi, der flach abzog. Hradecky konnte den Abschluss zwar noch auf der Torlinie parieren, doch Hincapie hernach nicht retten - der anstürmende Reus staubte lockerleicht ab (9.). Die folgenden Minuten waren durchzogen von aus neutraler Sicht überschaubarem Fußball ohne viele Highlights - und zwei Hiobsbotschaften: Einerseits verlor die Werkself Abräumer Andrich (13., Aranguiz kam dafür), auf der anderen Seite knickte Adeyemi bei einem Zweikampf mit Hincapie unglücklich weg. Hazard wurde eingewechselt (23.). Ein paar wenige Chancen gab es dennoch: Schick verzog aus ordentlicher Lage (20.), Reus setzte die Kugel knapp am rechten Pfosten vorbei (20.), ehe Diaby ein starkes Solo nicht vollendete (36.) und Dahoud bärenstark den anlaufenden Schick mit einer Grätsche vom Ball trennte und so Schlimmeres verhinderte (41.), auch Bellingham verfehlte haarscharf (42.). Insgsamt ging die knappe 1:0-Führung für die Borussen in Ordnung, weil die Terzic-Elf oftmals den Tick schneller am Ball oder schlicht fokussierter war.
Das wollten die Gäste aus dem Rheinland natürlich in den zweiten 45 Minuten ändern - und taten das eigentlich auch direkt. Doch nach einem Abschluss von Schick samt Kobel-Parade stand der direkt danach zum 1:1 einnickende Palacios hauchzart im Abseits, was vom VAR hinterher entlarvt wurde (52. bis 54. Minute). Kurz zuvor hatte auf der anderen Seite Hazard seinen Meister in Hradecky gefunden (49.). Was aber vor allem in Abschnitt zwei hängenbleiben sollte: Schicks Abschlussschwäche respektive Kobels Reflexe - der Tscheche verzweifelte gleich mit zwei Hochkarätern am Dortmunder Torhüter (63. und 68.). Außerdem zählte ein Eigentor von Schlotterbeck aufgrund einer klaren Abseitsstellung nicht (80.). Von den Schwarz-Gelben kamen in dieser Phase vornehmlich ungenaue Distanzschüsse, von denen einer von Joker Wolf beinahe ins Netz geflogen wäre (85.). Letzten Endes hielt das knappe 1:0 der Westfalen - und Bayer 04 musste noch einen weiteren Rückschlag verkraften. Keeper Hradecky spielte knapp außerhalb seines Strafraums Hand vor dem anlaufenden Reus, nach VAR-Eingriff brachte ihm das glatt Rot ein. Weil schon alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft waren, musste kurzerhand Tapsoba als Torwart "verkleidet" werden. Reus konnte den Innenverteidiger beim finalen Freistoß aus guter Lage aber nicht einmal herausfordern.
Die Werkself empfängt nun kommenden Samstag um 15.30 Uhr den FC Augsburg und will dann den klassischen Fehlstart abwenden.
Bayer 04: Hradecky – Tah, Tapsoba, Frimpong, Hincapie (78. Bakker) – Andrich (13. Aranguiz), Palacios (78. Amiri), Diaby, Demirbay (66. Azmoun), Bellarabi (46. Hlozek), Schick
Tore: 1:0 Reuss (10.)
Zuschauer: 81.365
Samstag, 30. Juli 2022
30.7.2022: Blamage in erster DFB-Pokalrunde bei 3:4 in Elversberg
In einer äußerst unterhaltsamen Pokalpartie schafft Elversberg die Sensation und besiegt mit einem mutigen Auftritt den hohen Favoriten aus Leverkusen verdient. Elversberg war mit einem 5:1-Sieg bei Rot-Weiß Essen fulminant in die Drittliga-Saison gestartet. Trainer Horst Steffen vertraute auf eine unveränderte Anfangsformation.
Gerardo Seoane setzte beim Pflichtspielstart auch auf den bisher einzigen Neuzugang Hlozek, der von Sparta Prag zu Bayer gewechselt war. Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Rochelt schloss einen SVE-Konter nach Sololauf und Dribbling vorbei an Kossounou mit einem perfekten Flachschuss aus 15 Metern ab (3.). Bayer zeigte sich bei hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad unbeeindruckt und erzielte nur wenig später den Ausgleich, als SVE-Keeper Kristof Hlozeks wuchtigen, aber unplatzierten Schuss aus 18 Metern passieren ließ (5.). Elversberg begegnete der optisch überlegenen Werkself ohne Respekt und gefiel nach Kristofs starker Parade gegen Schick (11.) immer wieder im Umschaltspiel. Wie nach einer guten Viertelstunde, als Referee Martin Petersen auf Strafstoß entschied, nachdem Aranguiz Rochelt über die Klinge springen ließ: Koffi verwandelte zur 2:1-Führung der Hausherren (17.). In der sehr unterhaltsamen ersten Hälfte münzte Leverkusen im Bemühen um den erneuten Ausgleich seine spielerische Dominanz in weitere Chancen durch Zielspieler Schick um, doch Kristof hatte sich gefangen und blieb im Privatduell erneut Sieger (19., 23.). Machtlos war der Schlussmann von Elversberg, das hohen Aufwand betrieb, dann jedoch nach einer Direktkombination des Bundesligisten, als Aranguiz eine Vorlage von Azmoun verwertete - 2:2 (30.). Letzterer verpasste es kurz danach, den Spieß umzudrehen, traf frei stehend nur den Innenpfosten (32.). Dies sollte sich rächen, denn die defensiv allzu sorglose Seoane-Elf kassierte gegen weiterhin mutige Hausherren den dritten und somit auch den Pausen-Rückstand: Schnellbacher schoss nach Koffis Hereingabe im Zentrum mehr oder weniger mühelos ein (37.).
Demirbay und Paulinho standen bei Bayer mit Wiederanpfiff für Aranguiz und Azmoun auf dem Platz. Demirbay brauchte wenig Anlaufzeit, Kristof entschärfte seinen Schlenzer klasse (49.). Die SVE, die sich nun tiefer staffelte, beeindruckte offensiv zunächst auch nach dem Wechsel: Fellhauer stand dicht vor dem 4:2 (51.), auch Jacobsen tauchte gefährlich vor Hradecky auf (57.). Auf der Gegenseite zirkelte Schick den Ball für immer wieder anlaufende Rheinländer ins Netz - Abseits, lautete die hauchdünne Entscheidung (59.). So richtig ins Rollen kam das Angriffsspiel des Favoriten aber nicht, gegen die kompakte SVE kamen die Aktionen allzu statisch daher. Auch neues Personal brachte bei Bayer keine Abhilfe. Das aufmerksame, stets wache Elversberg wirkte frischer, hatte kaum brenzlige Situationen zu überstehen - und bewies bei Kontern immer wieder sein spielerisches Vermögen. Der Drittligist nutzte schließlich einmal mehr Leverkusens Anfälligkeit in der Defensive: Tapsoba verhinderte fast auf Kosten eines Eigentores bei einem zielstrebigen Angriff der Steffen-Schützlinge noch das 2:4. Bei der folgenden Ecke aber schraubte sich Conrad gegen Paulinho hoch und köpfte unhaltbar ein (74.). Die Werkself rannte an, auch in der Folge vergeblich, bis es Schick noch einmal spannend machte und zum 3:4 traf (89.). Doch Elversberg überstand auch die Nachspielzeit, nach vier Minuten extra war die Sensation perfekt.
Für Bayer geht es am kommenden Samstag weiter. Zum Auftakt der Bundesliga geht es für die Seoane-Elf nach Dortmund (18.30 Uhr).
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tapsoba, Frimpong (75. Pohjanpalo), Bakker – Andrich (69. Palacios), Diaby, Aránguiz (46. Demirbay), Hlozek (69. Bellarabi), Azmoun (46. Paulinho), Schick
Tore: 1:0 Rochelt (2.), 1:1 Hlozek (5.), 2:1 Koffi (17., FE), 2:2 Aranguiz (30.), 3:2 Schnellbacher (37.), 4:2 Conrad (74.), 4:3 Schicke (89.)
Zuschauer: 7.414