Denkbar schlecht kam Bayer 04 Leverkusen aus der Winterpause - und bekam beim Heimspiel gegen den formstarken VfB Stuttgart schon in den ersten 45 Minuten Quittungen ausgestellt. Am Ende stand ein sattes 0:4.
Fürs erste Spiel des neuen Bundesliga-Jahres musste Bayer-Coach Kasper Hjulmand neben einigen fehlenden Akteuren wie Ben Seghir, Kofane, Maza (alle Afrika-Cup) und Palacios (Aufbautraining nach Muskelsehnenverletzung an den Adduktoren) auch noch auf Schick verzichten. Den Torjäger plagten muskuläre Probleme, der zuletzt zweimal am Stück erfolgreiche Terrier stürmte dafür ganz vorn.
Auf der anderen Seite musste VfB-Coach Sebastian Hoeneß, der selbst in elf Duellen als Trainer mit Leverkusen noch kein einziges Mal gewonnen hatte (letzter Stuttgarter Sieg allgemein am 28. April 2018 mit einem 1:0 in der BayArena), ebenfalls auf zahlreiche Kräfte verzichten. Darunter etwa Al-Dakhil (Infekt), Darvich (Aufbau nach Oberschenkelverletzung), Jaquez (Oberschenkelverletzung), Jovanovic (Rückenprobleme), Tiago Tomas (Muskelverletzung), Zagadou (Sehnenverletzung im Oberschenkel) und El Khannouss (Afrika-Cup).
Mit seinen aufgebotenen elf Akteuren konnte der Trainer aber absolut zufrieden sein, schließlich sollten diese den Vizemeister komplett in die Schranken weisen. Angefangen mit einer Top-Kopfballchance von Vagnoman, der an einem Top-Reflex von Flekken verzweifelte (2. Minute). Nur fünf Zeigerumdrehungen später folgte für die im 4-2-3-1 ausgerichteten Schwaben aber schon das verdiente 1:0: Nach Undav-Steckpass vollstreckte der durchgestartete Leweling eiskalt mit dem Außenrist vor dem herauskommenden Flekken. Ungefähr in diesem Takt ging es weiter: Undav verfehlte etwa aus der Drehung (14.), während sich die Werkself mit kargem Ideenreichtum in der eigenen Offensive reihenweise die Zähne an Stuttgarts Abwehr ausbiss. Nach einem plumpen Einsteigen vom teilweise überfordert wirkenden Belocian gegen den durchbrechenden Vagnoman gab Referee Felix Zwayer zudem Elfmeter, den Mittelstädt lässig ins Eck zum 2:0 nutzte (29.). Doch damit nicht genug: Die in Zweikämpfen gieriger und allgemein spritziger wirkenden Schwaben, die zwischenzeitlich nur eine starke Möglichkeit für Bayer 04 zugelassen hatten (32., Nübel rettete bärenstark nach abgefälschtem Fernandez-Abschluss), sollten noch zwei weitere Asse im Ärmel haben. Genauer: Leweling vollstreckte nach Undav-Assist aus zentraler wie verdeckter Lage zum 3:0 (45.), ehe Undav selbst - dieses Mal lieferte Führich die Vorarbeit - nach robustem Einsatz gegen Andrich knochentrocken auf 4:0 stellte (45.+2).
Immerhin wussten sich die Leverkusener nach Wiederbeginn besser zu verkaufen - mit mehr Mut und Angriffslust wurde im 3-2-4-1-System mehr gewagt. Und mehr erreicht: Joker Poku dribbelte ordentlich (47.), Terrier schoss knapp rechts vorbei (54.). Und nach einem Abschluss auf der anderen Seite von Undav (55.) sowie einem Beinahe-Eigentor von Quansah (61., Parade von Flekken) sollte sich auch Führungsspieler Grimaldo erstmals richtig zeigen. Der Offensivmann scheiterte zunächst an Nübel (63.), ehe der Spanier nach klarem Zuspätkommen von Chabot gegen Tillman den fälligen Elfmeter sicher zum 1:4-Anschluss verwandelte (65.). Mehr als das ging jedoch nicht mehr, weil sich die Gäste aus dem Schwabenland auch auf gar keine Spielchen mehr einließen und sicher das 4:1 über die Zeit brachten. Dabei half etwa auch noch der eingewechselte Abwehrmann Jeltsch. So feierte Stuttgart, das bereits am kommenden Dienstag (18.30 Uhr) das nächste Bundesliga-Topspiel vor der Brust hat, einen großen Dreier zum Start ins neue Jahr.
Enttäuschung pur derweil im Bayer-Lager - Chance zur Wiedergutmachung gibt es ebenfalls am Dienstag (20.30 Uhr), dann wartet das Auswärtsspiel bei Aufsteiger Hamburger SV.
Bayer 04: Flekken - Quansah, Andrich, Belocian (46. Bade) - Fernandez (66. Hofmann), Garcia, Arthur, Tillman, Tella (46. Poku), Grimaldo (82. Vazquez) – Terrier (66. Sarco)
Tore: 0:1 Leweling (7.), 0:2 Mittelstädt (29., FE), 0:3 Leweling (45.), 0:4 Undav (45.+2), 1:4 Grimaldo (66., FE)
Zuschauer: 30.210