Sonntag, 29. November 2020

29.11.2020: 0:0 gegen Hertha BSC

Die von zahlreichen Personalsorgen geplagte Werkself kam in einem intensiven, aber chancenarmen Spiel gegen Hertha BSC nicht über eine müde Nullnummer hinaus. Peter Bosz plagten vor dem Spiel enorme Personalsorgen. Weil sich drei weitere Profis verletzt abgemeldet hatten, fanden sich lediglich vier Feldspieler, mit Gedikli darunter ein U-19-Stürmer, auf der Bank wieder. Offensiv stellte sich die Mannschaft quasi von alleine auf. Im Vergleich zum 4:1 gegen Hapoel Beer Sheva in der Europa League gab es vier Wechsel: Lars Bender (nach Prellung), Sinkgraven, Baumgartlinger und Diaby ersetzten Jedvaj, Wendell, Amiri (krank) und Bellarabi (Oberschenkelprobleme).

Spielerisch gingen beide Mannschaften zu Beginn ähnlich zu Werke: hohes Pressing, viel Laufarbeit und gegnerische Fehler erzwingen. Die Hertha stellte sich anfangs etwas besser an, auch weil Bayer zunächst Probleme im Passspiel und in puncto Zweikämpfen immer mal wieder das Nachsehen hatte. Echtes Kapital daraus schlagen konnte die Alte Dame aber nicht - bis auf zwei (harmlose) Halbchancen durch Lukebakio (8., 12.) sprang nichts für die Gäste heraus. Nach einer Viertelstunde steigerte sich die Werkself jedoch, wurde im Passspiel stabiler und gestaltete die Partie offener. Das führte letztlich dazu, dass sich beide Kontrahenten weitgehend neutralisierten, echte Chancen gab es ergo nicht zusehen - es war ein Spiel für Taktikliebhaber. Wenn offensiv etwas ging, dann über Fernschüsse: War Alderetes Distanzversuch noch etwas zu ungenau (26.), so hatte Demirbays Schuss auf der Gegenseite weitaus mehr Dampf und zwang Schwolow zur einer sehenswerten Parade (32.), kurz darauf war der Hertha-Schlussmann dann auch bei Bailey zur Stelle (34.). Mehr hatte Durchgang eins aber auch nicht zu bieten, sodass es logischerweise torlos zum Pausentee ging.

Wer auf Besserung nach Wiederanpfiff gehofft hatte, der wurde enttäuscht. Beide Kontrahenten beharkten sich weiterhin wie zwei alte Boxer, die sich mehr umklammerten, als dass sie ins Risiko gehen wollten. Hüben wie drüben fehlte der Punch, um im Bild zu bleiben. Hinzu kamen zahlreiche Missverständnisse und eine Vielzahl von kleineren Fouls, was dem Spielfluss nicht gerade zugutekam. Die Begegnung schleppte sich folglich ohne nennenswerte Abschlüsse über den Platz - lediglich Demirbay sorgte mit zwei direkten, aber unpräzisen Freistößen für Abwechslung (55., 67.). Eine Viertelstunde vor Schluss kam Marton Dardai dann zu seinem erst zweiten Bundesliga-Einsatz, der 18-Jährige wurde für den angeschlagenen Alderete eingewechselt. Am Spielverlauf änderte das freilich nichts. In der Nachspielzeit wäre Bayer beinahe der Lucky Punch gelungen, allerdings köpfte Bender nach Demirbay-Freistoß aus vielversprechender Position hauchdünn vorbei (90.+2), ehe Schiedsrichter Daniel Schlager die Partie abpfiff. Dann gab es zwei Gewissheiten: Bayer bleibt in der Bundesliga ungeschlagen, und die Hertha rehabilitierte sich für den schwachen Auftritt gegen den BVB in der Vorwoche.

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tah, Dragovic (74. Jedvaj), Sinkgraven – Baumgartlinger, Demirbay, Wirtz, Bailey, Diaby - Schick

Tore: - - -

Zuschauer: - - -

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