Samstag, 17. Oktober 2020

17.10.2020: Verdientes 1:0 in Mainz

Trainer Peter Bosz nahm nach dem 1:1 beim VfB Stuttgart ebenfalls vier Wechsel vor - allerdings gleich drei davon zwangsweise: Arias (Wadenbeinbruch), Wirtz (Bauchmuskelzerrung), Schick (Faserriss) sowie Bellarabi (Bank) wurden durch Lars Bender, Amiri, Bailey und Alario ersetzt.

Leverkusen kontrollierte in der Anfangsphase Ball und Gegner. Bailey überwand in der Anfangsphase beinahe FSV-Keeper Zentner aus der Distanz, der zuvor aus dem Tor gekommen war, um den Ball aus dem Strafraum zu fausten (7.). Ein Volleyschuss von Sinkgraven wurde von St. Juste gerade noch geblockt (15.). Von den Mainzern kam in der Offensive nur wenig, auch wenn sich die Rheinhessen nach rund 20 Minuten ein wenig besser aus der Umklammerung der Werkself befreien konnte. Burkardt hatte mit einer schwierigen Volleyabnahme die einzige nennenswerte Torgelegenheit des FSV vor der Pause (25.). Ein Eckball bescherte Leverkusen in einer chancenarmen ersten Hälfte in der 30. Minute die Führung: Alario köpfte aus rund sieben Meter Richtung Tor. Zentner konnte den Versuch letztlich erst hinter der Linie aus dem Gehäuse wischen. Nach dem 1:0 für Bayer änderte sich wenig am Spielverlauf. Die Mainzer Offensivbemühungen blieben selten und harmlos. Da auch Bayer kaum klare Abschlussaktionen besaß - Ausnahme: Sinkgraven mit einem Distanzschuss (33.) - ging es mit der knappen Führung der Bosz-Elf in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel störte Mainz das Aufbauspieler der Gäste ein wenig früher. Nichtsdestotrotz hatte Bayer in Person von Amiri aus der Distanz die erste kleinere Gelegenheit (52.). Auf der Gegenseite kam Öztunali zu einem raren Mainzer Abschluss, den Sven Bender jedoch aufmerksam entschärfte (55.). Spielerische Höhepunkte blieben in der Folge auf beiden Seiten selten, zumeist fehlte es den Akteuren erheblich an Tempo, vor allem aber an Ideen und Genauigkeit im Passspiel. In der Schlussphase wurde zumindest die Zweikampfintensität ein wenig erhöht. Tapsoba sah in der 78. Minute nach einer vermeintlichen Notbremse gegen Onsiwio die Rote Karte. Doch die Entscheidung wurde nach VAR-Überprüfung revidiert (79.), da der Mainzer Joker sich aus knapper Abseitsposition Richtung Strafraum aufgemacht hatte. Eine Schlussoffensive der Mainzer blieb weitgehend aus, da die Bayer-Defensive den FSV bis zum Schluss gut im Griff hatte - so blieb es beim 1:0.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tapsoba, S. Bender, Sinkgraven – Aranguiz (46. Baumgartlinger), Demirbay (69. Palacios), Amiri, Bailey (69. Bellarabi), Diaby - Alario

Tore: 0:1 Alario (30.)

Zuschauer: 250

Samstag, 3. Oktober 2020

3.10.2020: Nur 1:1 in Stuttgart

Drittes Bundesligaspiel, drittes Unentschieden: Die Werkself musste sich beim VfB Stuttgart mit einem 1:1 (1:0) zufriedengeben. Patrik Schick brachte Bayer 04 früh in Führung (7.), der VfB glich nach der Pause durch Kalajdzic aus (75.). Der Leverkusener Torschütze schied mit Verletzung schon zeitig in der ersten Halbzeit aus, auch Daley Sinkgraven musste nach einer halben Stunde angeschlagen vom Platz.

Trainer Peter Bosz sah nach der ansprechenden Leistung beim 1:1 gegen RB Leipzig wenig Anlass zu großen Veränderungen in seinem Kader und nahm lediglich eine Umstellung vor. Die kolumbianische Neuverpflichtung Santiago Arias verdrängte Aleksandar Dragovic aus dem 20er-Aufgebot und rutschte auch sogleich als Rechtsverteidiger für Lars Bender in die Startelf. Sven Bender bestritt in der Mercedes-Benz Arena sein 250. Bundesligaspiel. Der VfB wurde von Gonzalo Castro als Kapitän angeführt, der mittlerweile 33-Jährige hatte von 1999 bis 2015 das Bayer 04-Trikot getragen.

Von den vergangenen 17 Pflichtspielen gegen Stuttgart hatte die Werkself nur eine Partie verloren – bei 13 Siegen und drei Unentschieden. Doch der Aufsteiger ging nach seinem 4:1-Erfolg in Mainz mit breiter Brust und tüchtig Rückenwind in die Begegnung, die Leverkusener waren also gewarnt. Nach drei Minuten die erste Torannäherung der Gäste: Nach Demirbays Eckball kam die Kugel über Sven Bender zu Charles Aránguiz, doch VfB-Keeper Kobel packte bei dessen Schuss aus kurzer Distanz im Nachfassen zu. Der nächste Leverkusener Standard war von Erfolg gekrönt. Kerem Demirbay führte eine Ecke kurz zu Florian Wirtz aus, nach dessen präziser Flanke schraubte sich Patrik Schick hoch, behauptete sich in Bedrängnis im Luftkampf und traf mit einem feinen Kopfball hoch ins Netz zur Führung (7.). Umso bitterer, dass der Schütze sich gut zehn Minuten später nach einem Sprint an den linken Oberschenkel fasste und angeschlagen vom Platz musste: Lucas Alario nahm beim positionsgetreuen Wechsel den Platz von Schick ein (19.). Wenig später musste der benommene Daley Sinkgraven länger auf dem Platz versorgt werden (28.) – für den niederländischen Linksverteidiger ging es ebenfalls nicht weiter, für ihn kam Wendell ins Spiel. Und die Stuttgarter kamen zu ihren ersten Chancen: Nach Castros Ecke stieg Mavropanos zum wuchtigen Kopfball hoch und traf die Latte (29.). Castros Schuss kurz darauf blockte Edmond Tapsoba in höchster Not (30.). Danach knallten Alario und Mavropanos mit den Köpfen aneinander und mussten beide behandelt werden – ohne Schmerzen ging es nicht ab an diesem Nachmittag. Karim Bellarabi eröffnete sich die nächste Gelegenheit der Gäste, nach Moussa Diabys flottem Antritt und Linksflanke setzte er seinen Kopfball am ersten Pfosten aber klar über den Kasten (38.). Nach Santiago Arias' energischem Ballgewinn gegen Sosa kam erneut Bellarabi zum Abschluss, sein Schuss wurde aber noch von Endo zur Ecke geblockt (45.+1). Die Leverkusener Führung zur Pause ging in Ordnung.

Der VfB kam mit Schwung aus der Kabine, die erste Chance tat sich aber wieder der Werkself auf. Florian Wirtz verschärfte klug das Tempo und setzte Diaby auf links schön in Szene, der Franzose fand bei seinem Solo keinen Abnehmer zum Abspiel und schloss selbst mit rechts aufs kurze Eck ab, Kobel parierte diesen Versuch (48.). Nach Diabys guter Flanke kam Bellarabi bedrängt von Sosa nicht sauber zum Abschluss (53.). Stuttgart investierte in Hälfte zwei deutlich mehr in der Offensive, aber die besseren Möglichkeiten lagen klar auf Seite der Werkself: Kobel lenkte Alarios Kopfball nach Bellarabis Hereingabe mit den Fingerspitzen über die Latte (61.). Nach feiner Vorarbeit von Wirtz traf der Argentinier den Ball zentral vor dem Tor nicht richtig (63.) – das hätte es sein können! Bayer 04 schraubte mächtig am 2:0, Bellarabis Schuss aufs kurze Eck entschärfte Kobel (64.). Stuttgarts Torhüter kratzte auch Diabys Ball noch um den Pfosten (71.). Dann die kalte Dusche für die Werkself: Kalajdzic traf per Kopf nach Freistoß von Klement und unhaltbar für Lukas Hradecky zum 1:1 (75.). Peter Bosz reagierte und wechselte dreifach: Leon Bailey, Julian Baumgartlinger und Nadiem Amiri kamen für Karim Bellarabi, Florian Wirtz und Kerem Demirbay (79.). Die Partie wurde in der Schlussphase zunehmend zerfahrener und hektischer, Spielfluss war jetzt kaum noch erkennbar. Es gab vier Minuten Nachspielzeit. Bayer 04 mühte sich und drückte, kam zu zwölf Ecken. Für einen Lucky Punch reichte es aber nicht mehr.

Die Bundesliga legt am kommenden Wochenende aufgrund der anstehenden Länderspielphase eine Pause ein. Für die Werkself geht es mit der Partie des 04. Spieltags beim 1. FSV Mainz 05 am Samstag, 17.10.2020, um 15.30 Uhr weiter.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, S. Bender, Tapsoba, Sinkgraven (29. Wendell) – Aránguiz – Wirtz (79. Baumgartlinger), Demirbay (79. Amiri) – Bellarabi (79. Bailey), Schick (19. Alario), Diaby

Tore: 0:1 Schick (7.), 1:1 Kalajdzic (75.)

Zuschauer: 9.500

Samstag, 26. September 2020

26.9.2020: Stark verbesserte Werkself erreicht 1:1 gegen RB Leipzig

In einer unterhaltsamen und abwechslungsreichen Partie trennten sich Leverkusen und Leipzig mit einem gerechten 1:1. Zwei sehenswerte Tore krönten einen ersten Durchgang, den RB stark eröffnet hatte und Bayer später zunehmend dominierte. Auch im zweiten Abschnitt wogte das Spiel hin und her - Chancen zum Sieg gab es auf beiden Seiten.

Peter Bosz nahm im Vergleich zum 0:0 gegen Wolfsburg nur eine Startelf-Veränderung vor: Neuzugang Schick durfte gegen seinen Ex-Klub beginnen und verdrängte Alario auf die Bank, auf der auch Bailey nach seiner Quarantäne saß.

Fast hätte Schick gegen die alten Kameraden gleich getroffen, Upamecano rettete in höchster Not und fabrizierte dabei fast ein Eigentor (4.). Es dauerte im Duell zweier offensiv ausgerichteter Teams nicht lange, bis es nach Chancen 1:1 stand: Kampl brachte den Ball nach Forsbergs feinem Zuspiel freistehend aus elf Metern nicht aufs Tor (8.).Kurz vor Ablauf der ersten Viertelstunde klingelte es aber doch hinter Hradecky: Poulsen behauptete den Ball prima gegen Sven Bender und nahm Forsberg mit. Der Schwede umdribbelte Lars Bender mit einer Finte nach links zu leicht und hämmerte den Ball aus elf Metern unter die Latte (14.). RB schien alles im Griff zu haben, ließ die Werkself kaum zur Entfaltung kommen. Dann aber rief Angelinos Ausrutscher Sprinter Diaby auf den Plan. Der Franzose scheiterte zwar nach Solo an Gulacsi, der zurück geeilte Angelino aber brachte das Leder nicht richtig weg, das über Umwege zu Demirbay kam. Dessen Fernschuss aus 22 Metern schlug mit Hilfe der Unterkante der Latte ein (20.). Die Gäste erlitten einen weiteren Rückschlag, als Poulsen verletzt raus musste - Sörloth kam zum Debüt (27.). Leverkusen nahm das Zepter in der Folge immer mehr in die Hand, kombinierte sicherer und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe, während sich das Spiel der Gäste immer mehr zum Stückwerk reduzierte. Kapital konnte die Werkself aus ihrer zunehmenden Dominanz aber nicht schlagen, auch weil Gulacsi Schicks Kopfball aus fünf Metern mit einer Glanzparade entschärfte (40.).

Mit Hwang für Kampl startete RB in Durchgang zwei. Die Nagelsmann-Elf stabilisierte sich zusehends und setzte die ersten Akzente - auch defensiv, als Klostermann Diaby im Eins-gegen-eins richtig stark abkochte (51.). Sinnbildlich war Leverkusens Offensive zunächst ausgebremst und hatte den Schwung verloren, während auf der anderen Seite Olmo (55.) und Mukiele (56.) Gefahr versprühten. Bayer meldete sich nach schwachen Anfangsminuten dann in Person von Diaby (56.) und Tapsoba (57.) zurück. Und erst recht durch Wirtz, der nach Bellarabis feiner Vorarbeit nur den Pfosten traf (59.). Das Duell wogte weiter hin und her. Es fehlte dann jedoch an den klaren und strukturierten Aktionen, ehe Leverkusen in der 74. Minute durchatmen durfte: Nach dem Freistoß des für Forsberg gekommenen Nkunku und Hradeckys Parade brachte Hwang den Abpraller aus fünf Metern nicht unter. Auf der Gegenseite schlenzte Schick den Ball ins Netz, stand aber zuvor Zentimeter im Abseits (77.). Beide Teams spielten auf Sieg, auch Bosz warf frische Offensivkräfte ins Rennen. Näher dran war RB, doch Angelino schoss nach Nkunkus Zuspiel knapp am langen Eck vorbei (82.). Es blieb beim 1:1.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (90. Dragovic), Tapsoba, S. Bender (58. Tah), Sinkgraven – Aranguiz, Wirtz, Demirbay (78. Amiri), Bellarabi (78. Bailey), Diaby - Schick

Tore: 0:1 Forsberg (14.), 1:1 Demirbay (20.)

Zuschauer: 6.042

Sonntag, 20. September 2020

20.9.2020: 0:0 in Wolfsburg

Wolfsburg und Bayer Leverkusen trennen sich zum Abschluss des ersten Spieltags mit 0:0. In einer ausgeglichenen Partie hatte die Werkself etwas mehr Spielanteile, die Niedersachsen wiederum ein leichtes Plus an Torchancen.

Peter Bosz nahm im Vergleich zum 7:0-Erfolg gegen Eintracht Norderstedt im DFB-Pokal nur eine Änderung vor: Amiri wurde in der Offensive von Diaby ersetzt. Neuzugang Schick (noch Trainingsrückstand nach Quarantäne) saß erneut zunächst auf der Bank. Die Werkself hatte zunächst mehr vom Spiel, Wolfsburg lauerte auf schnelles Umschaltspiel nach Balleroberung, kam aber zunächst nur selten zu Offensivaktionen. Allgemein waren Torgelegenheiten längere Zeit Mangelware. Es dauerte bis in die 25. Minute, ehe der freigespielte Wirtz aber im Strafraum im letzten Moment noch entscheidend von Lacroix gestört wurde. Erst nach einer halben Stunde kam der VfL langsam besser in die Partie, auch die Zweikampfe wurde nun beiderseits etwas bissiger geführt. Und anders als zuvor Bayer wurde Wolfsburg bei seinen ersten Angriffsaktionen auch gefährlich: Arnold platzierte einen Eckball direkt als Aufsetzer an den Außenpfosten (32.). Kurz darauf köpfte Brooks aus bester Position nach einer Standardsituation über das Tor (34.). In der 42. Minute scheiterte Weghorst aus bester Position an Hradecky, allerdings stand der Niederländer in der Entstehung wohl hauchdünn im Abseits. So blieb es zur Halbzeit nach einem längere Zeit ereignisarmen Spiel beim 0:0.

Die zweite Hälfte glich vom Verlauf her der ersten. Leverkusen begann etwas besser. Ausnahme: Nach einem Steilpass aus der eigenen Hälfte bediente Joao Victor in der 57. Minute Mehmedi, dessen Treffer aber aufgrund einer knappen Abseitsstellung des vermeintlichen Vorbereiters zu Recht nicht anerkannt wurde. Auf der Gegenseite scheiterte Diaby aus neun Metern am aufmerksamen Casteels (64.). Wie vor der Halbzeit kam Wolfsburg mit zunehmender Spieldauer besser auf. Nach Steilpass hatte Joao Victor halblinks viel Platz - und gegen den aus dem Tor eilenden Hradecky kurz die Gelegenheit, auf ein verlassenes Gehäuse zielen. Doch stattdessen versuchte der Brasilianer, wie vom Keeper spekuliert, diesen zu überlaufen. Chance vertan (74.). Auf der Gegenseite vergab der eingewechselte Schick per Kopf nach einer Standardsituation die letzte von nur wenigen guten Chancen im Spiel (83.).

Bayer 04: Hradecky – S. Bender, L. Bender, Sinkgraven (76. Wendell), Tapsoba – Aranguiz, Wirtz (85. Baumgartlinger), Demirbay (63. Amiri), Bellarabi (85. Pohjanpalo), Diaby – Alario (63. Schick)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 500

Sonntag, 13. September 2020

13.9.2020: Nie gefährdetes 7:0 in erster Pokalrunde gegen Norderstedt

Bayer Leverkusen hat das Erstrunden-Duell gegen den Regionalligisten Eintracht Norderstedt mit 7:0 gewonnen und sich für den Bundesliga-Auftakt warmgeschossen. Bereits nach zwölf Minuten war die Partie entschieden, nach einer halben Stunde das halbe Dutzend voll. Im zweiten Abschnitt feierte Neuzugang Schick sein Debüt und erzielte seinen Premierentreffer.

Peter Bosz ließ den 26,5 Millionen Euro teuren Neuzugang Schick zunächst auf der Bank und vertraute Alario als alleinigem Mittelstürmer. Auf den Außenbahnen dahinter agierten Bellarabi und Amiri vor dem Dreier-Mittelfeld Aranguiz, Wirtz und Demirbay. Die Viererkette bestand aus den Bender-Brüdern, Tapsoba und Sinkgraven, im Tor stand wie gewohnt Hradecky. Bayer hatte zuvor erst ein Testspiel absolviert, doch die Partie gegen den Regionalligisten eignete sich bestens als weiteres Vorbereitungsspiel vor dem Ligastart. Denn Leverkusen überrollte Norderstedt förmlich: Lars Bender machte den Start, als er Stürmerqualitäten bewies und flach rechts zur Führung einschob (4.). Amiri frei vor Keeper Huxsohl (10.) und Alario nach Bellarabi-Flanke (12.) erhöhten schnell auf 3:0, vorangegangen waren jeweils schnelle Kombinationen der Werkself, die die Gäste schlicht überforderten. Bereits nach zwölf Minuten war die Partie quasi entschieden, doch Bayer spielte weiter druckvoll nach vorne: Bellarabi traf nur den Querbalken (17.), Wirtz schob nach einer weiteren Flachpass-Kombination zum 4:0 ein (21.). Ein Doppelschlag machte das halbe Dutzend voll: Aranguiz stand nach einer Ecke goldrichtig und stellte am zweiten Pfosten auf 5:0 (30.). Zwei Minuten später hatte Amiri nahe des linken Strafraumecks zu viel Platz, einen Schlenzer später stand es 6:0 (32.). Erst jetzt nahm die Werkself etwas Tempo heraus, Norderstedt konnte etwas durchatmen und verbuchte durch Nyarkos Versuch aus der eigenen Hälfte den ersten Torschuss (39.).

Bosz nutzte die Halbzeitpause, um zwei Wechsel vorzunehmen, und verhalf Neuzugang Schick zum Debüt im Bayer-Dress. Auch Diaby bekam 45 Minuten Spielpraxis und sorgte sofort für Torgefahr: Erst drosch er den Ball aus spitzem Winkel weit über das Gehäuse, dann bediente er Schick im Zentrum, der jedoch über den Ball schlug, auch Bellarabi am zweiten Pfosten vergab das 7:0 (50.). Anschließend verteidigte Norderstedt konsequenter und ließ etwas weniger zu, gleichzeitig ging Leverkusen nicht mit aller Konsequenz auf weitere Tore. In unregelmäßigen Abständen kam Bayer trotzdem zu guten Gelegenheiten, Schick vergab eine Doppelchance aus fünf Metern (57.). 20 Minuten vor Schluss hätte Diaby das 7:0 erzielen müssen, zielte aus elf Metern jedoch zu hoch (71.). Kurz darauf scheiterte er an Keeper Huxsohl (76.). Der andere Joker machte es besser: Schick profitierte nach einer Demirbay-Ecke davon, dass Marxen Sven Benders Kopfball an den Querbalken klärte. Von dort sprang der Ball Schick vor den Kopf, der Stürmer musste nur noch einnicken (77.). Demirbay und Palacios vergaben weitere Chancen aufs 8:0 (80., 84., 86.), dann beendete Schiedsrichter Sören Storks die Partie.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (72. Dragovic), Sinkgraven, Tapsoba, S. Bender – Aranguiz (72. Baumgartlinger), Wirtz, Demirbay, Bellarabi (72. Palacios), Amiri (46. Diaby) – Alario (46. Schick)

Tore: 0:1 l. Bender (4.), 0:2 Amiri (10.), 0:3 Alario (12.), 0:4 Wirtz (21.), 0:5 Aranguiz (30.), 0:6 Amiri (31.), 0:7 Schick (77.)

Zuschauer: 300

Montag, 10. August 2020

10.8.2020: Ausscheiden aus der Europa League gegen ein besseres Inter Mailand mit 1:2

 Peter Bosz nahm nach dem 1:0 im Achtelfinal-Rückspiel gegen die Glasgow Rangers zwei Wechsel vor: Baumgartlinger und Demirbay begannen für Aranguiz (Gelbsperre) und Wirtz (Bank). Sven Bender musste gut eine halbe Stunde vor Anpfiff das Aufwärmen aufgrund muskulärer Probleme abbrechen und konnte nicht spielen, für ihn begann Tah im Abwehrzentrum.

Zu Beginn der Partie tasteten sich beide zunächst kurz Teams ab, ehe es richtig losging. Mit einem feinen Abschluss per Außenrist, den Schlussmann Hradecky erst spät erkennen konnte, brachte Barella Inter im Anschluss verdientermaßen in Front (15.). Nur fünf Minuten später hatte selbiger Akteur die Riesenchance zum 2:0, schloss allerdings zu ungenau ab. Besser machte es Lukaku: In seiner unnachahmlichen Art schirmte der Belgier den Ball im Strafraum gegen Tapsoba ab und traf nach einem Zupfer noch im Fallen aus wenigen Metern mit seinem schnell ausgefahrenen linken Bein - ein klasse Tor (21.). Die Nerazzurri waren nun obenauf - und hatten die Megachance zum 3:0: Angreifer Lukaku war frei durch, scheitete jedoch an Bayer-Keeper Hradecky, der mit dem linken Arm eine äußerst starke Reaktion zeigte (23.). Und das Auslassen der Großchance bestrafte die Werkself im Gegenzug, Havertz traf wuchtig durch die Beine von Inter-Schlussmann Handanovic. In diesen Minuten war richtig was los in Düsseldorf - und plötzlich zeigte Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande nach einem vermeintlichen Handspiel von Sinkgraven auf den Punkt (26.). Aber nach Ansicht der Videobilder nahm er den Strafstoß zurück. Anschließend beruhigte sich die Partie, die Italiener verteidigten sehr gut und ließen die Rheinländer kaum durch. Nach vorne setzten die Mailänder immer wieder Nadelstiche, wurden aber vor der Pause nicht mehr präzise.

Nach der Pause hatte zunächst Inter die besseren Chancen, bei Gagliardinis Schuss stand mit Lukaku der eigene Mann im Weg (50.) - und Eriksens Flachschuss griff sich Hradecky (60.). Leverkusen hatte weiterhin große Mühe, durch die dicht gestaffelte Defensive der Lombarden zu kommen. Demirbay zwang Handanovic aus der Distanz mal zu einer Parade (61.). Doch gefährlicher blieben die Mailänder, der eingewechselte Alexis Sanchez vergab eine gute Chance, wieder war Hradecky auf dem Posten (66.). Die Werkself konnte sich insgesamt bei ihrem Keeper bedanken, dass es so lange eng war, denn auch gegen Moses war Hradecky auf dem Posten (76.). Offensiv ging bei Bayer jedoch wenig, die beste Chance bot sich Havertz, der eine Bailey-Flanke knapp verpasste (79.). Kurz vor dem Ende bekam Inter nach Foul von Bellarabi an Eriksen zunächst einen weiteren Elfmeter, aber auch dieser wurde nach Betrachtung der Videobilder zurückgenommen, da Barella in der Entstehung mit der Hand am Ball war (90.). So blieb der Bundesligist zwar bis zum Ende im Spiel, kam aber zu keiner gefährlichen Szene mehr.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (85. Bellarabi), Sinkgraven (68. Wendell), Tapsoba, Tah – Baumgartlinger (68. Amiri), Palacios (59. Bailey) – Demirbay, Havertz, Volland (85. Alario), Diaby)

Tore: 0:1 Barella (15.), 0:2 Lukaku (21.), 1:2 Havertz (24.)

Zuschauer: - - -

Donnerstag, 6. August 2020

6.8.2020: Müheloses 1:0 gegen Rangers sichert Viertelfinale

Dank eines ungefährdeten 1:0-Erfolgs gegen die Glasgow Rangers im Achtelfinalrückspiel der Europa League steht Bayer Leverkusen im Viertelfinale der Europa League. Die Werkself war gegen sehr harmlose Schotten von Beginn an überlegen.

Peter Bosz musste auf insgesamt fünf Spieler verzichten: Bellarabi, der unmittelbar vor der Vertragsverlängerung steht, fehlte mit einer Muskelverhärtung. Auch Demirbay, Weiser (beide Gelb-Sperre), Paulinho (Kreuzbandriss) sowie Amiri (nach Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten in Quarantäne) mussten passen.

Aufgrund des Ergebnisses im Hinspiel waren die Rangers, die mindestens drei eigene Tore zum Weiterkommen benötigten, in Sachen Offensive gefordert. Doch von einer entsprechenden Dringlichkeit war bei den Schotten von Beginn an so gut wie nichts zu sehen. Bayer dominierte das Geschehen und ließ den Ball souverän durch die eigenen Reihen laufen. Auch gute Torchancen erspielten sich die Rheinländer: Havertz traf mit einem satten Volleyschuss die Oberkante der Querlatte (16.). Wenig später tauchte der Nationalspieler nach wunderbarem Zuspiel von Palacios frei vor McGregor auf, zielte jedoch um Zentimeter am Tor vorbei (22.). Einziger Wermutstropfen für Bosz und die Seinen bereits in der Anfangsviertelstunde: Der vorbelastete Aranguiz sah nach etwas zu ungestümem Einsteigen im Mittelfeld die Gelbe Karte und fehlt damit im Viertelfinale gesperrt (14.). Ohne einen einzigen Torschuss für Glasgow ging es nach einer einseitigen ersten Hälfte (8:0 Schüsse zugunsten der Bosz-Elf) in die Pause.

Kurz nach der Pause belohnte sich die Werkself schließlich für die überlegene Spielweise. Nach einem wunderbaren weiten Ball von Aranguiz tauchte Diaby im Strafraum auf und überwand McGregor im rechten Eck (51.). Kurz darauf vergab Havertz eine weitere Großchance im Eins-gegen-eins mit dem schottischen Keeper (54.). Bereits Mitte der zweiten Hälfte begannen beide Coaches dann kräftig durchzuwechseln, die ohnehin nicht allzu hohe Intensität nahm noch einmal ab - und wohl auch die Konzentration. Denn Hradecky unterlief in der 71. Minute eine Freistoßflanke und ermöglichte Morelos so die bis dahin erste Chance im Spiel. Doch Tapsoba klärte auf der Linie. In der Schlussphase spielte Glasgow nach den vielen Wechseln gegen nachlassende Leverkusener plötzlich offensiver. Doch nach schlimmem Ballverlust von Hradecky im Strafraum vergab Joker Stewart überhastet (83.). So blieb es beim dennoch verdienten 1:0 für die Werkself.

 

Leverkusen trifft bereits am Montag, 10.8.2020 um 21 Uhr nun im Viertelfinale in Düsseldorf auf Inter Mailand, das sich am Dienstag in Gelsenkirchen mit 2:0 gegen den FC Getafe durchgesetzt hatte.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (68. Dragovic), Sinkgraven, Tapsoba, S. Bender (77. Tah) – Aranguiz), Palacios (87. Stanilewicz) – Wirtz (68. Baumgartlinger), Havertz, Volland, Diaby (68. Bailey)

Tore: 1:0 Diaby (51.)

Zuschauer: - - -