Mittwoch, 27. Oktober 2021

27.10.2021: Peinliches 1:2 im Pokal gegen Karlsruhe

Dank einer aufopferungsvollen kämpferischen Leistung, großer Effizienz und auch einer gehörigen Portion Glück gewann Zweitligist Karlsruher SC bei Bayer Leverkusen und steht im Achtelfinale des DFB-Pokals.

Bei Bayer rotierte Coach Gerardo Seoane im Vergleich zum 2:2 in Köln auf gleich sechs Positionen. Teilweise allerdings unfreiwillig, denn Bellarabi (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) und Schick (Bänderriss im Sprunggelenk) mussten ebenso wie Alario verletzungsbedingt passen. Kossounou, Hincapie, Demirbay und Wirtz rutschten auf die Bank. Neu dabei: Tapsoba, Bakker, Palacios, Amiri, Adli sowie Paulinho.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: In der 4. Minute ging der Außenseiter, der Bayer in der Anfangsphase mit hohem Pressing attackierte, in Führung: Wanitzek flankte zu Hofmann, dessen von Tapsoba noch abgefälschten Kopfball Hradecky nach vorne abwehrte. So vollstreckte Cueto aus kurzer Distanz - 1:0. Leverkusen reagierte mit wütenden Angriffen. Diaby verzog per Direktabnahme aber ebenso knapp, wie wenig später der völlig frei vor Gersbeck auftgetauchte Adli (10., 12.). Karlsruhe verteidigte gegen die anlaufenden Rheinländer leidenschaftlich, hatte ab und an aber auch weitere Umschaltmomente. Hofmann kam in der 29. Minute zu einer Gelegenheit. Gefährlicher aber blieb Bayer. Amiri verfehlte das Karlsruher Gehäuse aber ebenso wie später erneut Adli (19., 34.). Aufgrund der fehlenden Durchschlagskraft der Seoane-Elf blieb es so zur Pause beim knappen Vorsprung für den KSC.

Die Anfangsphase der zweiten Hälfte gestaltete sich turbulent; nicht zuletzt, weil der KSC erneut stark begann, aber auch Bayer weiter nach vorne spielte. Wanitzek per Freistoß und Gordon nach Ecke scheiterten an Hradecky (47., 51.). Auf der Gegenseite vertändelte Diaby einen Zwei-auf-Eins-Konter leichtfertig (51.). Wenig später aber gelang Bayer doch das längst verdiente 1:1. Nach Doppelpass mit Adli erzielte der agile Frimpong sein erstes Pflichtspieltor für die Werkself.  Danach ging es in ähnlichem Stil wie zuvor weiter - Leverkusen ließ eine weitere Überzahlchance liegen, weil Paulinho zu ungenau passte (60.). Kurz darauf hatte der KSC Glück, dass ein Foul von Heise gegen Frimpong auf der Strafraumlinie ohne Folgen blieb. Und dann passierte es auf der Gegenseite: Hradecky spielte Choi den Ball im eigenen Strafraum bei einem Aufbauversuch genau in den Fuß, der Südkoreaner bedankte sich umgehend mit dem Treffer zum 2:1 (64.). Was danach kam, war ein Chancenfestival von Bayer gegen müde werdende Badener. Musste Gersbeck zunächst noch per Glanzparade gegen einen Kopfball des eigenen Mannes (Gordon) retten (72.), so überbot sich die Werkself anschließend beinahe schon im Auslassen von exzellenten Möglichkeiten: Adli schoss freistehend ebenso über das Tor wie Sekunden später Joker Iker Bravo (je 78.), der mit einem Alter von 16 Jahren, neun Monaten und 15 Tagen zum jüngsten Leverkusener Profi aller Zeiten wurde. In der Nachspielzeit vergaben Adli und Andrich im Duett erneut (90.+1), ehe erneut Iker Bravo mit dem Schlusspfiff aus guter Position knapp vorbeizielte (90.+5).

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Tapsoba, Bakker (77. Sinkgraven) – Palacios (66. Wirtz), Andrich – Diaby, Amiri (66. Demirbay), Adli, Paulinho (77. Iker Bravo)

Tore: 0:1 Cueto (5.), 1:1 Frimpong (54.), 1:2 Choi (63.)

Zuschauer: 13.060

Sonntag, 24. Oktober 2021

24.10.2021: 2:2 in Köln verloren

Der 1. FC Köln erwischte keinen guten Start. Die Geißböcke zeigten sich zwar bemüht, erwiesen sich offensiv letztlich aber als ratlos. Bis zum finalen Drittel war das Treiben der Domstädter zwar nicht unansehnlich, zu nennenswerten Chancen kamen sie aber nicht wirklich - der finale Pass erwies sich als größtes Hindernis. Die einzig nennenswerten Abschlüsse der Gastgeber in Durchgang eins waren ein Fernschuss (33) sowie ein Kopfball von Hector (44.).

Ganz anders sah die Sache beim Werksklub aus, der aus einer stabilen Deckung heraus seine immense Konterstärke gnadenlos ausspielte und bereits früh komfortabel in Führung gegangen war: Binnen zwei Minuten hatten die Leverkusener Kölner Unsicherheiten für zwei Tore genutzt, zuerst traf Schick nach zu riskantem Modeste-Pass (15.), dann Bellarabi nach hölzerner Abwehraktion von Czichos gegen Andrich (17.). Die Führung der Gäste hätte sogar noch höher ausfallen können, hätte Frimpong nicht nur die Latte getroffen (25.). Für Bayer lief jedoch nicht alles wie am Schnürchen. Zwar war sportlich im Grunde alles paletti, auch weil Köln weitgehend harmlos war, allerdings verletzte sich Bellarabi früh und musste noch vor dem Halbzeitpfiff ausgewechselt werden (37., Adli). An der 2:0-Pausenführung änderte das freilich nichts.

Seoane brachte zum zweiten Durchgang Bakker für Hincapie, wohl auch, weil sich den Kölnern zuvor auf der linken Seite der Leverkusener immer wieder ein paar Freiräume geboten hatten. Bayer beschränkte sich in Durchgang zwei noch mehr auf die Defensive, stand massiv, setzte über Schick (57.) und Wirtz 62.) gelegentliche Nadelstiche und fing sich dennoch den Anschlusstreffer: Weil Uth und Kainz gut nachsetzten und sich Tah bei Hectors Flanke verschätzte, landete der Ball am rechten Pfosten bei Modeste - 1:2 (63.). Auch wenn dem Anschluss ein gegnerischer Fehler vorausgegangen war, so hatte sich diese auch ein wenig angebahnt - und war nicht unverdient. Bayer spielte zu passiv, hatte sich zu sehr auf Verwaltung verlegt und war dafür bestraft worden, dass man durchaus vorhandene Konterchancen zu umständlich ausgespielt hatte. Von der gnadenlosen Effizienz aus Hälfte eins war nichts mehr zu sehen. Und es kam noch dicker für die Werkself, denn in der 82. Minute verlängerte der eingewechselte Andersson einen Einwurf per Kopf zu Modeste, der sich anschließend gegen Kossounou durchsetzte und zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich einnickte. Das war dann auch zugleich der Endstand, mit dem die Geißböcke ob des Spielverlaufs sicher besser leben konnten, zumal sie damit in der laufenden Saison zu Hause weiter ungeschlagen sind. Aus Bayer-Sicht verletzte sich zu allem Überfluss auch noch Schick und musste kurz vor Schluss ausgewechselt werden (86.).

Weiter geht’s für die Werkself am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr in der 2. Pokalrunde zu Hause gegen den Karlsruher SC.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Kossounou, Hincapie (46. Bakker) – Andrich, Demirbay – Diaby (77. Tapsoba), Wirtz (77. Palacios), Bellarabi (36. Adli), Schick (86. Alario)

Tore: 0:1 Schick 15.), 0:2 Bellarabi (17.), 1:2 Modetse (63.), 2:2 Modeste (82.)

Zuschauer: 49.600

Donnerstag, 21. Oktober 2021

21.10.2021: Verdientes 1:1 bei Betis Sevilla

Real Betis und Bayer Leverkusen bleiben in der aktuellen Europa-League-Saison weiter ungeschlagen. Am Donnerstagabend trennten sich beide Mannschaften mit 1:1. Beim Ausgleich hatte die Werkself etwas Glück.

Gerardo Seoane warf nach der 1:5-Niederlage gegen die Bayern die Rotationsmaschine an: Hincapie, Tapsoba, Andrich, Adli, Bellarabi und Alario waren neu in der Startelf. Kossounou, Bakker, Amiri, Wirtz, Paulinho und Schick (alle auf der Bank) mussten dafür weichen.

Die Offensivstärke stellte Bayer gleich unter Beweis: Leverkusen drückte mächtig aufs Tempo. Bereits in der ersten Minute prüfte Alario Betis-Keeper Bravo, wenig später wählte Diaby aus spitzem Winkel den Pass anstatt den Schuss aufs leere Tor (6.). Die Bayer-Führung lag in der Luft, sollte allerdings nicht fallen, da Alario nur die Latte traf (11.), und Adli an Bravo scheiterte (21.). Die Hausherren hatten Mühe ins Spiel zu finden, kamen in Minute 24 allerdings zu einer dicken Chance: Den Schuss von Iglesias wehrte Hradecky nach vorne ab, dort schoss Ruibal aus vier Metern drüber. Auf der Gegenseite zischte ein Schuss von Bellarabi knapp links vorbei (25.). Anschließend gab es bis zur Pause lange Leerlauf, die Gäste konnten nicht mehr an ihre starke Anfangsphase anknüpfen und hatten Glück, dass Iglesias aus sechs Metern knapp drüber schoss (42.).

Nach dem Seitenwechsel war Real Betis das bessere Team. Klare Chancen erspielten sich die Hausherren allerdings nicht, der eher harmlose Schuss von Lainez war die beste Gelegenheit (56.). Bis in die Schlussviertelstunde passierte vor beiden Toren nicht viel, dann war nochmal einiges geboten. Zunächst gab es nach einem Handspiel von Frimpong mit Verzögerung Elfmeter, Schiedsrichter Bartosz Frankowski sah sich die Szene nochmal an und zeigte auf den Punkt. Iglesias verwandelte sicher (75.). Die Antwort von Bayer war gut, denn schnell stand es 1:1. Carvalho klärte schwach in die Füße von Andrich und fälschte den Schuss des Leverkuseners anschließend unhaltbar für Bravo ab (82.). Pech für Betis und Glück für Bayer. Nun wollte die Werkself sogar mehr - und die Chancen waren da: Bravo lenkte Bakkers Schuss ans Außennetz (90.+3) und war in der letzten Szene des Spiels mit einer tollen Tat gegen Demirbay zur Stelle (90.+5). Am Ende blieb es beim 1:1, damit bleiben beide Teams weiter ungeschlagen (jeweils sieben Punkte) und Bayer behauptete Platz eins. Weiter geht es für die Werkself am Sonntag im Derby beim 1. FC Köln.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Tapsoba, Hicapie (76. Bakker) – Andrich, Diaby (90. Palacios), Demirbay, Bellarabi (76. Paulinho), Adli (69. Wirtz), Alario (69. Schick)

Tore: 1:0 Borja Iglesias (75., Handelfmeter), 1:1 Andrich (82.)

Zuschauer: 30.000

Sonntag, 17. Oktober 2021

17.10.2021: Deutliches 1:5 zu Hause gegen Bayern München

Bayern München zeigte sich im Topspiel bei Bayer Leverkusen äußerst spielfreudig und vor der Halbzeit gnadenlos effizient. Am Ende stand ein 5:1.

Mit Bakker, Amiri und Paulinho brachte Leverkusens Trainer Gerardo Seoane im Vergleich zum 4:0-Erfolg in Bielefeld drei Neue in der Startelf: Hincapie, der spät von der ecuadorianischen Nationalmannschaft zurückgekehrt war, fand sich wie Adli auf der Bank wieder. Aranguiz fehlte wegen Wadenproblemen gänzlich im Kader.

Bayerns Coach Julian Nagelsmann indes vertraute auf dieselbe Elf wie beim 1:2 gegen Frankfurt. Lewandowski bestritt sein 358. Bundesligaspiel und holte damit Naldo als Internationalen mit den zweitmeisten Einsätzen Bundesliga-Einsätzen ein. Der Pole versüßte sich das Spiel direkt mit einem Tor: Upamecano leitete einen Kimmich-Freistoß quer zu Lewandowski, der aus kurzer Entfernung technisch anspruchsvoll per Hacke das 1:0 erzielte und den Bayern einen perfekten Start bescherte (4.). Auf dem Platz zeigte sich, dass Kimmich und Goretzka immer wieder abwechselnd eine Art Staubsauger vor der Viererkette gaben. Das diente vor allem dazu, tiefe Pässe auf Wirtz und Schick zu unterbinden. Und die Rechnung ging auf. Im gesamten ersten Durchgang spielte Schick keine wirkliche Rolle, während der bemühte Wirtz auch nicht an seine starken Leistungen aus den Vorwochen anknüpfen konnte. Ganz anders sah es bei Bayer aus, das notgedrungen mit der Doppel-Sechs Amiri/Demirbay - Aranguiz (Wade) und Palacios (Erkältung) fehlten - an den Start gegangen war und im Zentrum große Lücken offenbarte. Das sollte sich als Achillesferse entpuppen, die die spielfreudigen Bayern gnadenlos attackierten. Der emsige Sané (19.) sowie Goretzka (22.) näherten sich dem 2:0 an, das Lewandowski nach einem sehenswerten Spielzug über Sané und Davies nach einer halben Stunde markierte. Es war der Auftakt einer furiosen Phase der Münchner, die Leverkusen nach Strich und Faden auseinandernahmen: Zuerst lenkte Müller nach einer Ecke einen Süle-Schuss mit dem linken hinteren Oberschenkel entscheidend zum 3:0 ab (34.), dann glänzte der 32-Jährige nur wenige Sekunden nach seinem Treffer als Vorlagengeber von Gnabry (35.). Der wiederum kam auf den Geschmack, schnürte noch vor der Halbzeit - ebenfalls nach feinem Spielzug - seinen Doppelpack und markierte den 5:0-Pausenstand (37.).

Bei Bayer ging es in Hälfte zwei also um Schadensbegrenzung - und auch um Ergebniskosmetik. Seoane unterstrich dies mit der Einwechslung von Abwehrmann Tapsoba für Offensivgeist Paulinho (46.). Eine Maßnahme, die durchaus fruchtete, denn Bayer erwies sich fortan defensiv weitaus stabiler, ließ sich nicht mehr so leicht ausspielen und strahlte auf einmal auch vorne Gefahr aus: Demirbay scheiterte noch im Eins-gegen-eins an Neuer (53.), doch dann veredelte Schick Wirtz' klasse Pass in die Schnittstelle gekonnt zum 1:5 (55.). Zur Wahrheit gehörte aber auch, dass die Bayern mindestens einen Gang runtergeschaltet hatten, sie nahmen aber noch immer am Spiel teil. und ließen immer mal wieder ihre Torgefahr aufblitzen. Lewandowski fehlten ein paar Zentimeter (63.), Süle (68.) scheiterte ebenso an Hradecky wie Sabitzer (74.). Am Sieg der Bayern bestand kein Zweifel, das ließ sich auch daran ableiten, dass beide Trainer mit fortschreitender Spieldauer Leistungsträger auswechselten. Blieb nur die Frage nach dem exakten Ergebnis. Weil Sané (75.), Sabitzer (79.) und Coman (85.) das nötigte Quäntchen fehlte, blieb es beim 5:1.

Auf die Werkself, die nach fünf Siegen in Serie wieder eine Niederlage einstecken musste, wartet am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) das rheinische Derby gegen Köln. Bayer ist am Donnerstag in Spanien bei Real Betis aus Sevilla gefordert (18.45 Uhr).

Bayer 04: Hradecky – Frimpong (64. Bellarabi), Tah, Kossounou, Bakker – Amiri, Demirbay – Diaby (64. Adli), Wirtz (79. Retsos), Paulinho (46. Tapsoba), Schick (81. Alario)

Tore: 0:1 Lewandowski (4.), 0:2 Lewandowski (30.), 0:3 Müller (34.), 0:4 Gnabry (35.), 0:5 Gnabry (37.), 1:5 Schick (55.)

Zuschauer: 29.542

Sonntag, 3. Oktober 2021

3.10.2021: 4:0 Sieg in Bielefeld

Bayer Leverkusen hat den wettbewerbsübergreifend fünften Sieg in Folge eingefahren. Am Sonntagabend gewann die Werkself mit 4:0 bei Arminia Bielefeld und schloss damit nach Punkten zum FC Bayern auf. Aus einer guten Bayer-Mannschaft ragte Schick mit drei Torbeteiligungen heraus.

Es waren, man kann es kaum anders formulieren, Schick-Festspiele, die da am Sonntagabend auf der Bielefelder Alm zur Aufführung kamen. Erst legte der Angreifer von Bayer Leverkusen das Führungstor durch Diaby auf (18.), dann traf er mit einem überlegten Flachschuss zum 2:0 (24.) - und zu guter Letzt markierte er per Kopf auch noch das 3:0 für die Werkself (57.).

Leverkusens Coach Gerardo Seoane tauschte im Vergleich zum 4:0 bei Celtic Glasgow drei Mal: Kossounou, Adli und Schick ersetzten Bakker, Paulinho und Alario - eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte.

Bayer dominierte die Partie über 90 Minuten und stellte schon in der ersten Hälfte die Weichen auf Auswärtssieg. Bielefeld mühte sich zwar redlich und trat hin und wieder auch in der Offensive in Erscheinung, allerdings stießen die Ostwestfalen gegen ausgesprochen formstarke Leverkusener schlichtweg an ihre Grenzen. Unmittelbar nach dem 0:1 schlug Bielefeld zwar zurück, als Wimmer mit einem Geistesblitz ein herausragendes Tor per Hacke gelang (19.), der VAR wies Schiedsrichter Felix Zwayer allerdings auf eine Abseitsstellung von Okugawa hin. Sonst hatte Leverkusen das Geschehen im Griff. Noch vor der Pause hätten Diaby, Wirtz und Schick erhöhen können, nach der Pause drosselte Bayer das Tempo, schlug kurz vor dem Ende aber trotzdem noch zum vierten Mal zu: Krüger traf Bellarabi mit der Hand im Gesicht, Zwayer gab Elfmeter, und Demirbay traf sicher (90.+2).

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Kossounou, Hincapie (64. Sinkgraven) – Aránguiz (75. Amiri), Demirbay – Diaby (64. Paulinho), Wirtz (75. Bellarabi), Adli, Schick (75. Alario)

Tore: 0:1 Diaby (18.), 0:2 Schick (24.), 0:3 Schick (57.), 0:4 Demirbay (90.+2, Foulelfmeter)

Zuschauer: 16.250

Donnerstag, 30. September 2021

30.9.2021: 4:0 Auswärtssieg in Celtic Glasgow

Bayer 04 hat auch das zweite Gruppenspiel in der Europa League gewonnen. Nicht einmal 60 Sekunden waren vergangen, da hatte Bayer 04 in Person von Kerem Demirbay und Florian Wirtz schon zweimal Celtic-Schlussmann Hart geprüft. Nachdem der Keeper den zweiten Schuss hatte abprallen lassen, verwertete Lucas Alario per Kopf den Abpraller, stand dabei aber im Abseits. Der Argentinier begann im Sturmzentrum für Patrik Schick, außerdem durften nach dem 1:0 gegen Mainz in der Anfangsformation Paulinho und Piero Hincapie anstelle von Karim Bellarabi und Odilon Kossounou ran - für Hincapie war es der erste Startelfeinsatz für Bayer 04. Für ein erstes Defensiv-Ausrufezeichen sorgte sein Nebenmann Jonathan Tah: Celtic-Angreifer Furuhashi war bereits an Lukas Hradecky vorbei und ging aufs leere Tor zu, doch unser Innenverteidiger verhinderte mit einer überragenden Grätsche das sichere Gegentor (2.) - Mega-Tackling, Jona! Kurz darauf feuerte auch noch McGregor aus der Distanz knapp drüber - die ersten drei Minuten boten schon mehr Highlights als so manche Spiele über die volle Distanz. Auch in der Folge blieb die Intensität vor stimmungsvoller Kulisse hoch, Mitchel Bakker musste nach einem harten Tackling eines Gegenspielers früh behandelt werden, Rogic schoss aus der Drehung drüber (15.). Es ging munter hin und her, gefährlicher waren aber die Hausherren - und nach Tah musste nun auch Hradecky Großtaten vollbringen: Nach einem schnellen Celtic-Angriff war Furuhashi komplett frei durch, scheiterte aber am exzellent reagierenden Werkself-Kapitän (19.), der nach der folgenden Ecke auch einen Schuss von Starfelt spektakulär aus dem Eck kratzte (20.) - zwei sensationelle Paraden unserer Nummer eins. Die erste gute Chance der Werkself hatte nach einem herausragenden Wirtz-Pass Moussa Diaby, der am herausstürzenden Hart scheiterte (24.). Im Anschluss an die folgende Ecke ging Bayer 04 dann in Führung: Celtic hatte sowohl den Standard als auch die zweite Welle eigentlich verteidigt, doch Turnbull unterlief am eigenen Strafraum ein folgenschwerer Stockfehler, der den hellwach nachsetzenden Bakker ins Spiel brachte. Der Niederländer brach bis zur Grundlinie durch und legte dann mustergültig zurück auf Hincapie, der die Hereingabe aufs lange Eck verlängerte. Montgomery erreichte den Ball kurz vor der Linie zwar noch, konnte das Unvermeidbare aber nicht mehr verhindern - erstes Tor beim ersten Startelfeinsatz für unseren Neuzugang aus Ecuador (25.). Der Treffer gab Bayer 04 nun merklich Sicherheit, die Werkself drückte dem Spiel nun ihren Stempel auf - und erhöhte auf 2:0: Paulinho nahm über die linke Seite Fahrt auf und bewies dann ganz viel Übersicht. Vom linken Strafraum-Eck spielte unser Brasilianer einen perfekten Querpass durch den Strafraum auf Wirtz, der diese überragende Vorarbeit aus kurzer Distanz zum Pausenstand veredelte (35.).

Der zweite Abschnitt begann dann wie der erste: mit einer spektakulären Szene nach wenigen Sekunden. Wieder musste Hradecky sein ganzes Können aufbieten und einen Drehschuss von Furuhashi sehenswert aus dem Tor-Eck kratzen (46.). Mindestens genauso stark aber die Flugparade des Finnen nach Jotas fulminantem Distanzschuss (51.) - unser Kapitän hatte einen absoluten Sahnetag erwischt. Die Klassetaten des Werkself-Keepers waren aber auch Ausdruck des starken Auftakts der Gastgeber, für die Turnbull noch eine gute Freistoßchance liegen ließ (55.). Mitten hinein in die schottische Drangphase schlug dann aber die Werkself zu: Jeremie Frimpong zündete an alter Wirkungsstätte den Turbo, brachte sich mit einem feinen Haken im Strafraum in Position und zwang Hart zu einer starken Parade. Der Abpraller landete bei Paulinho, dessen Nachschuss von Carter-Vickers mit dem Oberarm geblockt wurde. Schiedsrichter di Bello zeigte auf den Punkt - und diese Gelegenheit ließ sich Alario nicht nehmen: Der Werkself-Stürmer verwandelte ganz akkurat ins linke Eck (58.). Doch noch gab sich Celtic nicht geschlagen, die Schotten waren sogar dicht dran an der direkten Antwort - aber mal wieder hatte Hradecky etwas dagegen: Der überragend aufgelegte Schlussmann war an diesem Abend einfach nicht zu überwinden, parierte auch einen Kopfball von Jota stark, den Nachschuss setzte Furuhashi ans Außennetz (60.). Allerdings erhielt die Werkself nun auch mehr Räume für einige Angriffe. Nach einem erneuten Turbo-Sprint von Frimpong setzte Alario den Ball im Zentrum drüber (68.). Der Torschütze zum 3:0 wurde kurz darauf ausgewechselt, für ihn kam Schick - und auch der hatte gleich eine Top-Chance. Hart zeigte nach dem wuchtigen Kopfball-Aufsetzer des Tschechen eine Glanzparade (77.), kurz vor Schluss rauschte ein weiterer Schick-Schuss drüber (86.). Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Celtic konnte das Tempo aus der Anfangsphase des zweiten Durchgangs nicht mehr halten, Hradecky musste keine weitere Glanztat mehr zeigen. Stattdessen zeigten sich in der Nachspielzeit noch einmal die weiteren Werkself-Joker: Zunächst scheiterte der durchgebrochene Bellarabi am toll reagierenden Hart, wenige Sekunden später trumpfte dann Amine Adli groß auf: Nach einer energischen Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Nadiem Amiri bekam unser französischer Neuzugang den Ball links im Strafraum und donnerte ihn unwiderstehlich über Hart hinweg unter die Latte. Auch für ihn war es der erste Treffer im Werkself-Dress - und zugleich der Schlusspunkt eines rundum gelungenen Auswärtstrips (90.+4).

Nach zwei Spieltagen hat die Werkself in der Europa League damit die maximale Ausbeute von sechs Punkten eingefahren - ebenso wie Real Betis, das das Parallelspiel in Budapest mit 3:1 gewann. Zum direkten Aufeinandertreffen zwischen beiden Teams in Sevilla kommt es dann am 21.10.2021. Zunächst geht es aber in der Bundesliga weiter, wo Bayer 04 am kommenden Sonntag, den 3.10.2021 um 19.30 Uhr bei Arminia Bielefeld gastiert.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Hincapie, Bakker – Aránguiz (65. Amiri), Demirbay – Diaby (65. Bellarabi), Wirtz (74. Adli), Paulinho (79. Retsos) – Alario (74. Schick)

Tore: 0:1 Hincapie (25.), 0:2 Wirtz (35.), 0:3 Alario (58./Handelfmeter), 0:4 Adli (90.+4)

Zuschauer: 55.000

Samstag, 25. September 2021

25.9.2021: 1:0 Heimsieg gegen Mainz

Ein toll herausgespielter Treffer von Florian Wirtz (61.) hat der Werkself einen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Mainz 05 beschert. Bayer 04 verdiente sich den Sieg durch eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause und kletterte durch den Dreier auf den zweiten Tabellenplatz.

Bayer 04-Caoch Gerardo Seoane nahm im Vergleich zur Formation beim 3:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart nur eine Veränderung in seiner Startelf vor: Kerem Demirbay kam für den nach seiner Roten Karte für drei Spiele gesperrten Robert Andrich ins Team. Verzichten musste die Werkself darüber hinaus wie schon in den vergangenen Wochen auf die verletzten Timothy Fosu-Mensah, Edmond Tapsoba, Julian Baumgartlinger, Exequiel Palacios sowie Keeper Niklas Lomb.

Die Werkself mit ihrer Angriffspower vom Anpfiff weg, die bereits zu sieben Treffern in der ersten Viertelstunde geführt hat, gegen die Mainzer, die mit zwei Gegentoren neben Wolfsburg die beste Defensive der Liga stellen und bei denen in vier von fünf Partien hinten die Null stand – man durfte sehr gespannt sein, wie sich das Duell des Vierten gegen den Fünften entwickeln würde. Bei sehr sommerlichen Temperaturen drückten die Hausherren gleich aufs Gaspedal, eine scharfe Hereingabe von ​Moussa Diaby rutschte an Freund und Feind vorbei ins Toraus (3.). Mainz verteidigte gegen den Ball wie üblich mit einer Fünferkette und verdichtete die Räume in der eigenen Hälfte sehr engmaschig. Den Gästen indes eröffneten sich die ersten guten Gelegenheiten. Erst zog der bei Bayer 04 ausgebildete Dominik Kohr in seinem 200. Bundesligaspiel aus der Drehung am Fünfmeterraum ab (11.), doch Lukas Hradecky bekam gegen den Aufsetzer ebenso rechtzeitig den Arm hoch wie nach der folgenden Ecke und dem Kopfball von Bell (12.). Wenig später war die erste Viertelstunde vorüber, und die erwartet unangenehm zu bespielenden und griffigen Mainzer hatten es geschickt verstanden, die Werkself bis dahin von ihrem Tor fernzuhalten. Bayer 04 agierte in dieser Phase nicht mit der gewohnten Präzision im Aufbau und leistete sich einige unnötige Ballverluste. Nach einem schnellen Angriff über Jeremie Frimpong und Diaby traf der Rechtsverteidiger erst den Pfosten, ehe Patrik Schick die Kugel im Nachfassen ins Netz drückte, doch Diaby hatte zuvor im Abseits gestanden (24.). Aber die Szene zeigte, wie es gehen musste für Schwarz und Rot, mit viel Tempo und geradlinigen Aktionen. Beim ansatzlos abgefeuerten Schuss von Florian Wirtz aus gut 20 Metern fehlte vielleicht ein halber Meter (33.). Der Nationalspieler war statistisch gesehen bislang alle 30 Minuten an einem Tor beteiligt, das hätte also ganz gut gepasst. Beim mächtigen Strahl von Mitchel Bakker streckte sich FSV-Keeper Zentner und entschärfte den Schrägschuss im Flug (37.). Bayer 04 musste für jede Chance hart arbeiten, viel lief bei den Leverkusenern über die rechte Seite, wo Frimpong unermüdlich anschob. Mit dem 0:0 ging es kurz darauf in die Pause.

Nach dem Wechsel erhöhten die Gastgeber vom Anpfiff weg die Drehzahl und schraubten an der Führung. Wirtz legte klasse auf für Diaby, der mit rechts abzog, doch Bells Bein war noch rechtzeitig dazwischen (50.). Unmittelbar danach der nächste Rechtsschuss des Franzosen, den Zentner aus dem Winkel boxte (51.), und der Mainzer Schlussmann packte auch beim Versuch von Karim Bellarabi sicher zu (53.). Auch Schick brachte den Ball nach Bellarabis Flanke aus kurzer Distanz nicht am aufmerksamen Torhüter vorbei (56.). Bayer 04 war jetzt richtig drin in der Partie, Welle auf Welle schwappte auf den Mainzer Kasten zu. Gerardo Seoane nahm den ersten Wechsel vor, Amine Adli kam für Bellarabi (60.). Und die Werkself belohnte sich für ihren Sturm und Drang: Wirtz spielte gekonnt und auf engstem Raum Doppelpass mit Frimpong und legte den Ball danach überlegt und mit großer Übersicht ins lange Eck zur Führung – 1:0 (61.). Mit seinem zehnten Bundesliga-Treffer, dem vierten in dieser Saison, löste der Nationalspieler Lukas Podolski als bislang jüngsten Spieler ab, der diese Marke erreicht hat. Bei Adlis Tor hatte der Flügelspieler zuvor im Abseits gestanden (64.). Piero Hincapie ersetzte danach Odilon Kossounou in der Innenverteidigung (66.). Nach feiner Vorarbeit von Wirtz verpasste Schick nur knapp den zweiten Treffer (73.). Auf der Gegenseite störte Hincapie Ingvartsen entscheidend beim Abschluss (77.), es war das erste Mal, dass sich Mainz in Hälfte zwei gegen drückend überlegene Leverkusener überhaupt eine Möglichkeit bot. Nach schönem Zusammenspiel mit Adli knallte Wirtz die Kugel drüber (81.). Danach ein Dreifach-Wechsel: Alario, Amiri und Paulinho kamen für Schick, Wirtz und Diaby (82.). Stachs Schuss aus guter Position parierte Hradecky (85.). Adlis Abschluss bereitete Zentner keine Probleme (88.). Sensationell, wie Hradecky danach einen Kopfball von Ingvartsen aus wenigen Metern reflexartig aus dem Eck fischte (89.). Auf der anderen Seite verpasste Paulinho gegen Zentner die Entscheidung (90.+2). Kurz darauf war Schluss, und die Werkself hatte verdiente drei Punkte mehr auf dem Konto.

Für Bayer 04 geht es mit einer Englischen Woche und dem zweiten Gruppenspiel in der Europa League am Donnerstag, 30.9.2021, um 21 Uhr bei Celtic Glasgow weiter. In der Bundesliga folgt dann am Sonntag, 3.10.2021, um 19.30 Uhr die nächste Herausforderung bei Arminia Bielefeld.

Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Kossounou (66. Hincapie), Tah, Bakker – Aránguiz, Demirbay – Bellarabi (60. Adli), Wirtz (82. Amiri), Diaby (82. Paulinho) – Schick (82. Alario)

Tor: 1:0 Wirtz (61.)

Zuschauer: 16.624