Samstag, 20. November 2021

20.11.2021: 1:0 Heimsieg gegen Bochum

Durststrecke beendet: Die Werkself hat am Samstagnachmittag nach zuvor vier sieglosen Bundesliga-Spielen in Folge mit dem 1:0 Heimsieg gegen Bochum drei ganz wichtige Punkte eingefahren.

Gerardo Seoane änderte seine Startelf im Vergleich zum 1:1-Remis bei Hertha BSC auf drei Positionen: Daley Sinkgraven, Florian Wirtz und Nadiem Amiri begannen anstelle von Piero Hincapie, Exequiel Palacios und Paulinho (alle Bank).

Die Werkself erwischte einen traumhaften Start, denn bereits nach drei Minuten war der Tor-Bann gebrochen: Moussa Diaby steckte auf Rechtsaußen durch zu Jeremie Frimpong, der von der Grundlinie an den zweiten Pfosten zu Amine Adli flankte. Der Kopfball des Franzosen wurde von Manuel Riemann geklärt, allerdings befand sich das Spielgerät schon mit vollem Umfang über der Torlinie – das frühe 1:0 für Schwarz-Rot! Die Bochumer Antwort ließ nicht lange auf sich warten, der Freistoß von Eduard Löwen aus rund 25 Metern Torentfernung war jedoch sichere Beute für Bayer 04-Keeper Lukas Hradecky (8.). Auf der anderen Seite wäre Riemann wenige Zeigerumdrehungen später bei einem Wirtz-Kopfball wohl machtlos gewesen. Der Youngster setzte seinen Versuch nach einer wunderschönen wie gefühlvollen Flanke von Robert Andrich aber knapp neben das Gehäuse (16.). Beide Teams spielten mit offenem Visier – wenngleich der VfL die etwas defensivere Grundordnung an den Tag legte und zunehmend auf Konter lauerte. Dementsprechend angriffslustig ging es auf dem Platz her. Die nächste nennenswerte Aktion verbuchten derweil die Gäste: Nach einer misslungenen Eckvariante der Werkself zündete Bochum den Turbo und kombinierte sich über wenige Stationen bis in den Leverkusener Strafraum. Am Ende hatte Takuma Asano die Riesen-Gelegenheit auf den Ausgleich, doch Jonathan Tah war zur Stelle und klärte auf der Linie – Glück für die Seoane-Elf (26.). Rund sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff boten sich Bayer 04 gleich zwei dicke Chancen, die Führung zu erhöhen. Doch erst war Wirtz zu unpräzise (39.) und anschließend parierte Riemann stark gegen Sinkgraven (42.). So ging es mit einem 1:0 für Schwarz-Rot in die Kabinen.

Die Gäste kamen mit Dampf aus der Pause und drückten auf den Ausgleich. Edmond Tapsoba und Co. waren aber gleich auf dem Posten und hielten das Zentrum vor dem eigenen Gehäuse dicht – der VfL konnte keinen kreativen Moment erzeugen, der den Leverkusener Abwehrriegel entscheidend aus den Angeln hob. Auf der anderen Seite hatte ein ums andere Mal Wirtz die Gelegenheit, auf 2:0 zu stellen: Der 18-Jährige war in der 54. Minute in Folge einer Bochumer Ecke allein auf weiter Flur, schloss aber etwas zu hektisch ab und setzte seinen Versuch aus rund 16 Metern deutlich neben das Tor von Riemann. Die Werkself wurde im zweiten Abschnitt zunehmend passiver, folglich hatten die Gäste mehr Spielanteile. Wirklich gefährlich wurden VfL-Stürmer Sebastian Polter und seine Offensivkollegen aber nicht. Die beste Chance hatte Asano, der aber aus der Distanz an Hradecky scheiterte (67.). Eine gute Viertelstunde vor dem Abpfiff konnte der eingewechselte Paulinho dann alles klar machen: Der Brasilianer lief nach einem Steckpass allein auf Riemann zu, blieb mit seinem Versuch aber erfolglos – der VfL-Schlussmann reagierte glänzend (77.). Es sollte die letzte gefährliche Situation auf beiden Seiten gewesen sein, denn am Ende blieb es beim 1:0-Heimsieg für Schwarz-Rot!

Weiter geht es am kommenden Donnerstag, 25.11.2021 (Anstoß: 18.45 Uhr), in der Europa League. Dann gastiert Celtic Glasgow in der BayArena.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tapsoba, Tah, Sinkgraven (76. Hincapie) – Andrich, Demirbay (65. Palacios) – Diaby, Wirtz (90. Kossounou), Amiri (76. Paulinho) – Adli

Tor: 1:0 Adli (3.)

Zuschauer: 22.538

Sonntag, 7. November 2021

7.11.2021: 1:1 in Hertha BSC

Die gute Nachricht: Bayer bleibt in der Bundesliga auswärts ungeschlagen. Bei Hertha BSC erkämpfte sich das Team ein 1:1 (0:1).

Florian Wirtz hatte die Reise nach Berlin zwar angetreten, musste aufgrund muskulärer Probleme am Hüftbeuger aber kurzfristig passen. Auch Stürmer Lucas Alario, der sich bereits seit einiger Zeit mit muskulären Beschwerden herumplagt, wurde ebenfalls nicht rechtzeitig fit.

Den mit nur acht Spielern auf der Ersatzbank angetretenen Leverkusenern – darunter zwei Torhüter sowie zwei 16-Jährige – fehlten in der ersten Halbzeit die Durchschlagskraft. Moussa Diaby, vor wenigen Tagen noch Matchwinner in der Europa League beim 4:0-Erfolg gegen Betis Sevilla, war nahezu komplett abgemeldet.

Auf rutschigem Untergrund probierten es beide Teams zunächst verstärkt aus der Distanz. Berlins Stürmer Stevan Jovetic gab einen ersten Warnschuss von außerhalb des Sechzehners ab (7.), Robert Andrich versuchte sich auf Seiten der Leverkusener (9.). Der Sechser des Werksklubs stand auch danach im Fokus. Zunächst traf er den Ball nach starker Vorarbeit von Jeremie Frimong nicht richtig (11.), dann verwandelte er sicher zum vermeintlichen 1:0 für die Rheinländer (26.). Der Treffer zählte jedoch nicht, da der Ball bei der Hereingabe von Amine Adli zuvor im Aus war. So war es dem Hauptstadtklub überlassen, den Führungstreffer zu erzielen. Berlins Maximilian Mittelstädt gewann zunächst das Kopfballduell gegen Exequiel Palacios und Jovetic kam im Bayer-Strafraum an den Ball. Der Montenegriner schaltete schnell und jagte den Ball ohne Chance für Leverkusens Schlussmann Lukas Hradecky aus der Drehung in den Winkel (42.).

Nach der Pause war die Hertha dem 2:0 zunächst näher als der Werksklub dem Ausgleich. Leverkusen kämpfte zwar, fand jedoch keine Mittel, um die Defensive der Berliner zu knacken. Kerem Demirbay verbuchte noch zwei gute Abschlüsse, doch es schien nicht zu reichen. Erst, als sich alle auf einen Sieg der Hertha eingestellt hatten, schlug Bayer noch einmal zu. Der beste Leverkusener an diesem verregneten Nachmittag, Robert Andrich, traf in der 90. Minute nach einer eher unfreiwilligen Vorgabe des eingewechselten Odilon Kossounou zum 1:1-Ausgleich. Die beiden 16-jährigen Iker Bravo und Zidan Sertdemit feierten indes ihr Bundesliga-Debüt für den Werksklub.

Bayer 04: Hrádecký, Tah, Paulinho (79. Iker Bravo), Andrich, Demirbay, Tapsoba, Diaby, Palacios (61. Amiri), Frimpong (86. Sertdemir), Adli (86. Kossounou), Hincapié (61. Sinkgraven)

Tore: 1:0 Jovetić (42.), 1:1 Andrich (90.)

Zuschauer: 22.187

Donnerstag, 4. November 2021

4.11.2021: Zurück mit 4:0 zu Hause gegen Betis Sevilla

Bayer 04 Leverkusen hat nach fünf sieglosen Pflichtspielen wieder gewonnen: Beim 4:0 über Real Betis war Diaby mit zwei Toren und zwei Vorlagen der Mann des Abends. In den Schlussminuten wurde es noch einmal unnötig hitzig.

Ohne echten Zentrumsstürmer empfing Bayer Leverkusen Verfolger Real Betis. Wegen Alarios Ausfall (mit muskulären Problemen nur auf der Bank), für ihn spielte Diaby, hatte sich Bayers Trainer Gerardo Seoane etwas ausgedacht: Ganz vorne drin spielte Adli und etwas hängend dahinter Wirtz. Spielerische Lösungen waren also gefragt - und diese suchte Bayer von Anfang an. Vor allem in der Offensive zeigte sich die Werkself sehr variabel. Paulinho, spielte für den ebenfalls verletzten Bakker (Knochenödem im Sprunggelenk), Diaby, Adli und Wirtz tauschten fast ständig Positionen. Dahinter sicherten Demirbay und Andrich, der im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen Wolfsburg für Palacios spielte, die Offensivkünstler ab. Zunächst konnte Real Betis, das von Coach Manuel Luis Pellegrini nach dem 0:3 bei Atletico auf insgesamt zehn Positionen verändert wurde, aber die Offensivbemühungen der Werkself vom eigenen Strafraum fernhalten. Nach 20 Minuten musste Bartra dann aber schon für den bereits geschlagenen Keeper Rui Silva klären und Adlis Schlenzer von der Linie kratzen. Bayer kombinierte weiter und versuchte, mit schnellem Kurzpassspiel zum Erfolg zu kommen. Diabys Pass kam allerdings nicht schnell genug zu Frimpong, aufgrund einer Abseitsstellung zählte der Treffer des Außenverteidigers nach VAR-Einsatz nicht (24.). Bayer ließ sich dadurch aber nicht entmutigen und spielte weiter nach vorne. Immer wieder waren es Ballgewinne im Zentrum, die die Angriffe einleiteten, aber zu oft fehlte der letzte entscheidende Pass. Ballverluste waren selten, einer von Andrich wäre aber fast ins Auge gegangen, doch Hradecky war gegen Fekir auf dem Posten (35.). Viel mehr kam von Betis nicht aufs Tor des Bayer-Kapitäns, zu selten waren die Ausflüge der Gäste ins letzte Angriffsdrittel. Einmal wagte sich Betis aber noch vor der Pause nach vorne und fing sich prompt einen blitzsauberen Konter ein - und alle vier variablen Leverkusener Offensivspieler waren beteiligt: Paulinho schickte Adli auf die Reise. Am Strafraum bediente der Youngster den noch jüngeren Wirtz. Die Flanke verwertete am langen Pfosten Diaby sehenswert per Volleyabnahme (42.).

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste aktiver und kamen mit viel Tempo aus der Kabine. Die Bayer-Defensive blieb aber hellwach, stand kompakt und ließ nichts Gefährliches zu. Mit der ersten richtigen Chance der zweiten Hälfte erhöhte Leverkusen - und wieder war Diaby der Torschütze. Erst schoss Wirtz im Sechzehner den eigenen Mann (Hincapie) an, von der Strafraumkante verwertete Diaby aber den Abpraller. Der Schuss wurde von Victor Ruiz noch entscheidend abgefälscht (52.). Mit der beruhigenden Führung im Rücken zog sich Bayer etwas zurück und bot Betis mehr Räume an. Allein wussten diese die Gäste nicht zu nutzen. Nach Fekirs Freistoß hätte trotzdem der Anschluss fallen können, doch die Latte verhinderte ihn (67.). In der Schlussphase lauerte Leverkusen auf den alles entscheidenden Konter und hätte diesen bereits durch Diaby (71.) oder Demirby (80.) fahren können. Trotzdem wurde es nur bedingt spannend, auch weil Betis bis auf Bartras Kopfball in der Schlussphase (85.) offensiv einfach zu harmlos blieb, ehe Wirtz (86.) und der eingewechselte Amiri (90.) zwei Konter blitzsauber abschlossen - beide Male war Diaby der Vorlagengeber.

Damit gewann Bayer nach fünf sieglosen Pflichtspielen endlich wieder und baute die Tabellenführung in Gruppe G aus. Einziger Wermutstropfen ist, dass Demirbay in der Schlussminute nach einer Auseinandersetzung mit Fekir noch die Rote Karte sah - ebenso wie sein Kontrahent.

In der Bundesliga ist Bayer am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr bei Hertha BSC zu Gast. In der Europa League geht es am 25.11.2021 weiter: Leverkusen empfängt um 18.45 Uhr Celtic Glasgow.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong (88. Retsos), Tah, Tapsoba, Hincapie (77. Sinkgraven) – Andrich, Demirbay, Paulinho (68. Palacios), Diaby, Wirtz (88. Kossounou) - Adli (77. Amiri)

Tore: 1:0 Diaby (42.), 2:0 Diaby (52.), 3:0 Wirtz (86.), 4:0 Amiri (90.)

Zuschauer: 15.108

Samstag, 30. Oktober 2021

30.10.2021: Blamables 0:2 zu Hause gegen Wolfsburg

Im Vergleich zur 1:2-Niederlage im Pokal gegen den Zweitligisten Karlsruher SC tauschte Bayer-Coach Gerardo Seoane viermal Personal aus: Statt Andrich, Amiri, Diaby (Gelb-Sperre) und Paulinho begannen Hincapie, Demirbay, Wirtz und auch der wieder fit gewordene Alario.

Beide Teams begegneten sich mit nahezu identischen 3-4-3-Systemen. Den besseren Start erwischte dabei Wolfsburg, das die Werkself früh störte - und auch die erste gute Chance im Spiel besaß. Hradecky parierte aber gegen einen Schuss von Baku vom Strafraumrand (8.). Nach rund einer Viertelstunde kam Leverkusen besser ins Spiel und hatte fortan Vorteile in Sachen Ballbesitz. Nach einem Konter hatte auch Bayer durch Adli die erste klare Gelegenheit, nach Zusammenspiel mit Wirtz verzog der Franzose knapp (21.). Insgesamt blieben Großchancen in der gesamten ersten Hälfte rar, weil beide Teams mit viel Engagement und Tempo verteidigten. Nach einer knappen halben Stunde eskalierte die Situation für kurze Zeit, nachdem Steffen Wirtz gegen den Fuß trat, obwohl bereits abgepfiffen war. Referee Aytekin zeigte Steffen sowie Brooks und Tah als Rädelsführer der Schubsereien die Gelbe Karte, die kurz darauf auch Alario nach Foul an Steffen erhielt. Nach einer dennoch wenig ereignisreichen ersten Hälfte ging es torlos in die Pause.

Kohfeldt wechselte nach der Pause zweimal, Paulo Otavio und Lukebakio kamen für Steffen und Philipp. Eine Entscheidung, die sich sehr schnell nachhaltig bezahlt machte. Denn schon in der 48. Minute löste sich Lukebakio nach Steilpass wohl aus gleicher Höhe und gab im Strafraum schließlich nach innen. Dort vollstreckte Nmecha aus kurzer Distanz. Und damit noch nicht genug: Nach Zusammenspiel der Joker - Lukebakio nahm links Paulo Otavio mit - scheiterte Nmecha zunächst an Hradecky, dann Gerhardt am blockenden Demirbay, ehe Arnold schließlich im dritten Versuch humorlos zum 2:0 für den VfL einschoss (51.). Die Werkself musste sich ein wenig schütteln und war dann um Ergebnisverbesserung bemüht. Doch fehlte es den Rheinländern dabei vor ungeduldig werdender Anhängerschaft zumeist an zündenden Ideen und Esprit. Gegen gut postierte Wolfsburger blieben klare Chancen weiter aus. Demirbay verzog aus der Distanz knapp (74.), der von Amiri klug freigespielte Paulinho legte sich den Ball frei vor dem Tor zu weit vor (77.) - und ein Freistoß erneut von Demirbay blieb in der Mauer hängen (85.). Das war es aber bis in die Nachspielzeit auch schon an Torannäherungen der Leverkusener in der zweiten Hälfte. Erst dann hatte Alario per Kopf doch noch eine gute Torgelegenheit (90.+2). In der letzten Minute der angezeigten Nachspielzeit gab es dann sogar noch einen Strafstoß für die Leverkusener, nachdem Lacroix Alario beim Torabschluss von hinten am Trikot festhielt und für die Notbremse auch noch die Rote Karte sah (90.+6).  Alario scheiterte mit dem Strafstoß aber an Casteels, sodass es beim 2:0 für Wolfsburg blieb. Die Leverkusener Fans quittierten den Schlusspfiff mit einem gellenden Pfeifkonzert. 

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Kossounou, Bakker – Aránguiz (84. Baumgartlinger), Palacios (68. Andrich) – Diaby, Demirbay (81. Wirtz), Paulinho (68. Amiri), Schick (81. Pohjanpalo)

Tore: 0:1 NMecha (48.), 0:2 Arnold (51.)

Zuschauer: 20.132

Mittwoch, 27. Oktober 2021

27.10.2021: Peinliches 1:2 im Pokal gegen Karlsruhe

Dank einer aufopferungsvollen kämpferischen Leistung, großer Effizienz und auch einer gehörigen Portion Glück gewann Zweitligist Karlsruher SC bei Bayer Leverkusen und steht im Achtelfinale des DFB-Pokals.

Bei Bayer rotierte Coach Gerardo Seoane im Vergleich zum 2:2 in Köln auf gleich sechs Positionen. Teilweise allerdings unfreiwillig, denn Bellarabi (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) und Schick (Bänderriss im Sprunggelenk) mussten ebenso wie Alario verletzungsbedingt passen. Kossounou, Hincapie, Demirbay und Wirtz rutschten auf die Bank. Neu dabei: Tapsoba, Bakker, Palacios, Amiri, Adli sowie Paulinho.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: In der 4. Minute ging der Außenseiter, der Bayer in der Anfangsphase mit hohem Pressing attackierte, in Führung: Wanitzek flankte zu Hofmann, dessen von Tapsoba noch abgefälschten Kopfball Hradecky nach vorne abwehrte. So vollstreckte Cueto aus kurzer Distanz - 1:0. Leverkusen reagierte mit wütenden Angriffen. Diaby verzog per Direktabnahme aber ebenso knapp, wie wenig später der völlig frei vor Gersbeck auftgetauchte Adli (10., 12.). Karlsruhe verteidigte gegen die anlaufenden Rheinländer leidenschaftlich, hatte ab und an aber auch weitere Umschaltmomente. Hofmann kam in der 29. Minute zu einer Gelegenheit. Gefährlicher aber blieb Bayer. Amiri verfehlte das Karlsruher Gehäuse aber ebenso wie später erneut Adli (19., 34.). Aufgrund der fehlenden Durchschlagskraft der Seoane-Elf blieb es so zur Pause beim knappen Vorsprung für den KSC.

Die Anfangsphase der zweiten Hälfte gestaltete sich turbulent; nicht zuletzt, weil der KSC erneut stark begann, aber auch Bayer weiter nach vorne spielte. Wanitzek per Freistoß und Gordon nach Ecke scheiterten an Hradecky (47., 51.). Auf der Gegenseite vertändelte Diaby einen Zwei-auf-Eins-Konter leichtfertig (51.). Wenig später aber gelang Bayer doch das längst verdiente 1:1. Nach Doppelpass mit Adli erzielte der agile Frimpong sein erstes Pflichtspieltor für die Werkself.  Danach ging es in ähnlichem Stil wie zuvor weiter - Leverkusen ließ eine weitere Überzahlchance liegen, weil Paulinho zu ungenau passte (60.). Kurz darauf hatte der KSC Glück, dass ein Foul von Heise gegen Frimpong auf der Strafraumlinie ohne Folgen blieb. Und dann passierte es auf der Gegenseite: Hradecky spielte Choi den Ball im eigenen Strafraum bei einem Aufbauversuch genau in den Fuß, der Südkoreaner bedankte sich umgehend mit dem Treffer zum 2:1 (64.). Was danach kam, war ein Chancenfestival von Bayer gegen müde werdende Badener. Musste Gersbeck zunächst noch per Glanzparade gegen einen Kopfball des eigenen Mannes (Gordon) retten (72.), so überbot sich die Werkself anschließend beinahe schon im Auslassen von exzellenten Möglichkeiten: Adli schoss freistehend ebenso über das Tor wie Sekunden später Joker Iker Bravo (je 78.), der mit einem Alter von 16 Jahren, neun Monaten und 15 Tagen zum jüngsten Leverkusener Profi aller Zeiten wurde. In der Nachspielzeit vergaben Adli und Andrich im Duett erneut (90.+1), ehe erneut Iker Bravo mit dem Schlusspfiff aus guter Position knapp vorbeizielte (90.+5).

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Tapsoba, Bakker (77. Sinkgraven) – Palacios (66. Wirtz), Andrich – Diaby, Amiri (66. Demirbay), Adli, Paulinho (77. Iker Bravo)

Tore: 0:1 Cueto (5.), 1:1 Frimpong (54.), 1:2 Choi (63.)

Zuschauer: 13.060

Sonntag, 24. Oktober 2021

24.10.2021: 2:2 in Köln verloren

Der 1. FC Köln erwischte keinen guten Start. Die Geißböcke zeigten sich zwar bemüht, erwiesen sich offensiv letztlich aber als ratlos. Bis zum finalen Drittel war das Treiben der Domstädter zwar nicht unansehnlich, zu nennenswerten Chancen kamen sie aber nicht wirklich - der finale Pass erwies sich als größtes Hindernis. Die einzig nennenswerten Abschlüsse der Gastgeber in Durchgang eins waren ein Fernschuss (33) sowie ein Kopfball von Hector (44.).

Ganz anders sah die Sache beim Werksklub aus, der aus einer stabilen Deckung heraus seine immense Konterstärke gnadenlos ausspielte und bereits früh komfortabel in Führung gegangen war: Binnen zwei Minuten hatten die Leverkusener Kölner Unsicherheiten für zwei Tore genutzt, zuerst traf Schick nach zu riskantem Modeste-Pass (15.), dann Bellarabi nach hölzerner Abwehraktion von Czichos gegen Andrich (17.). Die Führung der Gäste hätte sogar noch höher ausfallen können, hätte Frimpong nicht nur die Latte getroffen (25.). Für Bayer lief jedoch nicht alles wie am Schnürchen. Zwar war sportlich im Grunde alles paletti, auch weil Köln weitgehend harmlos war, allerdings verletzte sich Bellarabi früh und musste noch vor dem Halbzeitpfiff ausgewechselt werden (37., Adli). An der 2:0-Pausenführung änderte das freilich nichts.

Seoane brachte zum zweiten Durchgang Bakker für Hincapie, wohl auch, weil sich den Kölnern zuvor auf der linken Seite der Leverkusener immer wieder ein paar Freiräume geboten hatten. Bayer beschränkte sich in Durchgang zwei noch mehr auf die Defensive, stand massiv, setzte über Schick (57.) und Wirtz 62.) gelegentliche Nadelstiche und fing sich dennoch den Anschlusstreffer: Weil Uth und Kainz gut nachsetzten und sich Tah bei Hectors Flanke verschätzte, landete der Ball am rechten Pfosten bei Modeste - 1:2 (63.). Auch wenn dem Anschluss ein gegnerischer Fehler vorausgegangen war, so hatte sich diese auch ein wenig angebahnt - und war nicht unverdient. Bayer spielte zu passiv, hatte sich zu sehr auf Verwaltung verlegt und war dafür bestraft worden, dass man durchaus vorhandene Konterchancen zu umständlich ausgespielt hatte. Von der gnadenlosen Effizienz aus Hälfte eins war nichts mehr zu sehen. Und es kam noch dicker für die Werkself, denn in der 82. Minute verlängerte der eingewechselte Andersson einen Einwurf per Kopf zu Modeste, der sich anschließend gegen Kossounou durchsetzte und zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich einnickte. Das war dann auch zugleich der Endstand, mit dem die Geißböcke ob des Spielverlaufs sicher besser leben konnten, zumal sie damit in der laufenden Saison zu Hause weiter ungeschlagen sind. Aus Bayer-Sicht verletzte sich zu allem Überfluss auch noch Schick und musste kurz vor Schluss ausgewechselt werden (86.).

Weiter geht’s für die Werkself am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr in der 2. Pokalrunde zu Hause gegen den Karlsruher SC.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Kossounou, Hincapie (46. Bakker) – Andrich, Demirbay – Diaby (77. Tapsoba), Wirtz (77. Palacios), Bellarabi (36. Adli), Schick (86. Alario)

Tore: 0:1 Schick 15.), 0:2 Bellarabi (17.), 1:2 Modetse (63.), 2:2 Modeste (82.)

Zuschauer: 49.600

Donnerstag, 21. Oktober 2021

21.10.2021: Verdientes 1:1 bei Betis Sevilla

Real Betis und Bayer Leverkusen bleiben in der aktuellen Europa-League-Saison weiter ungeschlagen. Am Donnerstagabend trennten sich beide Mannschaften mit 1:1. Beim Ausgleich hatte die Werkself etwas Glück.

Gerardo Seoane warf nach der 1:5-Niederlage gegen die Bayern die Rotationsmaschine an: Hincapie, Tapsoba, Andrich, Adli, Bellarabi und Alario waren neu in der Startelf. Kossounou, Bakker, Amiri, Wirtz, Paulinho und Schick (alle auf der Bank) mussten dafür weichen.

Die Offensivstärke stellte Bayer gleich unter Beweis: Leverkusen drückte mächtig aufs Tempo. Bereits in der ersten Minute prüfte Alario Betis-Keeper Bravo, wenig später wählte Diaby aus spitzem Winkel den Pass anstatt den Schuss aufs leere Tor (6.). Die Bayer-Führung lag in der Luft, sollte allerdings nicht fallen, da Alario nur die Latte traf (11.), und Adli an Bravo scheiterte (21.). Die Hausherren hatten Mühe ins Spiel zu finden, kamen in Minute 24 allerdings zu einer dicken Chance: Den Schuss von Iglesias wehrte Hradecky nach vorne ab, dort schoss Ruibal aus vier Metern drüber. Auf der Gegenseite zischte ein Schuss von Bellarabi knapp links vorbei (25.). Anschließend gab es bis zur Pause lange Leerlauf, die Gäste konnten nicht mehr an ihre starke Anfangsphase anknüpfen und hatten Glück, dass Iglesias aus sechs Metern knapp drüber schoss (42.).

Nach dem Seitenwechsel war Real Betis das bessere Team. Klare Chancen erspielten sich die Hausherren allerdings nicht, der eher harmlose Schuss von Lainez war die beste Gelegenheit (56.). Bis in die Schlussviertelstunde passierte vor beiden Toren nicht viel, dann war nochmal einiges geboten. Zunächst gab es nach einem Handspiel von Frimpong mit Verzögerung Elfmeter, Schiedsrichter Bartosz Frankowski sah sich die Szene nochmal an und zeigte auf den Punkt. Iglesias verwandelte sicher (75.). Die Antwort von Bayer war gut, denn schnell stand es 1:1. Carvalho klärte schwach in die Füße von Andrich und fälschte den Schuss des Leverkuseners anschließend unhaltbar für Bravo ab (82.). Pech für Betis und Glück für Bayer. Nun wollte die Werkself sogar mehr - und die Chancen waren da: Bravo lenkte Bakkers Schuss ans Außennetz (90.+3) und war in der letzten Szene des Spiels mit einer tollen Tat gegen Demirbay zur Stelle (90.+5). Am Ende blieb es beim 1:1, damit bleiben beide Teams weiter ungeschlagen (jeweils sieben Punkte) und Bayer behauptete Platz eins. Weiter geht es für die Werkself am Sonntag im Derby beim 1. FC Köln.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Tapsoba, Hicapie (76. Bakker) – Andrich, Diaby (90. Palacios), Demirbay, Bellarabi (76. Paulinho), Adli (69. Wirtz), Alario (69. Schick)

Tore: 1:0 Borja Iglesias (75., Handelfmeter), 1:1 Andrich (82.)

Zuschauer: 30.000